|
"Anspruchsvolle
behaupten nie, sie seien es, sondern wünschen,
dass man es ihnen anmerke."
Verkannt,
rätselhaft und hochgeschätzt
Der Schweizer Schriftsteller Robert Walser wurde
am 15.04.1878 als Sohn eines Kaufmannes in Biel
geboren. Nach der Schulzeit begann er eine dreijährige
Banklehre.
Seine ersten Gedichte veröffentlichte er 1898.
Nach einem erfolglosem Versuch als Schauspieler
in Stuttgart, verdiente Robert Walser seinen Lebensunterhalt
als Büro- und Bankangestellter in Zürich. 1905
siedelte Robert Walser nach Berlin über. Mit seinen
Texten erzielt er Achtungserfolge, konnte sich
aber nicht durchsetzen. Aus finanziellen Gründen
und mit dem Gefühl, gescheitert zu sein, kehrte
Walser 1913 nach Biel zurück. Dort schrieb er
Prosastücke und Erzählungen. Im Jahre 1921 siedelte
er nach Bern über und arbeitete als Bibliothekar.
In seiner freien Zeit schrieb er kurze Prosastücke
für Zeitungen.
Infolge einer Psychose kam Robert Walser 1929
in die psychiatrische Heilanstalt Waldau. 1933
wurde er in die Heilanstalt Herisau (Appenzell)
verlegt. Er gab das Schreiben vollständig auf.
Robert Walser starb am Weihnachtstag 1956 auf
einem einsamen Spaziergang im Schnee.
Obwohl seine anmutige Prosa von Herrmann Hesse,
Kurt Tucholsky und Franz Kafka geschätzt wurde,
blieb Walser Zeit seines Lebens verkannt. Heute
gilt er als einer der wichtigsten Schweizer Autoren.
(©
2002 Carlo Miller)
|