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1952 entstand in Bremen die Idee,
den Ehrenbürger Rudolf Alexander Schröder
(gest. 1962) zu seinem 75. Geburtstag mit der
Stiftung eines Literaturpreises ehren zu wollen.
Schröder war Dichter, Übersetzer, Architekt
und Innenarchitekt sowie Gründer der Zeitschrift
"Die Insel" und der "Bremer Presse".
Am 26. Januar 1953, seinem 75.
Geburtstag, wurde die Stiftungsurkunde des Preises,
der mit 5000 DM dotiert war, veröffentlicht.
Bis heute wird dieser Preis deutschsprachigen
Schriftstellern zuerkannt, wobei nicht "das
Gesamtschaffen", sondern "ein einzelnes
Werk" bewertet wird.
Ursprünglich bestand das
Preisrichterkollegium, dessen Vorsitz Schröder
führte, aus 8 Mitgliedern; heute sind es
9. Das Votum der Jury galt lediglich als Vorschlag
für den Senat, weil der Preis selbst der
"Literaturpreis der Freien Hansestadt Bremen"
war und der Senat sich vorbehielt, letztlich über
den Preisträger zu entscheiden.
Schon einige Jahre später
sorgte der Vorschlag der damaligen Jury, den Preis
1960 an Günter Grass für "Die Blechtrommel"
zu vergeben, für einen Skandal. Der Bremer
Senat, der bis dato immer dem Vorschlag der Jury
(Schmidt-Barrien, Aichinger, Oelschlegel, Jünger,
Bachmann, Celan) gefolgt war, lehnte mit Beschluss
vom 22.12.1959 "den Vorschlag des Preisrichterkollegiums,
Herrn Günter Grass für dessen Roman
'Die Blechtrommel' den Literaturpreis der Freien
Hansestadt Bremen zu verleihen, ab." Man
war der Auffassung, eine Diskussion über
"weite Bereiche des Inhalts nach außerkünstlerischen
Gesichtspunkten", die man aus der Preisvergabe
hervorgehen sah, verhindern zu müssen. Gemeint
waren damit wohl Sexualität und moralisch-sittliche
Normen. Außerdem wollte man kein Werk preisen,
das
- nach damaliger Auffassung - aus moralischen
Gründen Jugendlichen nicht zugänglich
gemacht werden dürfe. Und so wurde 1960 der
Literaturpreis nicht vergeben.
Die Diskussion um Abhängigkeit
und Unabhängigkeit literarischer Kriterien
von der Politik führte schließlich
dazu, dass der Senat mit Wirkung vom 11. April
1961 die "Rudolf Alexander Schröder-Stiftung"
ins Leben rief, die künftig den "Bremer
Literaturpreis" bzw. den "Literaturpreis
der Rudolf Alexander Schröder-Stiftung",
wie er zunächst hieß, vergeben sollte.
Die vom Bremer Senat auf 5 Jahre berufene Jury
ernennt seitdem in voller Souveränität
die Preisträgerinnen und Preisträger.
Jährlich am 26. Januar, dem
Geburtstag Schröders, wird seit 1954 im Rahmen
eines Festaktes um 12 Uhr im Alten Rathaus zu
Bremen der inzwischen mit 30.000 DM dotierte Bremer
Literaturpreis verliehen und seit 1977 auch ein
Förderpreis, der mit 10.000 DM dotiert ist.
In der Woche der Preisverleihung
veranstaltet die Stiftung außerdem die "Literarische
Woche Bremen". Die Themen der letzten Jahre
waren u. a. "Phantastische Satire in Rußland",
"over de grens" - Grenzgänger(innen)
in der niederländischen Literatur, "Viersprachige
Schweiz", "edges" - Literatur aus
den USA, "Schwarz" - Literatur aus Schwarzafrika.
Die "Literarische Woche 2001"
fand vom 25.01. bis 01.02.2001 in Bremen statt
und trug das Motto "ZUKUNFT MACHT BÜCHER:
Schreiben - Übersetzen - Verlegen".
Die Anschrift der Stiftung:
Rudolf Alexander Schröder-Stiftung
Herdentorsteinweg 7
28195 Bremen
Tel.: 0421 - 361-27 17 oder -27 44
Fax: 0421 - 361-60 25
Vorsitzender: Dr. Rolf Michaelis
Geschäftsführer: Reinhard Strömer
Die
Preisträger(innen) des Bremer Literaturpreises
von 1954 bis 2001
Die
Preisträger(innen) des Förderpreises
von 1977 - 2000
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