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Klappentext:
Der
Orgasmus ist das Moment, das die Welt im Innersten zusammenhält.
Er garantiert seit Äonen unsere Arterhaltung, er bindet
und zerstört Ehen, er ernährt das älteste Gewerbe
der Welt. Wir alle existieren, weil unzählige Vorfahren
einen Orgasmus haben wollten.
Rolf Degens in ihrer Form bisher einzigartige Gesamtdarstellung
geht der Frage nach, welche verschiedenen Zwecke der Orgasmus
erfüllt, wo und wie er im Gehirn entsteht und weshalb
die Gattung Mensch auch den Weibchen diesen Luxus gönnt.
Weshalb es trotzdem nicht immer dazu kommt und warum viele
Menschen darunter leiden, zu wenig davon zu haben, wird ebenso
diskutiert wie die kontroverse Geschichte der Masturbation.
Degens Kompendium der Orgasmus-Forschung begibt sich auf die
Suche nach den gesundheitlichen Nutzen und Risiken des Höhepunkts,
handelt von multiplen Orgasmen und vorzeitigen Ejakulationen,
von Freuds Vaginal-Theorien und den Problemen, die die Weltreligionen
vor allem mit der Lust der Frau hatten und immer noch haben.
Der
Autor:
Rolf
Degen, geboren am 27.11.1953, hat Psychologie, Soziologie
und Publizistik in Mainz studiert. Während des Studiums
begann er, Berichte über wissenschaftliche Themen für
diverse kleinere und regionale Medien zu verfassen. Viele
davon behandelten Aspekte der Psychologie und Gehirnforschung,
für die er im Studium eine tiefe Leidenschaft entwickelte.
Nach dem Hochschulabschluss setzte er die Tätigkeit als
freier Mitarbeiter fort und begann, für immer mehr größere
und überregionale Medien zu schreiben.
Degen wurde schon als 'der profilierteste deutsche Psychologie-Journalist'
bezeichnet (Florian Felix Weyh, gesendet im Deutschlandfunk-Büchermarkt
vom 18.10.1996). Er gehört heute (noch) zu der Jury,
die bei der deutschen Gesellschaft für Psychologie die
besten Arbeiten der Wissenschaftspublizistik prämiert.
Seine größte Befriedigung bezieht der Autor daraus,
hartnäckige Irrlehren, Denkfehler und Mythen durch systematische
Argumentation zu entkräften. Dadurch hat er sich viele
erbitterte Feinde in der Psychoanalyse und bei anderen Irrlehren
geschaffen. Die Transzendentale Mediationsbewegung hat ihm
sogar einmal in einem anonymen Brief Rache angedroht, die
auf 'parapsychologischem' Weg erfolgen sollte. Bis heute hat
der Autor allerdings keine ernsthaften Konsequenzen verspürt.
(©
2004 Eichborn Verlag)
Buchbesprechung
- Rezension:
Der Begriff "Orgasmus"
leitet sich vom griechischen Wort "orgon" ab und
bedeutet "etwas heftig verlangen". Gemeint ist der
Höhepunkt des sexuellen Erlebens. Es ist ein sehr intensives
Gefühl, bei dem sich Spannung und Erregung abrupt auflösen
und in Entspannung, Wohlbehagen und Zufriedenheit übergehen.
So das Lexikonwissen über ein Thema, das meist von Heimlichkeiten
und Vertuschung begleitet wird. Der studierte Soziologe, Psychologe
und Publizist Rolf Degen hat nun über das "Höchste
der Gefühle" geschrieben, über jenen sexuellen
Höhepunkt, der durchschnittlich nur 12 Sekunden dauert.
Auf ein Leben hochgerechnet sind dies gerade mal neun Stunden
Wonnerausch und darüber ein ganzes Buch?
Orgasmus ... das Herz rast ... der Blutkreislauf wird beschleunigt ... die Atmung geht keuchend und stoßweise ... das Nervenzentrum steht unter Strom ... die Muskeln zucken ... ein paar Sekunden Seligkeit. Der Autor untersucht in sieben Kapiteln solch interessante Fragen wie "Warum die Natur uns mit sexueller Lust verführt?" oder "Was beim Orgasmus im Gehirn passiert?". Dabei kommt er zu den Schlussfolgerungen, dass die Evolution uns mit dem Turboantrieb der Lust versehen hat und dass unser Gehirn quasi unser wichtigstes Geschlechtsorgan ist.
Der Geschlechtsverkehr kann unterschiedliche Funktionen erfüllen, vom schlichten Lustgewinn über Stressabbau bis zum "Beziehungskitt".
Orgasmus
- es gibt wohl kaum ein anderes Wort, mit dem man so leicht
Aufmerksamkeit erregen kann. Er ist ein unerschöpfliches
Thema und so konnte Rolf Degen auf vielfältige Untersuchungen
und Publikationen zurückgreifen, um diesen entrückten
Bewusstseinszustand zu beschreiben. Nichts bleibt vor der
Wissenschaft geheim, inzwischen werden Orgasmen in Hightech-Labors
analysiert und studiert. Bei dreizehn Seiten mit Literaturhinweisen
vermutet man ein hochwissenschaftliches Fachbuch, mitnichten,
die dreihundert Seiten sind für ein breites Publikum
geschrieben. Mitunter werden für die "heiklen"
Begriffe sogar die umgangssprachlichen Bezeichnungen verwendet.
Der Leser, der einen freizügigen und respektlosen Sex-Ratgeber
sucht, wird keine Empfehlungen für fantasievolle Techniken
finden, um von Höhepunkt zu Höhepunkt zu gelangen.
Es geht nicht um schöner, länger und öfter,
nicht um Höchstleistungen, sondern um Verständnis,
das auf unterhaltsame Weise präsentiert wird. Rolf Degens
Orgasmusbuch räumt mit Irrtümern und Klischees auf.
Entstanden ist eine spannende Wissensvermittlung und eine
lesenswerte Erkundungsreise in die Gefilde der menschlichen
Sexualität. Es ist eine Zeitreise von der Steinzeit bis
zum klinisch keimfreien Cybersex der Zukunft. Das Buch beinhaltet,
so scheint es, das gesammelte Wissen über den Moment,
der das vollkommenste Glück, die größtmöglichste
Form der Sinnenfreuden ist. Doch grau ist alle Theorie und
so darf nach der stimulierenden Lektüre durchaus zur
Praxis geschritten werden, denn nach neueren Analysen "leben
Sünder gesünder".
(©
2004 Manfred Orlick für all-around-new-books.de)
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