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Der Jeanette Schocken Preis -
Bremerhavener Bürgerpreis für Literatur - ist
ein Literaturpreis, dessen Preissumme (15 000
DM) nicht durch die Öffentliche Hand, sondern
durch Spenden Bremerhavener Bürgerinnen und Bürger
aufgebracht wird.
Der Preis, der 1991 zum erstenmal
vergeben wurde, wird im zweijährigen Turnus verliehen.
Für die Auswahl des Preisträgers/der Preisträgerin
ist eine unabhängige Jury verantwortlich. Die
Namensgebung soll nicht nur an die Bücherverbrennung
am 6. Mai 1933 in Bremerhaven, vier Tage früher
als im übrigen nationalsozialistischen Deutschen
Reich, erinnern, sondern auch an das Schicksal
all jener Menschen, die vor der Barbarei der Nationalsozialisten
flohen oder ihr zum Opfer fielen. Bremerhaven
war für viele Verfolgte die letzte Station in
Deutschland auf der Flucht ins Exil.
Die Bremerhavener Familie Schocken,
die zur jüdischen Gemeinde der Stadt gehörte und
am Ort zwei Kaufhäuser besaß, bot, solange sie
konnte, den von den National-sozialisten Verfolgten
Zuflucht. Jeanette Schocken verzichtete auf die
Flucht aus Deutschland, weil sie ihre schwer erkrankte
Tochter nicht verlassen wollte. Beide wurden am
17. November 1941 gemeinsam mit anderen Bremerhavener
und Bremer Juden nach Minsk deportiert und dort
ermordet.
Der Literatur-Preis, der den
Namen Jeanette Schocken trägt, so heißt es im
Statut von 1990, "soll ein Zeichen setzen gegen
Unrecht und Gewalt, gegen Hass und Intoleranz".
Die Stadt Bremerhaven hat sich
mit dem Statut in verbindlicher Form darauf festgelegt,
die Ziele des Preises zu unterstützen und materielle
Hilfe zu leisten.
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