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Rückentext:
In einer Zeit, in der
viele Medien Erotik immer mehr mit schlanken, wohlgeformten
Körpern gleichsetzen, entdeckt "Dirty Talking"
die wahre Sinnlichkeit in Sprache und Kommunikation. Denn
nichts wirkt anziehender als ein Partner, der selbstbewusst
und scheinbar selbstverständlich die Klaviatur der erotischen
Worte beherrscht. Dieses Buch erklärt, wie es geht -
witzig und einfühlsam. So wird es zum ultimativen Ratgeber
für alle, denen es im Schlafzimmer bisher allzu oft die
Sprache verschlägt.
Erleben Sie:
wie man einfallsreiche Zärtlichkeiten flüstert,
die dem oder der Liebsten eine Gänsehaut über den
Körper jagen,
wie man seine erotische Kreativität befreit, um geheime
Phantasien ebenso mitzuteilen wie die innersten Bedürfnisse
und Empfindungen,
wie man die sexuelle Begegnung verführerisch einleiten
und Intimität herstellen kann,
welche Dinge man besser vermeiden sollte, um der Stimmung
oder der Partnerschaft keinen Schaden zuzufügen.
Statt unsinnige Patentrezepte
zu liefern, lässt "Dirty Talking" dabei durch
zahlreiche Experimente und Übungen jeden Leser seinen
eigenen Weg finden. Als Leuchtfeuer zur Orientierung dienen
die eingestreuten Erfahrungen anderer, die ihre persönlichen
Abkürzungen und Irrwege mit den Lesern teilen.
(©
2002 Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag)
Fazit:
Auf 192 Seiten wechseln sich Zitate des Autors und seine eigenen
Texte ab. Den Abschluss, Nachspiel 1 und Nachspiel II genannt,
bilden eine Zusammenstellung von Dirty Words für Dirty Talking
und der Abdruck des Fragebogens, den der Autor an seine Interviewpartner
verschickte.
Die Zitate sind das große
Plus des Buches. Sie sind nicht gekünstelt. Sie kommen voyeuristisch,
ungezwungen humorvoll daher. Das Manko des Buches ist die
eigene Sprache des Autors. Besonders deutlich wird dies in
der ersten Hälfte des Buches. Sie befindet sich immer wie
im Schwebezustand. Mal gibt Arne Hoffmann sich locker witzig,
fast schon berechnend locker witzig, dann wirkt er wieder
verkrampft und verfällt in einen seriösen Ratgeberton, den
er aber kaum einen ganzen Satz durchhält. Zu oft werden Floskeln
und Klischees verwendet. Diese Stellen sind, wenn man sich
durchkämpft, für Masochisten schon fast wieder ein Fest. Siehe:
„Meiner Einschätzung nach ist die Erregbarkeit durch Berührungen
bei fast allen Menschen beiderlei Geschlechts zumindest etwas
mehr ausgeprägt, einfach weil Sehen und Hören bei den meisten
von uns doch abgestumpfter ist. (Falls Sie allerdings zum
Beispiel schwerhörig sind, aber dafür mehrere Stunden am Tag
exquisiten Liebesspielen widmen, schätzen Sie das möglicherweise
anders ein.)“.
Ein strengeres Lektorat hätte
der Homogenität des Buches gut getan. Dies zeigt sich auch
beim Anführen eines Zitates, das hier Wilhelm Busch zugeschrieben
wird. Leider kann der Ausspruch „Ist der Ruf erst ruiniert,
lebt es sich ganz ungeniert.“ nicht zweifelsfrei Busch
zugeschrieben werden.
Zusammengefasst:
I. Ein Buch zum Blättern. Zum vollständigen Durchlesen sei
es pubertierenden Personen jeden Alters, Masochisten und naiven
Frauen- bzw. Männerverstehern empfohlen.
II. Wer sich mit dem Stil des Autors anfreunden und das Thema
vielleicht bei einem Sektchen besieht, für den kann es eine
frech-flotte Lektüre sein.
(©
2003 Ulf Großmann für all-around-new-books.de)
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