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Rückentext:
Es gilt, die moderne
Frau, dieses höchst komplexe Wesen, zu entdecken und
zu erobern. Ihre geheimen Wünsche und Träume zu
ergründen, auszuloten, was sie weich macht und dahinschmelzen
lässt wie Schokolade, und - nicht minder wichtig - zu
erkennen, was Männer tunlichst vermeiden sollten, wenn
sie bei ihrer Herzensdame Sympathiepunkte sammeln möchten.
"Meine Herren, ich bin
es offengestanden leid, zu allen Tages- und Nachtzeiten die
berechtigten Beschwerden der Damen über Ihr häufig
anzutreffendes Fehlverhalten entgegennehmen zu müssen.
Machen Sie sich meine Erkenntnisse zunutze für Ihr Glück
und vergessen Sie nicht: dazulernen können Sie immer,
auch wenn Sie sich auf diesem Gebiet für einen Profi
halten."
(©
2002 Goldmann Verlag)
Fazit:
Oscar will den Männern helfen, und damit gleichzeitig
sich und den Frauen. Da er als Schwuler und Frauenversteher
ständig von Freundinnen angerufen wurde, die sich über
die Männerwelt beklagten, entschloss er sich zu diesem
Buch.
Oscar teilt seine Ratschläge
in 6 Abschnitte (Verführungstest, Bestandsaufnahme, Die
sieben Todsünden, Die Schlüssel zum Paradies, Unvorhergesehene
Umstände) und 2 Exkurse (Zur Prophylaxe, Von sozialem
Nutzen). Am Ende kommt noch der abschließende Hinweis,
der genauso "spannend" wie das ganze Werk ausfällt:
„Zum Abschluss möchte ich Ihnen ganz einfach
raten, den Frauen große Aufmerksamkeit und Liebe zu
schenken – sie verdienen es.“
Literatur soll unterhalten.
Aber dieses Buch langweilt penetrant. Nicht einmal gepflegte
Langeweile kommt beim Lesen auf. Der Autor versucht zu zeigen,
wie man das Herz einer Frau gewinnt und sie dann auch glücklich
macht. Er scheitert auf über 180 Seiten.
Als Ratgeber taugt das Buch mit seinen Klischees und faden
Tipps nicht. So sollten - laut Oscar - die Männer es
tunlichst unterlassen, die Dame nicht wiederzuerkennen, sie
nach der Marke ihrer Kosmetikprodukte zu fragen, weil sie
einfach wahre Wunder vollbringen, ihre Angetraute anzurufen
und sie dreist zu belügen usw.
Heiterkeit kann nur bei einigen Zitaten der Freundinnen aufkommen:
„Ich bekam volles Programm: Tarzan, James Bond,
Hulk und Pinocchio ... Als wir ins Bett gingen, war Bugs Bunny
dran ... ein echter Rammler!“
Die Sprache des
Autors wirkt außerdem gezwungen und verstaubt: „Wahrscheinlich
denken Sie, dass eine solche Huldigung und Parteinahme für
das weibliche Geschlecht auf meine mangelnde Erfahrung auf
diesem Gebiet zurückzuführen ist ... Aber glauben
Sie das ja nicht!“
Vielleicht hätten Leser
vor 50 Jahren gestaunt. Heute ist so ein Buch nur noch ärgerlich.
(©
2004 Ulf Großmann für all-around-new-books.de)
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