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14.06.2001
Theologe Küng erhielt Ernst-Curtius-Preis für Essayistik


Der streitbare Schweizer Theologe Hans Küng hat am Mittwoch in Bonn für sein Lebenswerk den mit 15 000 Mark dotierten Ernst-Robert-Curtius-Preis für Essayistik erhalten. Mit dem Gelehrten sei ein Theologe und Autor geehrt worden, der wie kaum ein anderer in den vergangenen Jahrzehnten die öffentliche Diskussion innerhalb und außerhalb der Kirche mitbestimmt habe, lautete die Begründung der Jury. Den mit 7 500 Mark dotierte Curtius-Förderpreis erhielt die Bonner Journalistin Christiane Florin.

Mit seinem Beitrag zur Begründung eines Weltethos bemühe Küng sich um den Weltfrieden, sagte der sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) in seiner Laudatio. Der Theologe habe mit den von ihm formulierten Gedanken Kühnheit und «großen Mut» bewiesen. «Die Kirche muss den Weg in die moderne Welt gehen», forderte der Preisträger. Das Zentrum der katholischen Kirche in Rom nannte er «wenig sensibel» und «anmaßend». Er werde nicht aufgeben, eine Wende auf das Ursprüngliche des Christentums zu fordern, sagte der 73- jährige Küng.

Papst Johannes Paul II. hatte dem Theologen 1979 die kirchliche Lehrerlaubnis wegen Abweichens von der katholischen Lehre entzogen. Der Curtius-Preis wurde 1984 von der Universitätsbuchhandlung Bouvier in Bonn gestiftet.


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