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„Um
die wahre Natur eines Schriftstellers zu erfassen,
braucht man sich nur die Mühe zu machen und
seine Schriften durchzuwühlen; denn dort
zeigt sich auch der getarnteste Künstler
ohne Maske und lüftet, ohne dass er es will,
sein Geheimnis.“
In
humanitär-aufklärerischer Tradition
Der Schriftsteller Roger Martin du Gard wurde
am 23. März 1881 in Neuilly-sur-Seine als
Sohn einer Pariser Bürgerfamilie geboren.
Martin du Gard wuchs in Paris auf. Er besuchte
das Gymnasium und begann im Anschluss daran ein
Studium. Dieses musste er zur Ableistung seines
Militärdienstes 1902 unterbrechen. 1905 schloss
er sein Studium mit dem Diplom eines Archivars
der Paläografie ab. Im folgenden Jahr heiratete
er Helene Foucault.
Auffällig
war schon damals Martin du Gards Interesse an
Geschichte und Literatur. So nahmen seine schriftstellerischen
Ambitionen zusehends mehr Raum in seinem Leben
ein. Er besuchte Vorlesungen über die Psychiatrie,
um sich Kenntnisse auf diesem Gebiet zu verschaffen.
Anfang des Jahres 1908 begann er seinen Roman
„Devenir“, der noch im selben Jahr
veröffentlicht wurde. Ihm folgte 1913 „Jean
Barois“. Dieser Roman wurde häufig
mit Tolstois Krieg und Frieden verglichen
und machte Martin du Gard bekannt.
Durch seinen ehemaligen Mitschüler Gallimard
lernte er André Gide kennen. Zwischen beiden
entwickelte sich eine enge Freundschaft.
Den
Ersten Weltkrieg erlebte Martin du Gard als Unteroffizier.
1920 zog er sich auf ein Landgut, das der Familie
gehörte, zurück. Dort wollte er in Ruhe
schreiben.
Nach einer Reihe kleinerer Werke erschien 1922
der erste Band seines Hauptwerkes „Die Thibaults“.
In Abständen folgten weitere Teile. Der Romanzyklus,
an dem er lange Jahre arbeitete, wurde zum Haupt-
und Lebenswerk von Martin du Gard. Die „Thibaults“
wurde später auch verfilmt.
Seine
literarischen Arbeiten standen in der Tradition
des Realismus und des psychologischen Romans.
Martin du Gard stellte seine Figuren vor dem jeweiligen
geschichtlichen Hintergrund im Spannungsfeld verschiedener
geistiger Strömungen dar.
1937
wurde dem Schriftsteller der Nobelpreis für
Literatur und im selben Jahr auch der Literaturpreis
der Stadt Paris verliehen.
Seine
letzten Lebensjahre waren immer wieder von Krankheit
überschattet. Am 23. August 1958 starb Roger
Martin du Gard in Bellême/Dep. Orne.
(©
2004 Ulf Großmann für all-around-new-books.de)
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