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"Die
Zivilisation eines Landes erkennt man an den Männern,
die Kultur erkennt man an den Frauen."
Dichter und Professor
Der
italienische Schriftsteller Giosue Carducci wurde
am 27. Juli 1835 als Sohn eines Arztes in Valdicastello
(Toskana) geboren.
1849 zog die Familie nach Florenz. Dort besuchte
Carducci die Schule. Danach absolvierte er ein
Studium der Literatur in Pisa und arbeitete als
Rhetoriklehrer. Nach dem Tod seines Vaters verdiente
er mit Texten und der Herausgabe von Texten anderer
Dichter den Unterhalt für die Familie. Der Verdienst
reichte gerade zum Überleben.
1860 wurde Carducci auf den Lehrstuhl der Universität
Bologna berufen. Von da an arbeitete er für fast
50 Jahre als Professor für italienische Literatur.
Durch die Lehrtätigkeit hatte er endlich eine
materielle Sicherheit. Carducci war Dichter und
Professor zugleich. Er erarbeitete sich einen
Ruf als literarischer Erzieher der italienischen
Universitätsjugend und verfasste gleichzeitig
zahlreiche lyrische Werke und literarische Abhandlungen.
1899 erlitt Carducci einen Schlaganfall. 1904
gab er das Lehramt aus gesundheitlichen Gründen
auf. Ein Jahr vor seinem Tod erhielt Carducci
1906 den Literaturnobelpreis. Der von Vaterland-
und Freiheitsliebe durchdrungene Dichter erreichte
in seinen Werken eine poetische und stilistische
Meisterschaft, die ihm zum ersten Nobelpreisträger
Italiens machte.
Giosue Carducci starb am 16. Februar 1907 in Bologna.
(©
2002 Ulf Großmann)
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