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Jetzt bestellen: "Ich war Staatsfeind Nr. 1" von Wolfgang Welsch
 

Wirtschaft, Politik & Zeitgeschichte

Ich war Staatsfeind Nr. 1
Als Fluchthelfer auf der Todesliste der Stasi

Autor: Wolfgang Welsch

gebunden mit Schutzumschlag, 446 Seiten
erschienen: 2001
Eichborn
ISBN: 3-8218-1676-7
Preis: 24,90 Euro
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Inhalt:
Zwanzig Jahre alt ist Wolfgang Welsch, als er 1964 bei einem Fluchtversuch in den Westen von der Staatssicherheit verhaftet wird. Es folgen Verhöre, Verurteilung wegen Republikflucht, Freikauf durch den Ostberliner Anwalt Wolfgang Vogel, kurz darauf neuerliche Verhaftung und Verurteilung zu mehreren Jahren Zuchthaus wegen staatsgefährdender Hetze. Als Wolfgang Welsch 1971 durch die Regierung Brandt freigekauft wird, hat er auch Mißhandlungen von Folter über Unterernährung bis zur Scheinhinrichtung hinter sich.

Sein Haß auf das System macht aus dem Schauspieler und Lyriker nach seiner Übersiedlung in den Westen einen der brilliantesten und erfolgreichsten Fluchthelfer. Mehr als 200 Ostdeutsche werden von seiner Organisation in den folgenden Jahren aus der DDR geschleust - und Wolfgang Welsch wird unter dem Decknamen "Operation Skorpion" zum gejagten Staatsfeind Nr. 1.

In einem atmosphärisch dichten, packenden Bericht erzählt er die Geschichte seines Lebens und wirft zugleich ein grelles Licht auf eines der dunkelsten Kapitel deutsch-deutscher Vergangenheit: die Liquidation von Menschen durch den Staat."

(© 2001 Eichborn Verlag)

Fazit:
Was Wolfgang Welsch da erzählt, ist beileibe keine arglose Geschichte oder etwa ein spannender Krimi, sondern die pure Wahrheit über die grausamen Methoden des ehemaligen DDR-Systems, Menschen klein zu kriegen und ihrem Willen zu unterwerfen. Aber Welsch war nicht klein zu kriegen. Selbst nach 3 Jahren DDR-Gefängnis und obwohl er bereits von der Bundes-regierung freigekauft wurde, harrt Welsch in der DDR aus, um einen Film zu drehen. Aber schon kurze Zeit später sitzt er wieder ein. 1971 geht er dann wirklich in den Westen und wird zu einem gewieften Fluchthelfer. Aber auch da kommt die Stasi ihm auf die Spur und schickt Killerkommandos hinter ihm her. Aber Welsch hat unglaubliches Glück und entgeht 3 Mordanschlägen. Und er revanchiert sich: Später bringt er seine Peiniger vor Gericht ...

Während Welsch seine Gefängnisaufenthalte und die grausamen Methoden der Stasi zwar emotional, aber eher sachlich schildert, dreht er bei den Fluchthelferaktivitäten voll auf, und zuweilen mag man ihm manches nicht abnehmen, so unglaublich klingt es. Alles in allem ist dieser Bericht nicht nur ein starkes Stück Zeitgeschich-te, sondern auch ein Beweis dafür, dass es sich lohnt, gegen unmenschliche Barrikaden aufzubegehren und standhaft zu bleiben. Dass dies Kraft kostet und nicht ohne Spuren bleibt, dürfte jedem klar sein.

(© 2001 Evelyn Schaust)

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