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Autoren-Portrait/-Biografie - Bibliografie


  

Jules Verne

geb.

08.02.1828
Nantes (Frankreich)

gest.

24.03.1905
Amiens (Frankreich)

Reise um die Welt in 80 Tagen


Zum 100. Todestag von Jules Verne am 24.03.2005

„Alles, was ein Mensch fähig ist zu ersinnen, werden andere fähig sein zu verwirklichen“, schrieb 1875 ein französischer Schriftsteller, der seiner Zeit weit voraus war. Sein Name: Jules Verne, der als Begründer der wissenschaftlich-phantastischen Literatur, als Urvater der Science Fiction gilt. Dass er nichts Unsinniges erdacht hatte, sondern viele technische Entwicklungen literarisch vorweg nahm, beweist die Anziehungskraft, die seine Bücher noch heute haben.

Am 8. Februar 1828 wurde Jules Verne in Nantes an der bretonischen Küste geboren. Der Vater war ein geachteter Rechtsanwalt, die Mutter eine musische Hausfrau. Also geordnete Familienverhältnisse, für den jungen Jules allerdings zu geordnet und zu beschränkt. Im Alter von elf Jahren versuchte er vergeblich, auf einem Schiff nach Indien anzuheuern. Schließlich gehorchte er seinem Vater und begann ein Jurastudium. Den angehenden Notar wider Willen zog es jedoch früh zur Literatur. Dabei befreundete er sich in Paris mit Alexandre Dumas dem Älteren (Autor von Die Drei Musketiere und Der Graf von Monte Christo) und beide schrieben gemeinsam Dramen und Opernlibretti. Sein Studium vernachlässigte er mehr und mehr, worüber die Familie keineswegs erfreut war.

Jules Verne sollte als ältester Sohn in die Fußstapfen seines Vaters treten und dessen Kanzlei übernehmen. Doch diese Hoffnung erfüllte sich nicht, stattdessen schlug sich der junge Mann einige Jahre als Sekretär eines Theaters durch. 1857 heiratete er eine Witwe, die zwei kleine Töchter mit in die Ehe brachte. Nun hatte er Familie und Verantwortung. In den folgenden Jahren entdeckte er seine Lust zu reisen und besuchte Schottland und Norwegen, wobei er jedes Mal mit wissenschaftlichen Reisenotizen zurückkehrte. 1863 erschien mit großem Erfolg sein erster Roman Fünf Wochen im Ballon, ein frei erfundener Bericht über eine Entdeckungs- und Forschungsreise von Sansibar bis Senegal, der sehr authentisch wirkte. Der Verleger war begeistert und bot ihm einen Zwanzig-Jahres-Vertrag an, der Verne die Abnahme von zwei Romanen jährlich garantierte. Dieser einzigartige Verlagsvertrag wurde in den späteren Jahren sechsmal verlängert. Jetzt war Verne finanziell abgesichert und er widmete sich fortan ausschließlich der Schriftstellerei und dem Reisen. Wo immer er die Möglichkeit hatte, sammelte er Informationen über naturwissenschaftliche Neuigkeiten und Entdeckungen. Es entstand ein gigantischer Zettelkasten mit rund 25.000 Notizen, die Basis für seine weitere Arbeit.

In schneller Reihenfolge schrieb er seine großen Welterfolge Reise nach dem Mittelpunkt der Erde, Reise um die Welt in 80 Tagen, Von der Erde zum Mond, Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer, Der Kurier des Zaren und Die 500 Millionen von Begum. Neben seiner Arbeit als Romancier unternahm Verne, der inzwischen mit der Familie nach Amiens gezogen war, große Reisen. Er verdiente mit der Schriftstellerei genug, um sich sogar ein eigenes Segelboot leisten zu können, mit dem er bis nach England und Spanien segelte.

Jules Verne war eine Berühmtheit geworden, mit Auszeichnungen und Orden überhäuft. Er wurde Stadtrat, Mitglied der Akademie der Wissenschaften und zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. Eine Papstaudienz und große Festlichkeiten zeugten weiterhin von seinem außerordentlichen Erfolg. Es gab aber auch Neider. So wurde er wegen angeblichen Plagiats auf Schadenersatz verklagt, doch der Prozess endete mit dem Freispruch. Bei einem Attentatsversuch durch einen nervenkranken Neffen wurde er ins Bein geschossen, was ein steifes Bein zur Folge hatte. Im Alter verschlechterte sich sein Gesundheitszustand. Er erblindete auf dem linken Auge, dazu kamen starke Sehstörungen auf dem anderen Auge. Alles eine Folge seiner schweren Diabetes-Erkrankung. Jules Verne verstarb am 24. März 1905 nach einem zweiten Diabetesanfall in Amiens. Er hinterließ ein mehr als 80 Titel umfassendes Werk, welches in viele Sprachen übersetzt und immer wieder neu aufgelegt wurde.

Im 19. Jahrhundert, zu Lebzeiten von Jules Verne, entwickelten sich Wissenschaften und Technik rasant. Es war ein aufregendes Jahrhundert der Industrialisierung, der Eisenbahnen und der Maschinen, es war die Zeit der beginnenden Elektro- und der Chemieindustrie. Große Expeditionen erkundeten die weißen Flecken auf dem Globus. Jules Verne führte alle diese, die Menschen bewegenden Fragen in die Literatur ein. Daneben war er auch ein Visionär, der U-Boote, Mondraketen, Hubschrauber, Elektromotor und Faxgerät vorweg nahm. Über manche seiner Visionen lächeln wir heute, doch die Anziehungskraft seiner Bücher liegt weniger in wissenschaftlichen Details sondern in ihrer tiefen Menschlichkeit.

Die anhaltende Popularität von Kapitän Nemo und all den anderen Helden ist besonders den zahlreichen Verfilmungen zu verdanken. Jules Verne gehört zu den meistverfilmten Romanautoren der Filmgeschichte. Vor allem mit dem Aufkommen der Breitwand-Filmformate in den 50-er Jahren stieg das Interesse an seinen Abenteuerromanen. Die wohl bekannteste Verfilmung ist die Reise um die Welt in 80 Tagen aus dem Jahr 1956, wo Filmstars wie David Niven (in der Rolle des britischen Gentleman Phileas Fogg), Shirley MacLaine und der Komiker Fernandel um den Erdball geschickt wurden. Auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts bereichert Jules Verne noch unser Fernsehprogramm.

(© 2005 Manfred Orlick für all-around-new-books.de)

Bibliografie -
Eine Auswahl seiner Bücher:

Die Jagd auf den Meteor (HC)

Die Reise zum Mond (Audio-CD)

Reise um den Mond (TB)

Die Kinder des Kapitäns Grant (TB)

Geheimnisse der Tiefe (HC)

Zwei Jahre Ferien (TB)

Jules Vernes In 80 Tagen um die Welt (Spiel)

In 80 Tagen um die Welt (HC)

Reise zum Mittelpunkt der Erde (TB)

20.000 Meilen unter den Meeren (TB)

Das Karpathenschloß (TB)

Bücher über Jules Verne:

Jules Verne von Volker Dehs (HC)

 

   

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