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Autoren-Portrait/-Biografie - Bibliografie


Roger Martin du Gard

geb.

23.03.1881
Neuilly-sur-Seine (Frankreich)

gest.

22.08.1958
Bellême (Frankreich)
 

„Um die wahre Natur eines Schriftstellers zu erfassen, braucht man sich nur die Mühe zu machen und seine Schriften durchzuwühlen; denn dort zeigt sich auch der getarnteste Künstler ohne Maske und lüftet, ohne dass er es will, sein Geheimnis.“

In humanitär-aufklärerischer Tradition

Der Schriftsteller Roger Martin du Gard wurde am 23. März 1881 in Neuilly-sur-Seine als Sohn einer Pariser Bürgerfamilie geboren.
Martin du Gard wuchs in Paris auf. Er besuchte das Gymnasium und begann im Anschluss daran ein Studium. Dieses musste er zur Ableistung seines Militärdienstes 1902 unterbrechen. 1905 schloss er sein Studium mit dem Diplom eines Archivars der Paläografie ab. Im folgenden Jahr heiratete er Helene Foucault.

Auffällig war schon damals Martin du Gards Interesse an Geschichte und Literatur. So nahmen seine schriftstellerischen Ambitionen zusehends mehr Raum in seinem Leben ein. Er besuchte Vorlesungen über die Psychiatrie, um sich Kenntnisse auf diesem Gebiet zu verschaffen.
Anfang des Jahres 1908 begann er seinen Roman „Devenir“, der noch im selben Jahr veröffentlicht wurde. Ihm folgte 1913 „Jean Barois“. Dieser Roman wurde häufig mit Tolstois Krieg und Frieden verglichen und machte Martin du Gard bekannt.
Durch seinen ehemaligen Mitschüler Gallimard lernte er André Gide kennen. Zwischen beiden entwickelte sich eine enge Freundschaft.

Den Ersten Weltkrieg erlebte Martin du Gard als Unteroffizier.
1920 zog er sich auf ein Landgut, das der Familie gehörte, zurück. Dort wollte er in Ruhe schreiben.
Nach einer Reihe kleinerer Werke erschien 1922 der erste Band seines Hauptwerkes „Die Thibaults“. In Abständen folgten weitere Teile. Der Romanzyklus, an dem er lange Jahre arbeitete, wurde zum Haupt- und Lebenswerk von Martin du Gard. Die „Thibaults“ wurde später auch verfilmt.

Seine literarischen Arbeiten standen in der Tradition des Realismus und des psychologischen Romans. Martin du Gard stellte seine Figuren vor dem jeweiligen geschichtlichen Hintergrund im Spannungsfeld verschiedener geistiger Strömungen dar.

1937 wurde dem Schriftsteller der Nobelpreis für Literatur und im selben Jahr auch der Literaturpreis der Stadt Paris verliehen.

Seine letzten Lebensjahre waren immer wieder von Krankheit überschattet. Am 23. August 1958 starb Roger Martin du Gard in Bellême/Dep. Orne.


(© 2004 Ulf Großmann für all-around-new-books.de)

Bibliografie -
Eine Auswahl seiner Bücher:

Die Thibaults. Die Geschichte einer Familie (HC, ISBN 3552016260)

Jean Barois (HC, ISBN 3446002162)

Das Geständnis (Sondereinband, ISBN 3924903913)

Sommer 1914 und Epilog (HC, ISBN 3552003258)

Enge Verhältnisse (HC, ISBN 3552015310)

 

   

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