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Biografie/Portrait
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Autoren-Portrait


Wolfgang Welsch

geb.

1944
in Berlin


Wolfgang Welsch wurde 1944 in Berlin geboren. Nach dem Abitur besucht er die Schauspielschule, die er 1963 mit dem Examen abschließt. Er erhält einen Förderungsvertrag mit dem DDR-Fernsehfunk, arbeitet mit Wolf Biermann am "berliner arbeiter- und studenten-theater", schreibt systemkritische Gedichte und liest sie öffentlich.

Nach einer gescheiterten Flucht aus der DDR wird er von 1964-1971 in Bautzen und Brandenburg wegen "Hoch- und Staatsverrats" inhaftiert. Während dieser Zeit wird er mißhandelt und u. a. einer Scheinhinrichtung unterzogen. Willy Brandt setzt sich bei Willi Stoph, DDR-Minister-präsident, 1970 in Erfurt für seine Freilassung ein. 1971 wird er durch die Bundesregierung freigekauft.

Ein 1972 begonnenes Studium der Soziologie, Philosophie, Politik als Doktorand an der Justus-Liebig-Universität Giessen schließt Welsch 1977 mit einer Promotion über das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) ab. Zur gleichen Zeit beginnt er mit dem Aufbau einer Fluchthelferorganisation, mit der er bis 1987 über zweihundert Akademiker aus der DDR schleusen kann. Das MfS beschließt die "Liquidation dieses Staatsfeindes" und ruft eigens dafür die "Operation Skorpion" ins Leben. Mehrere Mordanschläge werden auf ihn im In- und Ausland verübt.

Nach dem Zusammenbruch der DDR 1989 erstattet Welsch drei Strafanzeigen gegen Erich Mielke und andere Funktionäre des MfS bei der Generalbundesanwaltschaft und örtlichen Staatsanwaltschaften, die allerdings versanden.
Die Jahre 1992 bis '94 verbringt er wegen fortgesetzter Morddrohungen in Costa Rica/Mittelamerika. 1997 wird er für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen.
Wolfgang Welsch lebt heute als freier Autor und Publizist in Sinsheim/Baden.

(Quelle: Eichborn Verlag)


Veröffentlichungen:

In mehreren wissenschaftlichen Werken hat sich Wolfgang Welsch in den letzten Jahren mit der Aufarbeitung der MfS-Vergangenheit beschäftigt:

Die Opfer der SED-Diktatur: Ohnmacht und Protest. Dokumentation (Co-Autor), Bochum 1998
Opfer und Täter im SED-Staat. Hg. Mertens/Voigt (Co-Autor), Berlin 1998
Widerstand und MfS im SED-Staat, Schwerin 1999
Ich war Staatsfeind Nr. 1, Eichborn Verlag Frankfurt 2001

 

 

   

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