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Inhalt:
Sutter, ein ehemaliger
Gerichtsreporter, seit kurzem Witwer, wird Abend für Abend
und immer um dieselbe Zeit von einem anonymen Anrufer heimgesucht
– und schließlich, bei einem Spaziergang, angeschossen. Nach
seiner Genesung macht er sich auf, den Täter zu finden, und
ist rasch in den Spuren einer alten Geschichte: in einem Gerichtsprozeß,
in den er vor Jahren als Beobachter geraten und in dem es
für alle Beteiligten um Tod und Leben gegangen war.
Im Erinnern und minutiösen
Wiederherstellen von längst Vergangenem erfährt Sutter, daß
seine Frau Ruth mit ihrem Freitod Geheimnisse hinterlassen
hat – die er nun zu befragen und zu entwirren hat. Im kleinen
Kosmos seiner Umgebung, die sich fortschrittlich wähnt und
freundlich gibt, stößt Sutter auf alle die Fallen, in die
er zeitlebens immer wieder getappt war. Sein Lebensroman,
den er bald vor sich sieht, gleicht einem Krimi, in dem er
die Rolle des Täters wie die des Opfers nur allzu gern zu
spielen bereit war.
Mit Sutters Glück hat Adolf
Muschg ein großes Buch geschrieben. Ein Buch, das von Liebe
und Einsamkeit, von Freundschaft, Sehnsucht und Trauer, von
allen Wegen und Irrwegen, auf denen sich Männer und Frauen
begegnen, erzählt. Ein Buch, in dem die Menschen versuchen,
in jedem Alter, zu jeder Zeit das Glück zu jagen, auch wenn
es von seinem Gegenteil nicht immer zu unterscheiden ist.
(©
2001 Suhrkamp Verlag)
Fazit:
Ruth, die Frau Sutters, ist unheilbar an Krebs erkrankt und
begeht Selbstmord. Sutter ist nun allein und versucht irgendwie
zurechtzukommen - mit sich und seinem Leben. Dann sind da
die nächtlichen Telefonanrufe - immer zur gleichen Zeit.
Schließlich wird er auf einem Waldspaziergang sogar
angeschossen und ins Krankenhaus eingeliefert. Im Laufe seiner
äußerlichen Gesundung wird er im Inneren immer
"ungesunder. Er hinterfragt sein bisheriges Leben, zieht
Bilanz. Was da zum Vorschein komt, gefällt ihm gar nicht.
Als Gerichtsreporter hat er mit seinen Artikeln und Biografien
der Prozessbeteiligten Urteile beeinflussen können. Dass
dies eine ungeheure Anmaßung war, wird ihm jetzt so
richtig bewusst wie weitere Irrtümer seines Lebens. Aber
mittlerweile ist er nicht einmal mehr fähig, sein eigenes
Leben positiv zu beeinflussen. Er geht zum Sterben - wie schon
seine Frau - in den See ...
Die Vereinsamung eines Menschen,
das Abkapseln von der Außenwelt, ist das Hauptthema
dieses Romans. Sprachlich sicher interessant, wenngleich auch
manchmal allzuviel verschachtelte Sätze eher Verwirrung
stiften, den Lesefluss und damit auch das Einfühlen in
Personen behindern. Das Glück, von dem im Titel die Rede
ist, scheint im ganzen Roman absolut auf der Strecke geblieben
zu sein!
(©
2001 Evelyn Schaust-Weber)
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