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Inhalt:
»Sie fuhr aus dem Schlaf. Es mußte schon spät sein,
denn im ganzen Haus war es still. Cecilie öffnete die
Augen und knipste die Lampe über dem Bett an. Sie hörte
eine Stimme, die fragte: ›Hast du gut geschlafen?‹ Wer
war das?«
Schneeweiß und unantastbar sitzt der Engel Ariel plötzlich
auf der Fensterbank der sterbenden Cecilie. Es ist Weihnachten,
und unten im Haus bereitet die Familie alles zum großen
Fest vor. Da beginnt Ariel mit der krebskranken Cecilie
zu sprechen: über die Schöpfung, den Kosmos und die
Sinne, mit denen die Menschen die Schöpfung wahrnehmen.
Umgekehrt möchte Ariel von Cecilie alles über das Leben
der Menschen wissen, die im Gegensatz zu ihm ja sterbliche
Geschöpfe sind. Zum ersten und zum letzten Mal in ihrem
Leben sieht sich Cecilie herausgefordert, ihre Existenz
in der Welt zu durchdenken und mit ihrer Vorstellungskraft
das zu durchdringen, was Spiegel uns als vertraute Fassade
zeigen. Ein unendlicher Kosmos tut sich ihr plötzlich
hinter Wörtern und Begriffen auf, den sie nur bruchstückhaft
erfassen kann. Und bei aller Unfertigkeit ist sie am
Ende trotzdem der Welt und sich selbst ein großes Stück
nähergekommen.
(©
2001 dtv)
Fazit:
Cecilie hat Krebs und ist zu schwach, um gemeinsam mit
der Familie Weihnachten zu feiern. Sie liegt in ihrem
Bett und bekommt Besuch von dem Engel Ariel. Zusammen
lernen sie einander kennen: das Kind den Engel und der
Bote Gottes den Menschen. Immer wieder führen ihre Gespräche
auf den Punkt, woher der Mensch kommt und warum er ist
und warum er ist, wie er ist. Diese "aus dem Fell des
Hundes" geführte Unterhaltung zwingt (im positiven Sinne)
den Leser zu einer verloren gegangenen Beobachterperspektive.
Das Hinterfragen und das Erkennen des (eigenen) Seins
gehören zu den spannendsten Erfahrungen: "Das Menschenauge
ist der Spiegel, wo sich der erschaffende Raum in Gottes
Bewusstsein mit dem erschaffenen Raum draußen begegnet."
Zusammenfassend: Mehr als eine traurige und ehrliche
Kurz-geschichte. Weit mehr!
(©
2002 Uwe Lamacz für all-around-new-books.de)
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