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15.06.2001
Preis der SWR-Bestenliste für Katja Lange-Müller
Die Schriftstellerin Katja Lange-Müller erhält den mit 20 000
Mark dotierten «Preis der SWR-Bestenliste». Die Berliner Autorin
werde für ihre Erzählungen ausgezeichnet, vor allem für ihren Roman
«Die Letzten. Aufzeichnungen aus Udo Posbichs Druckerei», teilte
der Südwestrundfunk am Freitag in Baden-Baden mit. Der Preis wird
alljährlich von den Kritikern der SWR-Bestenliste vergeben.
Die Jury begründete die Auszeichnung
mit der «präzisen Beschreibung burlesker Alltagssituationen» durch
Lange-Müller. Unerschrocken habe sie der späten DDR den Spiegel
vorgehalten. Ihre Prosa sei kühn und komisch und behandele existentielle
zeitgeschichtliche Erfahrungen in einem unverwechselbar zugespitzten
Spiel.
Lange-Müller war Schriftsetzerin
in der DDR. Mit 17 wurde sie wegen «unsozialistischen Verhaltens»
von der Schule verwiesen. Sie arbeitete als Hilfspflegerin in der
psychiatrischen Frauenstation der Charite. 1984 siedelte sich nach
West-Berlin über. Zwei Jahre später erhielt sie den Ingeborg-Bachmann-Preis
für ihre Erzählung «Mauser - Die Feigheit vorm Feind». Für den Erzählband
«Verfrühte Tierliebe» wurde sie mit dem Alfred-Döblin-Preis ausgezeichnet.
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