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Inhalt:
Frankreich 1556: Die junge Sibille Artaud de la Roque flieht
nach einem Verbrechen zu ihrer reichen Tante nach Orléans.
Beim Einritt in die Stadt nimmt sie für einen Fremden ein
Paket an sich, von dem sich schnell herausstellt, dass es
sich um den Kasten mit dem Kopf des Herrn aller Wünsche, Meander
von Korinth, handelt. Unglücklicherweise öffnet Sibille den
Kasten und erblickt den Kopf, ist somit fortan seine Besitzerin,
der er überallhin folgt. Sein Ziel ist es, sie zum Aussprechen
eines Wunsches zu verführen, womit sie ihre Seele verlöre.
Erst nach ihrem Tod wird Meander einen anderen Besitzer akzeptieren.
Ursprünglich war der Kasten für Katharina von Medici, die
Frau des französischen Königs Heinrich II., bestimmt, die
natürlich bald erfährt, wer nun in dessen Besitz ist. So gerät
Sibille in die Intrigen des Hofes und anderer mächtiger und
machthungriger Personen, die alle danach gieren, sich Wünsche
erfüllen zu lassen.
Nicht zuletzt mit Hilfe des berühmten Nostradamus, den sie
durch Zufall kennenlernt, gelingt es ihr, all diesen Anfeindungen
zu entkommen.
Fazit:
Judith Merkle Riley beginnt den Roman mit verschiedenen, zunächst
unabhängigen Erzählsträngen, die sich durch das Interesse
der Charaktere an Meanders Kopf oder an Sibille jedoch bald
miteinander verbinden. Immer wieder wechselt die Autorin den
Schauplatz, wodurch der Leser mehr erfährt als Sibille, aus
deren Sicht eigentlich erzählt wird.
Man wird entführt nach Frankreich, in die Welt der Reichen
und Mächtigen des 16. Jahrhunderts. Intrigen und Zauberei
sind die Mittel, mit denen Macht und Geld gesichert werden
sollen. In diesen Sumpf geraten Sibille und ihre Tante, die
durch ihre Unerschütterlichkeit einer der interessantesten
Charaktere des Buches ist.
Eine getreue Übersetzung des Titels: "Herr aller Wünsche"
wäre dem Buch mehr gerecht geworden als der vom Verlag gewählte,
denn der Kopf Meanders steht absolut im Mittelpunkt der Geschehnisse.
Zwar spielt auch Nostradamus mit seinen Fähigkeiten und Vorhersagen
eine nicht unwichtige Rolle, doch er ist keiner der Hauptcharaktere,
wie man vermuten könnte. Sehr gelungen als Schlusswort ist
der Bericht rund um die Wiedergabe einer seiner, in die heutige
Zeit reichender Visionen. Vorwiegend die weibliche Leserschaft
wird mit diesem historischen Roman, der auch viel mit Magie
und übersinnlichen Phänomenen zu tun hat, einige entspannende
Stunden verbringen.
(©
2001 Stefanie Brink für all-around-new-books.de)
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