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Inhalt:
Sinnlichkeit als Lebenskonzept für Glück und Erfolg
Der Duft von sonnenwarmen
Erdbeeren, die Süße von Sommerregen auf der Zunge
oder das Knistern nach einem Blickkontakt im Aufzug
Solche Dinge wahrzunehmen verspricht nicht nur mehr Genuss,
sondern auch mehr Gesundheit und Erfolg. Denn Sinnlichkeit
hat viele wichtige Funktionen, in unseren privaten Beziehungen
ebenso wie im Beruf. Dieses Buch erklärt, warum Sinnlichkeit
so bedeutsam ist und wie sie unser Leben tief, reich und schöner
machen kann. Mit vielen Tipps, wie Sie selbst sinnlicher werden
und das als wertvolles Talent einsetzen können.
Zur
Autorin:
Cornelia
Mangelsdorf ist Journalistin und arbeitet für verschiedene
Frauenzeitschriften, u. a. für Psychologie heute.
Ihre Spezialgebiete sind Lifestyle-Themen sowie Psychologie
und Medizin.
(©
2004 Kreuz-Verlag)
Buchbesprechung
- Rezension:
Allein der Titel des Buches
weckt Erwartungen. Und tatsächlich räumt die Autorin
mit unserem entsinnlichten Dasein auf. Fertigessen mit Geschmacksverstärkern
hat zum Beispiel nicht mehr viel mit Sinnlichkeit zu tun.
"Essen ist weit mehr als ein Vorgang zur Sättigung.
Es ist eine sinnliche Handlung, die, zelebriert man sie, dem
Alltag eine sinnlichere Note geben kann."
(S. 29).
Und allein die Tatsache, dass der Begriff der Sinnlichkeit
ziemlich schnell mit Lüsternheit und Sex gleich gesetzt
wird, sollte uns auch erschrecken. Mangelsdorf stellt in ihrem
Buch dar, wie wichtig Berührung, taktiles Empfinden,
Zärtlichkeit für uns sind: "Wer im Leben
weiterkommen will, muss berühren und sich berühren
lassen. Sein Wohlergehen hängt tatsächlich davon
ab, ob er mit anderen in Berührung, in touch, kommt."
(S. 47). Die Autorin benennt, wie viele Rezeptoren an den
verschiedenen Stellen des Körpers für unsere sinnlichen
Wahrnehmungen zuständig sind. Und: "Laut Psychoanalytikerin
Anna Freud ist der ganze Körper eine erogene Zone, hungrig
nach Aufmerksamkeit und Berührung." (S. 50).
Auch auf die Unterschiede taktiler Empfindungen bei Männern
und Frauen geht Mangelsdorf ein. Sie erklärt das Venusprinzip
(Wie man seine Attraktivität steigern kann) und die Reizdiät
(Wie man sinnlichen Eindrücken mehr Qualität verleihen
kann): "Das Zauberwort für mehr Sinnlichkeit
heißt: Reizdiät!" Um jedoch nicht auf
Diät bleiben zu müssen, sollte man sich dann und
wann verwöhnen, zum Beispiel gemäß dieser
Erkenntnis: "Forscher haben herausgefunden, dass
cremige, moussige Speisen wie Desserts Frauen mit Verstimmungen
helfen, die schlechte Laune zu überwinden. Sie haben
etwas so Tröstliches! Unseren Gaumen zu verwöhnen,
über den Geschmackssinn positive Erlebnisse abzuspeichern
hilft, den vorher erlittenen Seelenschaden leichter wegzustecken."
(S. 97).
Die
Autorin gibt allerdings leider vor, dass sich Sinnlichkeit
und Coolness widersprechen würden. Seltsame These, beide
Eigenschaften können harmonisch Hand in Hand gehen. Auf
dem aktuellsten wissenschaftlichen Stand ist die Autorin nicht,
ignoriert sie doch, dass ein Embryo im Mutterleib nicht nur
fühlen, sondern auch hören kann und dementsprechend
von diesem - nach ihren
Worten erst nach der Geburt entwickelten Sinn - intensiv geprägt
wird. Darüber hinaus fordert Mangelsdorf auf, doch immer
mal wieder - wie unabsichtlich - die Kollegen im Job zu berühren,
zieht dabei jedoch nicht in Erwägung, dass es manchen
Menschen schlicht unangenehm ist, von Fremden berührt
zu werden.
Die
Erwartungen an dieses Buch waren hoch, doch werden sie nicht
erfüllt. Die Thematik Sinnlichkeit beschränkt sich
im vorliegenden Buch hauptsächlich auf den sexuellen
Bereich: Wie verkauft sich Frau am besten, damit sie bei Mann
ankommt? Auf welche sinnlichen Reize reagiert Mann? Die Ratschläge
diesbezüglich sind nicht schlecht, aber auch nicht originell
und Ratgeber in dieser Richtung gibt es schon Tausende. Wozu
also? Der Tastsinn wird im Buch überbeleuchtet, die anderen
Sinne werden fast völlig außen vor gelassen. Doch
an einen wunderschönen Gedanken erinnert sie: "Platon
sagte, mit dem Kuss trete die Seele auf die Lippen, um aus
dem Körper herauszugelangen. [...] Küsse sind Stresskiller,
denn bei jedem Kuss vergessen wir Alltag, Routine und Frust.
Küsse sind ein Näheversprechen, sie lassen keine
Distanz zu. Küsse drücken Liebe, Vertrauen und Hoffnung
aus, lassen den Puls auf gesunde 120 Schläge pro Minute
steigen." (S. 145).
Der Text wird durch eine emotional geladene und euphorische
Sprache getragen, die tatsächlich fesselt. Auch versucht
Mangelsdorf, humorvoll zu sein, leider gelingt es ihr nicht.
So lässt man eigentlich Humor in einen Text einfließen,
um diesen lockerer und natürlicher zu machen, um auch
Lesegenuss zu bereiten. Doch
tragen Sätze wie Ja, sollen wir denn Augenkrebs
bekommen?" kaum dazu bei, sie wirken eher platt.
Nicht nur das unzureichende Lektorat des Textes hinterlässt
den Eindruck, das Werk sei noch unfertig, unausgegoren. Schöne
Idee, unerfreuliche Umsetzung.
(©
2005 Cornelia Eichner für all-around-new-books.de)
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