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„Das
Buch ist wie ein Lebewesen. Es bildet sich wie
das Rauschen des Waldes immer stärker anwachsend,
und plötzlich beginnt es zu reden ...“
Doktor
Schiwago machte ihn unsterblich
Der russische Schriftsteller Boris Leonidowitsch
Pasternak wurde am 10.02.1890 in Moskau als Sohn
eines Malers und einer Pianistin geboren.
Beeinflusst
durch den Komponisten Scriabin und seine Mutter
studierte er Musik am Moskauer Konservatorium.
Dieses Studium brach er später ab und begann,
Philosophie zu studieren. Seine große Liebe
aber gehörte der Literatur.
Schon 1914 veröffentlichte er seinen ersten
Gedichtband „Zwilling in den Wolken“.
In dieser Zeit gehörte Pasternak zu einer
Literatengruppe innerhalb des Futurismus. In
den nächsten Jahren folgten weitere Lyrikbände,
z. B. „Meine Schwester das Leben“.
Anfang der 20er Jahre entstanden auch erste Prosaarbeiten.
Er veröffentlichte u. a. „Lüwers
Kindheit“ und „Briefe aus
Tula“.
1923
heiratete er die Malerin Jewgenija Muratowa.
1931
erschien die autobiografische Erzählung „Geleitbrief“.
Drei Jahre später, 1934, wurde er in den
Vorstand des sowjetischen Schriftstellerverbandes
gewählt. Im gleichen Jahr heiratete er seine
zweite Frau Sinaida Neuhaus. Ab 1935 lebte er
in der Schriftstellersiedlung Peredelkino bei
Moskau.
Seinen
Lebensunterhalt bestritt er zum großen Teil
durch Übersetzungen. Während des II.
Weltkrieges erschienen wieder zwei Lyrikbände
von Pasternak.
Von 1945 bis 1955 schrieb er sein bekanntestes
Werk, Doktor Schiwago, das die Wirren
der Revolutionszeit und des Bürgerkrieges
zeigt. Der Roman durfte in Russland wegen seiner
religiösen Aussage sowie seiner nicht systemkonformen
Auffassung der Revolution nicht erscheinen. Nach
der Erstveröffentlichung in Italien 1957
wurde Pasternak 1958 der Nobelpreis für Literatur
zugesprochen, auf den er auf Weisung der sowjetischen
Regierung verzichten musste.
Boris Pasternak wurde aus dem sowjetischen Schriftstellerverband
ausgeschlossen und zunehmend isoliert.
Am
30.05.1960 starb Pasternak in Peredelkino.
Auf dem kleinen Friedhof in Peredelkino wird sein
Grab immer noch von Lesern und Verehrern besucht.
(©
2004 Ulf Großmann für all-around-new-books.de)
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