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Rückentext:
Die
Astrologie, die Urmutter aller Wissenschaften, stößt
bis heute auf gläubige Zustimmung wie entschiedene Ablehnung.
Für die einen bloßer Aberglaube, ist sie für
andere der Schlüssel zum Verständnis von Welt und
Schicksal. Was vielen Befürwortern und Kritikern der
Sterndeutung jedoch fehlt, ist die Kenntnis ihrer Geschichte
und komplexen Symbolik. Die Astrologie ist ein kunstvolles
Gedankengebäude, das im Laufe von Jahrtausenden entstand
und die Deutung zahlreicher geheimnisvoller Zusammenhänge
erlaubt.
Peter
Berlings umfassende Darstellung des astrologischen Denkens
führt von den Kulturen der Antike bis in die Gegenwart.
Der Tierkreis und seine Zeichen werden systematisch und konstruktiv
erklärt; ebenso zeigt der Autor die Irreführung
und den Missbrauch astro-logischer Bilder auf.
Sachkundig,
erzählerisch brillant und üppig illustriert - das
neue Standardwerk zur Astrologie!
(©
2002 Ullstein Verlag)
Pressestimmen:
"Als
ich vor längerer Zeit ein Fernsehinterview mit Peter
Berling sah, wunderte ich mich, wie gut dieser Mann, der als
Filmregisseur, Schauspieler und als Schriftsteller historischer
Romane bekannt ist, in der Astrologie bewandert war. Seit
ich aber sein Buch ZODIAK in den Händen halte, wundert
mich nichts mehr. Es ist eines der brillantesten Bücher,
das je von einem Nichtastrologen über die Astrologie
geschrieben wurde.
Wer Hintergrundwissen sucht, wer sich mit der Geschichte und
Entwicklung dieses großartigen Welterklärungsmodells
befassen möchte, das Mensch und Kosmos in Einklang bringt,
findet hier wirklich eine Schatztruhe. Das Buch ist von hoher
Ästhetik, reichhaltig und farbig bebildert und in einer
wunderbaren Sprache geschrieben. Von den Sternengöttern
am Ende des Matriarchats bis zur Astrologie der Neuzeit
eine spannende Lektüre über ein faszinierendes Thema."
(Empfehlung und Originalzitat von Hajo Banzhaf - Tarotexperte
und Autor von Büchern über Tarot und Astrologie
- im Kundenkatalog März 2003, Seite 8 der Fa. Astronova)
Buchbesprechung - Rezension:
Berlings
Buch enttäuscht - sowohl vom Inhalt her als auch von der Form.
Zunächst macht es einen guten Eindruck: Reich illustriert
liegt es gewichtig in der Hand. Ich glaubte, es mit einem
schön aufgemachten und umfangreichen Werk über die Geschichte
der Astrologie zu tun zu haben. Dann folgte die Realitätskontrolle.
Und die war grausig.
Begründung:
Die Bilder dienen lediglich dem Zweck, die Seiten-zahl des
Buches aufzublasen. Dem selben Ziel dient auch der weit auseinandergezogene
Zeilensatz. Das Buch hat 447 Seiten. Ziehen wir davon den
Anhang ab, bleiben noch 365 Seiten. Die Hälfte ist mit beliebigen
und belanglosen Bildchen gefüllt. Bleiben rund 180 Seiten.
Schrumpfen wir die aufgeblasene Typographie - großer Zeilenabstand
und großes Schriftbild -, bleiben 120 Seiten. Streichen wir
alle inhaltslosen Leerformeln - beispielsweise: "schon, etwa,
sicher, aber, gewiss" -, erhalten wir hundert Seiten. Ziehen
wir jede Seite ab, die einen Fehler enthält, so bleiben vielleicht
50 Sei-ten. Und für 50 Seiten Gefasel soll jemand, der seine
5 Sinne bei-sammen hat, 30 Euro zahlen?
Der Autor ist kein Astrologe. Das merkt man. Und er gibt es
auch selbst zu. Andererseits muss man kein Astrologe sein,
um über Astrologiegeschichte zu schreiben. Man müsste aber
wenigstens in der Geistesgeschichte fit sein. Die gesamte
Geistesgeschichte ist durchdrungen von astrologischem Gedankengut,
ein einziges Beispiel nur: Leonardo da Vincis Abendmahl -
hier ist jeder Jünger als typischer Vertreter eines Tierkreiszeichens
dargestellt. Die Geschichte der Astrologie ist riesig. Unmöglich,
sie in einem einzigen Buch darzustellen. Also muss man sich
beschränken. Beschränken auf das Wichtigste. In dem zu besprechenden
Buch fehlt astrologisch Wichtiges und anderes wird breitgetreten.
Über seine Auswalzung des 12 Jahre währenden 1000-jährigen
Reiches schreibt der Autor selbst: "Seine Darstellung im
Rahmen einer Geschichte der Astrologie mag übergewichtet anmuten
...".
Recht hat er. Warum tut er es dann? Wenn er hier wenigstens
den Astrologen genannt hätte, der zu Beginn der Dreißiger
Jahre den Aufstieg des österreichischen Gefreiten vorhersagte
und unter anderem einen tiefen Fall Deutschlands ab 1941 nebst
Selbstmord eben dieses österreichischen Gefreiten 1945. Dies
war ja ein ganz wichtiges Motiv für die Astrologenverhaftungen
1941.
Der
Autor verwendet jede Menge sinnloser Füllwörter. Ein Beispiel
von Seite 185: "Erst Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe
(1749 -1831) nahm sich der verstoßenen Schwester wieder an,
ohne im Grunde allerdings besonders hilfreich zu wirken."
Hier könnten sechs Füllwörter gestrichen werden. Ist er nach
Umfang honoriert worden? Er befleißigt sich eines Stiles,
der in den aus Hamburg kommenden illustrierten Blätter ganz
lustig ist (Satzbeginn mit "auch, schon, aber, nachdem"),
der aber in einem Buch nur von Kurzatmigkeit und mangelnder
geistiger Durchdringung zeugt.
Es ist mir unverständlich, wie der Autor behaupten kann, an
diesem Erguss zwei Jahrzehnte gearbeitet zu haben. Ein weiteres
Beispiel für den unerträglichen Stil des Verfassers: "Eines
sollte er sich allerdings bei diesen nicht denkbaren Bildern
vor sein verborgenes Auge halten." (Seite 355, letzter
Absatz). "Allerdings": eines der völlig überflüssigen
Füllwörter, die der Verfasser bis zum Erbrechen benutzt. Wie
soll ich mir etwas vor ein verborgenes Auge halten? Wie soll
ich ein Bild sehen können mit einem verborgenen Auge? Wie
soll ich ein nicht denkbares Bild sehen können? Mit einem
verborgenen Auge? Sätze wie der zitierte machen das gesamte
Buch aus. Der Autor sollte mal die gute alte "Stilfibel" von
Ludwig Reiners lesen. Oder die Werke von Wolf Schneider. Wenn
der Autor so denkt, wie er hier schreibt, dann gute Nacht.
Zwischenergebnis:
von der sprachlichen Form her grausig. Wie sieht es
mit dem Inhalt aus? Die Hervorbringung verspricht im Untertitel
die Geschichte der Astrologie. Davon hat der Autor soviel
Ahnung wie die Kuh vom Eistanz. In diesem Buch sind mehr Fehler
als Windows 98 Bugs hat.
Ein paar Beispiele:
- "Früheste
bekannte Spuren von der Lehre vom Wirken der Sterne finden
sich bei den sumerisch-akkadischen Völkern Babylons, im
heute irakischen Zweistromland, seit etwa dem dritten Jahrtausend
vor Christus." Richtig ist, dass die bislang älteste
uns überlieferte Darstellung eines Tierkreises aus Nordwestafrika
kommt und zu datieren ist auf 10 000 Jahre vor Christus.
Dies hätte der Autor nachlesen können auf Seite 24 in einem
1983 erschienenen Standardwerk über Astrologie von Gertrud
Hürlimann.
-
Der Autor erwähnt Cicero. Natürlich nennt er mit keinem
Wort den Namen des damaligen Universalgelehrten: Ciceros
Freund und Berater P. Nigidius Figulus, römischer Senator,
Neuphytagoreer, Polyhistor und Okkultist. Er war der damalige
Universalgelehrte, kannte die babylonischen Texte und beein-druckte
seine Zeitgenossen mit spektakulären Prognosen. Gelernt
hatte er die Astrologie bei Posidonius (etwa 135 bis 51
v. Chr.), in dessen Schule auf Rhodos er mit Cicero zusammen
studiert hatte. Posidonius war Bewunderer der Lehren Platos
und erachtete dessen astrologisches Werk Timaios als Kernpunkt
der platonischen Gedanken.
-
Berling erwähnt Morin mehrmals, aber er unterschlägt die
wichtige Information, dass Morin der Astrologe von Kardinal
Richelieu und von Mazarin war. Angenommen, Sie, verehrter
Leser, würden ein Buch über die Geschichte der Astrologie
schreiben, würden Sie dann nicht die Information liefern,
dass Richelieu - immerhin einer der Väter des heutigen Frank-reichs
und ganz bestimmt nicht einer der Dümmsten - sich astrologisch
beraten ließ?
-
Wie wichtig ist im Zusammenhang mit Astrologiegeschichte
die Tatsache, dass der Kanzler der Sorbonne und nach-malige
Kardinal Pierre D´Ailly von Frankreich die Reformation in
ihren Grundzügen vorhersagte und im Jahre 1414 erklärte,
es werde 1789 in Frankreich gewaltige Unruhen geben? Schon
wichtig, oder? Autor Berling erwähnt dies mit nicht einem
Wort.
-
Sommer 1559 befahl der französische König Heinrich II. bei
einem Turnier seinem Gegner, ein drittes Mal gegen ihn anzutreten.
Dies war regelwidrig. Heinrich II. wiederholte in scharfen
Worten seinen Befehl. Obwohl er die schriftliche Vorhersage
Gauricus aus dem Jahre 1555 kannte. Gauricus hatte unter
anderem die Niederlage Franz des I. bei der Schlacht von
Pavia vorausgesagt. Für Heinrich den II. war für Sommer
1559 die Prophezeihung des Gauricus: Der König kommt
durch Kopfverletzung bei einem Einzelkampf an geschlossenem
Ort in Lebensgefahr. Jeder verstand, was mit dieser
diplomatischen Ausdrucksweise gemeint war. Heimlich bereitete
sich der französische Hof auf den Herrscherwechsel vor.
Ebenfalls im Jahre 1555 veröffentlichte der noch unbekannte
Michel de Notredame: "Der junge Löwe wird den alten überwinden.
Auf dem Kampffeld durch ein einziges Duell. Im goldenen
Käfig wird er ihm die Augen durchbohren. Zwei Wunden werden
zu einer. Danach stirbt er einen grausamen Tod." Heinrich
der II. wurde sofort erkannt an der Beschreibung seines
goldenen Helms mit dem Löwen darauf. Folge des dritten Gangs:
10 Tage später starb der König qualvoll. Lanzensplitter
hatten durch Visier und Auge sein Gehirn durchbohrt. Notredame
hatte damit seinen Ruhm gemacht. Gauricus war schon berühmt.
Das Werk des Gauricus heißt "Opera Omnia" (die Werke
von Allem; das Wirken von allem - geniales Wortspiel übrigens!)
und ist erhalten. Jetzt kommt die 100.000 €-Frage: Was meinen
Sie, hat der Autor des hier zu besprechenden Buches über
Heinrich II. zusammen mit Gauricus erwähnt? Sie haben Recht.
Hat er nicht.
-
Christopher Kolumbus ließ nach dem Auslaufen seiner Schiffe
vor dem Hafen ankern, weil er den astrologisch günstigsten
Zeitpunkt für sein Unternehmen abwarten wollte. Erfahren
wir das in dieser sogenannten "Geschichte der Astrologie"?
Die Frage stellen heißt sie verneinen.
-
Der Autor behauptet, die Astrologie war tot im 19. Jhdt.
in Deutschland. Das war sie mitnichten. Wahr ist, dass der
letzte astrologische Lehrstuhl in Erlangen in den 30-er
Jahren des 19. Jahrhunderts geschlossen wurde. Gleichzeitig
errechnete sich der Münchener Tischler Carl Vogt (1813 -
1860) nach seinem günstigen Horoskop auf Grund seiner astrologischen
Studien einen großen Lotteriegewinn nach dem anderen. Er
erlangte deutschlandweit Berühmtheit.
-
Berling versäumt, bei seiner vorgeblichen Darstellung der
Hamburger Schule deren Transneptuner Vulkanus bei den Symbolen
abzubilden. Also zeigt er nur sieben Symbole. Dabei weiß
jeder, der sich nur mal kurz mit Astrologie-geschichte beschäftigte,
dass die Hamburger Schule nun einmal eben acht sogenannte
Transneptuner postuliert.
-
Im Kapitel "Die Schulen - eine Bestandsaufnahme"
erwähnt er mit keinem Wort die heute wahrlich wichtigen
Schulen:
a) revidierte Astrologie, Thomas Ring - b) Frank Glahn -
c) die an Frank Glahn angelehnte Münchner Rhythmenlehre,
Wolf-gang Döbereiner, Thorwald Dethlefsen - d) die API des
Ehe-paares Huber. Das Ehepaar Huber verbrachte Jahre in
Florenz bei dem Gründer der Psychosynthese, Roberto Assagioli.
Natürlich kein Wort darüber, statt dessen Geschwafel über
Psychoanalyse, die ja - weiß Gott - sternenweit entfernt
ist von Astrologie. Ausnahme: der Münchener Psychoanalytiker
Fritz Riemann, der sich in dem Buch "Lebenshilfe Astrologie"
zur Astrologie bekannte. Es braucht selbstverständlich nicht
gesagt zu werden, dass Riemann auch nicht genannt wird.
e) Es fehlt die esoterische Astrologie (die gibt es, es
handelt sich hier nicht um einen Pleonasmus). - f) Es fehlt
die trans-personale Astrologie. - g) Es fehlt der Hinweis
auf die Tat-sache, dass Astrologie mehr und mehr in akademisch
vorge-bildete Psychologenkreise vordringt: Dr. Xylander,
Dr. Liz Green, Taeger, Dr. Niehenke, Dethlevsen, Dr. Dr.
Stanislav Grofe - alles akademisch ausgebildete Dipl.-Psychologen
oder Ärzte. Hier nur die Namen, die mir auf Anhieb einfallen.
Inzwischen kann man an US-amerikanischen Universitäten Astrologie
studieren und in Deutschland über astrologische Themen promovieren.
-
Dass die alte Lehre vom organisch-beseelten Kosmos, ver-treten
von Plato im Timaios, über Ficino, Schelling, um nur drei
zu nennen, gerade heutzutage im Zeitalter des Lasers und
der Hologramme (sic! ) und angesichts der Lehren David Bohms,
David Pribrams, Rubert Sheldrake sich einer bis in akademische
Kreise vordringenden Renaissance erfreut, fehlt bei unserem
Autorendarsteller.
Insgesamt:
Vor Berlings Buch "Zodiak" kann nur gewarnt werden. Es
ist sprachlich hingeschludert. Es ist inhaltlich von jeder
Kenntnis unbeleckt, falls man von der im vorliegenden Fall
aben-teuerlichen Idee ausgeht, ein Sachbuchschreiber solle
etwas zu sagen wissen. Das Buch informiert nicht, sondern
es wird Desinfor-mation betrieben. Dem Autor sei frei nach
Lichtenberg gesagt: "Wenn ein Kopf und ein Thema zusammenstoßen
und es klingt hohl, so muss nicht immer das Thema daran schuld
sein."
Natürlich
sind Illustriertenhoroskope Quatsch, sie sind ja keine Horoskope.
Berlings Machwerk vermittelt subkutan den Eindruck, als sei
das Illustriertengesülze Astrologie. Er suggeriert, jeder,
der mal ein Zeitungshoroskop gelesen hat, könne mitreden.
Berling nennt im Elaborat sein Geburtsdatum, leider ohne Zeit.
Immerhin, soviel wissen wir: Berling hat Merkur Opposition
Neptun. Sie stehen in Rezeption. Auf Merkur fällt die Halbsumme
Jupiter/Pluto und Neptun. Autors Machwerk ist ein Musterbeispiel
für die unerlöste Merkur-Neptun-Opposition. Oder in den Worten
der 1925 erschiene-nen Sebottendorfschen Deutungstabellen:
"Der Aspekt macht Niedrigstehende zu krankhaften Neigungen
wie ... Schwindeleien, Hochstapeleien geneigt."
Wer
sich interessiert für Astrologiegeschichte, findet im Buch
"Mundan-Astrologie" der drei Berufsastrologen Baigent/Campion/
Harvent auf den ersten 70 Seiten mehr und richtige Informationen
als in dem gesamten hochstapelnden Machwerk Berlings. Oder
Sie besorgen sich das Buch: "Universum der Astrologie" von
Derek und Julia Parker. Auch sie waren beide Berufsastrologen.
(©
2003 Holger Roehlig für all-around-new-books.de)
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