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Jetzt bestellen: "Mai-Linh. Wenn aus Feinden Freunde werden"


 


 

Kinderbuch

 
Mai-Linh - Wenn aus Feinden Freunde werden
Autorin: Carolin Philipps
Lesestufe: ab 10 Jahre
Taschenbuch, 117 Seiten
erschienen: August 2001
Ueberreuter
ISBN: 3-8000-2786-0
Preis: 9,90 Euro / 16,70 SFR
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Inhalt:
Um ihre immer schlechteren Leistungen in der Schule zu verbessern, soll Mai-Linh bei einer Nachbarin und deren Sohn Dennis zu Mittag essen und dann in der eigenen Wohnung lernen, denn im Restaurant ihrer Eltern, wo der Rest der Familie arbeitet, ist es zu laut zum konzentrierten Arbeiten.
Mai-Linh ist begeistert. Nicht nur weil sie jetzt Zeit für sich hat, sondern vor allem, weil sie täglich Dennis, den Schwarm aller Mädchen der Klasse, treffen wird. Doch der ist von dem Mittagsgast alles andere als begeistert, was er deutlich zeigt, auch indem er Mai-Linh als "Reisfresserin" beschimpft. Nachdem sie und das afrikanische Nachbarmädchen Cindy mehrfach ausländerfeindliche Schmierereien an ihren Wohnungstüren gefunden haben, beschließen sie, gemeinsam gegen Dennis vorzugehen.
Eine Gefangensetzung im Keller entlockt ihm kein Geständnis, denn er hat mit der Sache nichts zu tun und somit auch nichts zuzugeben. Trotzdem war das Kidnapping ein Erfolg, denn nun haben sie in Dennis und seinen Freunden Verbündete zur Aufklärung der Schmierereien. Sie finden den wirklich Schuldigen, doch alles läuft ganz anders als geplant.


Fazit:

Thema dieses Buches ist die Ausländerfeindlichkeit in Deutschland, stark geschürt durch die Neonaziszene.
Mai-Linh ist ein elfjähriges Mädchen, hier als Tochter zweier Vietnamesen geboren und aufgewachsen. Bisher war sie noch keiner Fremdenfeindlichkeit begegnet, ist in der Schule akzeptiert und hat Freundinnen. Den Schmierereien steht sie eher ärgerlich und überrascht als ängstlich gegenüber.
Zu Beginn wird die Mentalität und strenge Familienhierarchie der Linhs anhand von kleinen Situationsbeschreibungen gut veranschaulicht. Leider geschieht dies nicht in Bezug auf die Gefahr, die durch die Urheber der Schmierereien für Ausländer ausgeht, noch bezogen auf den Wandel Mai-Linhs von einem braven Mädchen zu einem Kind, das sich über viele Regeln hinwegsetzt. Dadurch fehlt dem Roman ein wenig die Tiefe, die eine Identifikation des Lesers mit den Charakteren ermöglicht.
Unbedingt lobenswert ist dagegen die Handlung. Ereignisse, Gedanken, Gefühle und Taten der Figuren wirken nicht konstruiert, sind realistisch, altersgemäß und passen zueinander. Das Thema der Ausländerfeindlichkeit wird nicht einspurig betrachtet: Mai-Linhs Mutter möchte ihren Kindern den Umgang mit anderen Ausländern verbieten, sie sollen sich ausschließlich deutsche Freunde suchen. Anhand einer weiteren Figur wird sehr gut gezeigt, wie und warum junge Menschen in die Neonaziszene geraten können und, dass es schwer ist, wieder auszusteigen. Ob Kinder das Ende als ebenso offen empfinden wie ein erwachsener Leser, ist nicht gewiß. Zwar ist die Geschichte abgeschlossen, doch das Leben geht weiter und die Neonazis in der Stadt sind noch da.


(© 2002 Stefanie Brink für all-around-new-books.de)


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