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Was ich liebte

Autorin: Siri Hustvedt
Ins Deutsche übersetzt von Uli Aumüller, Erica Fischer, Grete Osterwald

Roman
Taschenbuch, 480 Seiten
erschienen: April 2004
Rowohlt Taschenbuch Verlag
ISBN: 3-499-23309-6
Preis: 9,90 Euro
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Inhalt:
"Was ich liebte" erzählt von sexuellen und künstlerischen Lebensentwürfen, von Familien, Eltern und Kindern.
Alles beginnt 1975 im New Yorker Stadtteil SoHo, wo der Kunsthistoriker Leo Hertzberg in einer Galerie ein Bild des jungen Malers Bill Wechsler kauft. Es ist ein Frauenakt, der jedoch den rätselhaften Titel "Selbstporträt" trägt. Bald ziehen Leo und Bill mit ihren Frauen und neugeborenen Söhnen in ein Haus. Ihre Freundschaft ist bestimmt von der Suche nach ihrer Identität.
Doch keine Erkenntnis der Welt kann sie auf die Schicksalsschläge vorbereiten, die ihr Leben für immer verändern ...

(© 2004 Rowohlt Verlag)


Fazit:
Was ich liebte - schon der Titel reißt an der Seele. Und Siri Hustvedt zeigt, was der Titel ahnen lässt. Hier geht es in großen Teilen um Gefühle wie Schmerz, Verlust und Angst, aber auch um Hoffnung, Freundschaft und Liebe. Erbarmungslos schön peitscht die grandiose Erzählerin mit ihrem Ich-Erzähler Leo die Gefühle des Lesers.

Nicht erst seit diesem Buch ist Siri Hustvedt mit Updike, Franzen & Co. in der Oberklasse der amerikanischen Literatur zu Hause. Da stimmt das Timing, der Spannungsaufbau, die Charakterisierung - und vor allem ist die Prosa voller Empathie, ohne kitschig zu werden. Der klassische Ariadnefaden zieht den Leser bis zum Ende des Romans durch das Leben der Figuren.

Der Ich-Erzähler Leo Hertzberg ist Kunsthistoriker und arbeitet als Professor für Kunstgeschichte in New York. Seine Erinnerungen beginnen beim Betrachten eines Bildes, auf dem eine liegende Frau zu sehen ist. Der Roman zeigt die Schicksale der befreundeten Paare Hertzberg und Wechsler und deren Söhne. Bill Wechsler ist Künstler und mit der Gedichte-Schreibenden Lucille verheiratet. Fast gleichzeitig werden die Söhne der Ehepaare geboren. Und dann kommt Violet Blom, die Frau auf dem Bild. Sie gewinnt den Kampf mit Lucille um Bill Wechsler. Sie zieht zu Bill und scheint das Unglück mitzubringen, auch wenn man genau weiß, dass es so nicht ist.
Der Sohn der Hertzbergs stirbt bei einem Unfall. Hertzbergs Frau, die den Tod des Sohnes nicht verwinden kann, zieht weg. Bill Wechsler stirbt früh.
Der Sohn von Wechsler, Mark, ein notorischer Lügner, der Drogen konsumiert und nur euphemistisch als das Sorgenkind der Geschichte tituliert werden kann, scheint in seinem eigenen Dilemma zu ertrinken. Leo wird am Ende sinnieren: „Ich will Mark nie wieder sehen und nie wieder mit ihm sprechen, aber das heißt nicht, dass ich von ihm befreit werde.“ Und genau so wird jeder mit den vom Leben geschlagenen Narben weitermachen. Egal, was passiert, die Erde dreht sich weiter.
Gelungen sind auch die detailgenauen Beschreibungen von Kunstwerken und die wunderbar gezeichneten Nebenfiguren Laszlo und Mr. Bob.

In bester Manier des von literarischen amerikanischen Bestsellern bekannten Schreibstils ist dieses Buch kurzweilig, unterhaltsam und anspruchsvoll. An einigen Stellen ist es so schön, tragisch lebendig und geht unter die Haut, dass es fast weh tut.

(© 2004 Ulf Großmann für all-around-new-books.de)

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Weitere Titel von
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Nicht hier, nicht dort (2000)
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Siri Hustvedt

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