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Autoren-Portrait/-Biografie - Bibliografie


Gottfried Benn

geb.

02.05.1886
in Mansfeld
gest. 07.07.1956
in Westberlin

 

 

"Ein Gedicht ist immer die Frage nach dem Ich."
(Gottfried Benn)

Arzt und Dichter

Der Autor und Arzt Gottfried Benn wurde als zweites Kind des evangelischen Pfarrers Gustav Benn und seiner Frau Caroline Jequier in Mansfeld (Westprignitz) geboren. Benn wuchs in den dörflichen Verhältnissen von Sellin/Neumark mit sechs Geschwistern auf.

Nach dem Ende der Schulzeit in Frankfurt/Oder begann Gottfried Benn ein Theologie- und Philosophiestudium in Marburg. 1905 wechselte er zur Medizin und studierte bis 1910 an der militärärztlichen Kaiser-Wilhelm-Akademie Berlin.
Ab 1911 war er als Unterarzt in einem Infanterieregiment tätig. Ein Jahr später nahm er aus gesundheitlichen Gründen seinen Abschied vom Militär und arbeitete an verschiedenen Berliner Krankenhäusern. In dieser Zeit entstanden erste expressio-
nistische Gedichte.
1912 erschien seine Gedichtsammlung "Morgue" und 1913 die Gedichtsammlung "Söhne".

1914 heiratete Benn Edith Osterlohe, die schon 1922 starb. Eine gemeinsame Tochter wurde 1915 geboren. Im 1. Welt-
krieg arbeitete Benn als Oberarzt im besetzten Brüssel. 1916 erschien seine Prosasammlung "Gehirne". Im darauffolgen-
den Jahr ließ er sich als Arzt für Haut- und Geschlechtskrank-
heiten in Berlin nieder. Gottfried Benn pflegte in dieser Zeit zahlreiche Freundschaften zu bedeutenden Künstlern. 1922 endete seine expressionistische Phase, und er suchte nach formaler Perfektion.

1932 wurde Benn Mitglied der Preußischen Akademie der Künste. Ab 1932 unterstützte er für kurze Zeit offen die nationalsozialistische Ideologie in Essays und Reden. 1934 distanzierte er sich aber von seiner Haltung. Ein Jahr später wurde er Stabsarzt in der Wehrmacht. 1938 wurde er auf Grund seiner jetzt kritischen Haltung zum Regime aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen. Dies kam einem Veröffentlichungsverbot gleich.
Im gleichen Jahr heiratete er Hertha von Wedemeyer, welche sich 1945 das Leben nahm.

Benn verbrachte die Jahre 1943 bis 1945 in Landsberg an der Warte. Während dieser Zeit entstand seine eindringlichste Lyrik, die er später als statische Gedichte zum Kern seines Schaffens erklärte. 1945 kehrte er nach Berlin zurück und begann wieder als Arzt zu praktizieren.

1946 heiratete Benn ein drittes Mal. Er ging die Ehe mit der Ärztin Ilse Kaul ein.
Erneute Beachtung in der literarischen Öffentlichkeit erfuhr Benn ab 1948 mit seinen Gedichtbänden "Statische Gedichte", "Trunkene Flut", "Fragmente" und "Destillationen". Er beeinflusste damit maßgeblich die deutsche Nachkriegslyrik.
1950 rechtfertigte er in seiner Autobiographie "Doppelleben" sein Verhalten während der Zeit des Nationalsozialismus.

1951 erhielt er den Büchner-Preis.

1956 feierte Benn seinen 70. Geburtstag. Im selben Jahr, am 7. Juli, starb er in Berlin an Krebs. Der Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen konnte ihm nur noch postum zuerkannt werden.

(© 2003 Ulf Großmann für all-around-new-books.de)

Auszeichnungen:

1951 Georg-Büchner-Preis
1956 Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen

Bibliografie -
Eine Auswahl seiner Bücher:

Werkausgabe I. Gedichte (TB)

Werkausgabe II. Prosa und Autobiographie in der Fassung der Erstdrucke (TB)

Werkausgabe III. Essays und Reden in der Fassung der Erstdrucke (TB)

Sämtliche Gedichte (HC)

Gedichte (TB)

Gesammelte Werke (HC)

Gesammelte Prosa (HC)

Fragmente - Destillationen - Apreslude (HC)

Der Ptolemäer (TB)

Trunkene Flut (HC)

Statische Gedichte (HC)

 

   

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