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Inhalt:
Eine
Expedition auf den Berg der drei Höhlen. Über Nacht!
Das ist eine tolle Idee vom Großvater. Nur die Eltern
seiner vier kleinen Enkel dürfen davon nichts wissen.
Eltern machen sich immer gleich Sorgen ...
Der
große schwedische Schriftsteller Per Olov Enquist erzählt
von den rührend-komischen Abenteuern mit einem Großvater,
wie ihn sich alle Kinder wünschen.
(©
2003 Carl Hanser Verlag)
Fazit:
Doch,
sie mag ihren Papa, sehr sogar. Aber manchmal kann er ganz
schön ätzend sein, dann nämlich, wenn er mit
tiefer, aber genervter Stimme sagt: "Mina, versuch doch
zu verstehen. Du hast geträumt." Dabei muss die
sechsjährige Mina es doch wissen: Sie war dabei, ihr
Papa nicht, als sie in der Nacht von einem Krokodil in den
Po gebissen wurde. Und er will ihr einreden, sie habe einen
Mückenstich.
Wie
immer in solchen Fällen, wenn Papa oder Mama mal wieder
gar nichts verstehen, gibt es eine Notrufnummer, die von ihrem
Großvater. Der erzählt immer solche Pupswitze,
die Mama gar nicht mag, und vor allem weiß er immer
einen Rat. Als Mina ihm erzählt, was ihr in der Nacht
passiert ist und dass sie jetzt Angst hat, macht Opa den Vorschlag,
gemeinsam mit ihrer Schwester und den zwei Kussis (die Kinder
ihres Onkels) den tausend Meter hohen Dreihöhlenberg
zu besteigen. Wenn sie diese Bergtour hinter sich haben, wird
es für alle Beteiligten keine Angst mehr in der Nacht
geben. Gesagt, getan. Die Expedition wird tagelang vorbereitet.
Da es sich um einen mehrtägigen Ausflug handelt, muss
zunächst ein Basislager mit Proviant errichtet werden.
Mit Isomatte, Schlafsäcken und Regenjacken bepackt, geht's
dann endlich los.
Durch
unvorhersehbare Ereignisse, die auch Großvater nicht
bedenken konnte, wird die geplante Bergwanderung zu einem
echten Abenteuer mit Regengüssen, Bären und Wölfen;
ja, es geht beinahe um Leben und Tod, und am Schluss gibt
es nur noch die Rettung aus der Luft. Nach diesem wirklich
gefährlichen, nervenaufreibenden, doch letztendlich in
der Gruppe mit vereinten Kräften bestandenen Erlebnis
ist das Krokodil, das nachts in den Po beißt, für
Mina tatsächlich wie aus einer früheren Zeit. Da
hatte Opa also wieder einmal Recht behalten.
Per
Olov Enquist zählt zu den berühmtesten schwedischen
Autoren und ist auch bei uns durch Theaterstücke, vor
allem aber durch zahlreiche Romane bekannt geworden. "Großvater
und die Wölfe" ist sein erstes Kinderbuch. Er hat
es, wie er sagt, für seine vier Enkel geschrieben. Es
ist eine witzige, spannende, ja aufregende Abenteuergeschichte
(unsere Leseempfehlung: ab 8 Jahre) über einen kauzigen
Großvater, der die Gabe besitzt, die Sprache seiner
Enkel zu verstehen, das heißt, ihre Probleme zu erkennen,
die den Eltern oft verborgen bleiben.
Völlig
unverständlich und durch nichts in der Geschichte zu
begründen, ist die Hetze gegen die Deutschen, die früher
"böse" waren und Krieg führten, heute
allerdings "nett" sind und seine Bücher kaufen.
Und die Wilderer in den Bergen, die verbotenerweise Tiere
erlegen, kommen aus Hannover. Wäre dieses Buch 1953 erschienen,
hätte niemand in unserem Land daran Anstoß genommen.
Im Jahr 2003 und drei Generationen nach dem schrecklichen
Nazi-Terror erscheint mir diese antideutsche Spitze eines
EU-Bürgers gegen ein anderes Mitgliedsland reaktionär
und stammtischhaft. Dafür ist der Autor eigentlich zu
klug.
(©
2004 Hartmut Faustmann für all-around-new-books.de)
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