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"Colette
ist das menschlichste Herz der modernen französischen
Literatur." (Marcel Proust)
Colette
wurde als jüngstes von vier Kindern 1873 in Saint-Saveur-en-Puisaye
in Burgund geboren und verbrachte dort die ersten
zwanzig Jahre ihres Lebens. In einer Idylle, zwischen
Pflanzen und Tieren, wuchs sie behütet auf und
entwickelte schon bald großes Interesse an der
Natur. 1893 heiratete sie Henri Gauthier-Villars
und ging nach Paris. Henri, der unter dem Pseudonym
"Willy" einfache Romane veröffentlichte, forderte
auch seine junge Frau zum Schreiben auf, weil
die beiden Geldsorgen hatten. Allmählich entdeckte
Colette die Literatur als Möglichkeit, ihr Leben
allein in die Hand zu nehmen. Ihre Claudine-Romane
wurden sofort zu Bestsellern und lösten in Paris
einen richtiggehenden Kult aus. Nach der Trennung
von ihrem Mann mußte sie sich ihren Lebensunterhalt
als Tänzerin und Schauspielerin verdienen. Dennoch
schrieb sie weiterhin täglich einige Seiten, unter
anderem als Kolumnistin der Pariser Zeitung Le
Matin. Mit deren Chefredakteur schloß sie 1912
ihre zweite Ehe. Zwar waren ihre ersten Romane
beim Lesepublikum auf spontane Begeisterung gestoßen,
die offizielle Kritik jedoch stand ihnen negativ
gegenüber. Vom Ruch des Enfant terrible, der ihr
seit dem Erscheinen der Claudine-Romane für lange
Zeit anhaftete, konnte sie sich schließlich mit
Romanen wie "Chéri" (1920) und "La chatte" (1933,
dt. Eifersucht) befreien, die nun auch bei der
Kritik großes Lob ernteten. So wurde Colette 1935
in die Académie Royale Belge und 1944 in die Académie
Goncourt gewählt. Mit 62 Jahren heiratete sie
ein drittes Mal: Maurice Goudeket. Als Colette
am 3. August 1954 starb, war sie ein berühmte
Schriftstellerin, die auch von großen Autoren
der Zeit geschätzt und verehrt wurde.
(©
Verlag Zsolnay)
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