|
Inhalt:
Superintendant Natalie Price hat einen Job, bei dem
sie sich auf ihre Menschenkenntnis verlassen muss: Als
Leiterin von Horizon House bereitet sie Schwerverbrecher
auf die Haftentlassung vor. Sie ist es, die über Urlaub
und Freigang entscheidet. Eine Fehl-einschätzung kann
schlimme Folgen haben.
Dean Walsh sitzt bereits seit acht Jahren wegen Vergewaltigung
im Gefängnis und hat schon immer seine Unschuld beteuert.
Natalie hat keine Bedenken, ihm Freigang zu gewähren.
Doch als Natalies beste Freundin Maggie ermordet wird
und Dean untertaucht, beginnt sie an sich selbst zu
zweifeln: Nicht nur in Dean scheint sie sich geirrt
zu haben, auch Maggie führte ein verborgenes Leben,
ja nicht einmal Natalies Kollegen und ihr eigener Mann
sind, was sie scheinen. Und als Natalie suspendiert
wird, ist allein auf Detective Leo Coscarelli Verlass,
denn unter all den Verdächtigen und Verrätern befindet
sich ein Mörder.
(©
2001 Scherz Verlag)
Fazit:
Elise Title hat vor ihrer schriftstellerischen Laufbahn
als Psycho-therapeutin im Strafvollzug gearbeitet. In
ihrem dritten Roman "Judas" greift Elise Title
das Problem der Wiedereingliederung von Strafgefangenen
auf und verarbeitet die Thematik zu einem Thriller,
der weniger von hochspannenden Plots oder dem berühmten
Nervenkitzel lebt, als vielmehr vom spannungsreichen
Innenleben der darin auftretenden Personen.
Da
ist zum einen die Hauptperson Dean. Er soll ein Mädchen
vergewaltigt haben, wird dafür verurteilt, beteuert
aber hartnäckig seine Unschuld. Niemand - außer
seiner Schwester - glaubt ihm.
Dann ist da Natalie, deren Mann Ethan sie gerade wegen
einer Jüngeren verlassen hat. Hinzu kommt die Angst,
einen Fehler zu begehen, wenn sie Dean Freigang gewährt.
Maggie, ihre exzentrische Freundin, gibt Literaturseminare
und unterrichtet auch Dean, der wiederum von ihr sehr
angetan ist. Und da ist noch Alison, die er angeblich
vergewaltigt haben soll. Auch sie verbirgt ein Geheimnis,
das sie letztendlich ihr Leben kosten soll.
Natalie
gewährt Dean die Erlaubnis zum Freigang. Kurze
Zeit später findet man Alison und Maggie tot auf.
Die alles entscheidende Frage "War er's oder nicht?"
zieht sich wie ein roter Faden durch das Gefühlsleben
aller an diesem Fall Beteiligten.
Elise
Title versteht es hervorragend, Zweifel zu streuen,
sie wieder aufzulösen, um sie schließlich
bei ihren Protagonisten doch unterschwellig brodeln
zu lassen. Hinzu kommen starke Gefühle wie Unsicherheit,
wie Angst, genauso wie Verletzlichkeit. Wie die Geschichte
tatsächlich ausgeht, will ich an dieser Stelle
nicht verraten. Eins sei gesagt: Wenn Sie dieses Buch
lesen, machen Sie sich auf alles gefasst, was in der
Seele eines Menschen stecken kann!
(©
2001 Evelyn Schaust-Weber)
******************************************************************************
Sie
haben das Buch gelesen und wollen einen Kommentar
abgeben? Dann bitte hier
entlang ...
|