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„Der
Tourismus ist die Völkerwanderung der Neuzeit.“
Zwischen
Kirche und Sozialismus
Der isländische Schriftsteller Halldór
Laxness wurde am 23. April 1902 als Halldór
Kiljan Gudjónsson in Reykjavik geboren.
Seine Kindheit verbrachte er auf einem Bauernhof,
den sein Vater nahe der isländischen Hauptstadt
erworben hatte.
Es war der Hof Laxnes, nach dem der Schriftsteller
sich später nennen sollte. Das Gymnasium
verließ der 17-jährige 1919 ohne Abitur.
Noch im selben Jahr erschien sein erster Roman,
der romantische Liebesroman „Kind der Natur“.
Laxness
bemühte sich immer wieder um neue Orientierungen.
So reiste er in jungen Jahren viel. 1922 trat
er in ein Benediktinerkloster in Luxemburg ein.
Er wechselte vom evangelischen zum katholischen
Glauben. Als literarische Verarbeitung dieses
Schrittes entstand der Roman „Der große
Weber von Kaschmir“.
1927 begann Laxness eine mehrjährige Reise
durch Amerika. Seine Eindrücke schrieb er
in der Essaysammlung „Das Volksbuch“
nieder. Er war zum überzeugten Anhänger
des Kommunismus geworden und wandte sich in seinem
Schreiben jetzt überwiegend sozialen Fragen
zu. Anfang der 30er Jahre schrieb er den Roman
„Salma Valka“, 1934/1935 „Sein
eigener Herr“. In den Jahren 1937 bis 1940
arbeitet er an der Romantetralogie „Weltlicht“.
Eine
Reise in die Sowjetunion ließ ihn Ende der
30-er Jahre am Ideal des Sozialismus zweifeln
und leitete seine Abkehr von der Ideologie des
Kommunismus ein.
Mit der Geschichte und politischen Situation seiner
Heimat beschäftigte sich der in den 40-er
Jahren entstandene Roman „Islandglocke“,
dessen Handlung im 17. Jahrhundert spielte und
die Abhängigkeit Islands von Dänemark,
den Kampf um eine nationale Identität, beschrieb.
1945
heiratete er Audur Sveeinsdottir, mit der er auch
zwei Kinder hatte.
1948
erschien der politische Roman "Atomstation",
worin es um ein Abkommen mit den USA ging, das
Island zu einem militärischen Stützpunkt
der Amerikaner machte. 1952 erschien der Roman
„Gerpla“, der durch Bearbeitung einer
alten isländischen Saga entstand.
1955 erhielt Halldór Laxness den Nobelpreis
für Literatur. In seiner zweiten Lebenshälfte
durchzog seine literarischen Arbeiten ein stark
humanistischer Hintergrund ohne Ideologien.
Einige Theaterstücke von ihm blieben eher
erfolglos. Er lebte inzwischen zurückgezogen
mit seiner Frau.
Halldór
Laxness starb am 9. Februar 1998 in Reykjavik.
(©
2004 Ulf Großmann für all-around-new-books.de)
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