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Inhalt:
Für Goethe waren Lexika
die großen Krambuden der Literatur, wo jeder einzelne sein
Bedürfnis pfennigweise nach dem Alphabet abholen kann. Nach
Ernst Günter Tange hingegen sollen Lexika witzig sein. Beim
Durchblättern seines Buches "Der boshafte Zitatenschatz"
wird dem Leser schnell klar, dass er dieser Devise treu geblieben
ist. Boshaftigkeit, Zynismus, Sarkasmus, Ironie der ca. 8000
gesammelten Aphorismen sind unübertroffen und ein fulminantes
Ergebnis einer mehr als vierzig Jahre andauernden Zitate-Sammelleidenschaft.
Als "Definitionen, denen
zum Glück die Perfektion fehlt", will Tange seine Zitate verstanden
wissen. Auslöser für seine Passion des Bonmot-Sammelns war
eine englische Definition des Wortes Flirt, die lautete: attention
without intention. Voll Freude über diese wunderbare Phrase
begann Tange einen lebenslangen Flirt mit Zitaten. Zunächst
begann er, in Ringbüchern geistreiche, witzige und hintersinnige
Sentenzen zu sammeln, bis er dieses System perfektionieren
musste und sich für ein Karteikastensystem entschied, um der
Flut der Zitate Herr zu werden. Heute besitzt er etwa 28 Zettelkästen
à 1000 Zitate, alphabetisch nach Begriffen und Sachgebieten
kategorisiert.
Auf über 588 Seiten versammelt
Tange in dem vorliegenden Buch sorgfältig ausgewählte Zitate
von A wie Aphorismus bis Z wie Zitate, Formulierungen mit
Pfiff und Pointen. Eine wunderbare Spielwiese für boshafte
Sentenzen bieten die Bereiche Liebe, Erotik, Männer und Frauen.
Ein besonders unterhaltsames
Lexikon für originelle Reden und Beiträge oder einfach nur
ein Buch zum Schmökern und Amüsieren. Oder wie es zum Stichwort
Zitaten-Lexikon heißt:"Ein Mosaik des Universums, zusammengefügt
aus Steinen der Weisen."
(©
2001 Eichborn Verlag)
Fazit:
Wussten Sie schon, wie man einen Finanzminister definieren
kann? Paul Ramadier sagte, ein Finanzminister sei ein gesetzlich
autorisierter Taschendieb. Und Carlo Franchi definierte ihn
so: eine seltsame Personalunion von Milchkuh, Hamster und
Kettenhund der Regierung. Und gar jemand bezeichnet das Finanzamt
als eine Institution, die bewirkt hat, dass Reisende nicht
mehr ihre Sekretärin als Ehefrau, sondern ihre Ehefrau
als Sekretärin ausgeben.
Tja, wenn Sie
für ganz spezielle Fälle mal was äußerst
Treffendes brauchen, hier finden Sie es bestimmt.
(©
2001 Evelyn Schaust-Weber)
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