| Alexander
Kluge erhält den Bremer Literaturpreis 2000
Der mit 30 000 Mark dotierte Bremer
Literaturpreis 2000 ist am 26.01.2001 dem Schriftsteller
Alexander Kluge überreicht worden. Damit erhielt
der 79-jährige nach 1979 zum zweiten Mal
die Auszeichnung der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung.
Der Preis wurde ihm für seine zweibändige
Sammlung "Chronik der Gefühle" verliehen. Mit
diesem Werk gebe Kluge ein Beispiel für die Offenheit
und Blickkraft von Literatur, "die alles sein
kann, nur eben nicht nur ein Medium für einfache
Aussagen sein sollte", sagte Wilfried F. Schoeller
in seiner Laudatio. Die 51 "Basisgeschichten"
des ersten Bandes bezögen sich auf "die ganz elementaren
zwischenmensch-lichen Beziehungen". Sie handelten
davon, wie durch Wut, Hass, Liebe, Zuwendung,
Konflikte oder auch gegenseitige Bereicherung
etwas anderes entsteht an der "Börse der Gefühle",
sagte Schoeller. Im zweiten Band sei der Bestand
an Lebensläufen zusammengefasst. Die Dramatik
der Lebensläufe um 1945 gingen dabei eine Verbindung
mit den Geschichten der 90er Jahre ein. Kluge
erzähle von der "Unheimlichkeit der Zeit" mit
einer Leidenschaft, "die nichts als abgelegt erscheinen
lässt und die uns zur Gedankenarbeit ermuntert".
Den mit 10.000 DM dotierten Förderpreis vergab
die Jury an den österreichischen Schriftsteller
Raphael Urweider. Der 26-jährige erhielt die Auszeichnung
für seinen Gedichtband "Lichter im Menlo Park".
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Die Jurymitglieder für
den Literaturpreis 2000:
Rolf Michaelis, Wilfried
F. Schoeller, Reinhard Strömer, Gudrun Boch,
Sibylle Cramer, Konrad Franke, Andrea Köhler
sowie die Preisträger des Vorjahres Dieter
Forte und Judith Hermann.
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