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Inhalt:
Zwanzig Jahre alt ist
Wolfgang Welsch, als er 1964 bei einem Fluchtversuch in den
Westen von der Staatssicherheit verhaftet wird. Es folgen
Verhöre, Verurteilung wegen Republikflucht, Freikauf durch
den Ostberliner Anwalt Wolfgang Vogel, kurz darauf neuerliche
Verhaftung und Verurteilung zu mehreren Jahren Zuchthaus wegen
staatsgefährdender Hetze. Als Wolfgang Welsch 1971 durch die
Regierung Brandt freigekauft wird, hat er auch Mißhandlungen
von Folter über Unterernährung bis zur Scheinhinrichtung hinter
sich.
Sein Haß auf das System macht
aus dem Schauspieler und Lyriker nach seiner Übersiedlung
in den Westen einen der brilliantesten und erfolgreichsten
Fluchthelfer. Mehr als 200 Ostdeutsche werden von seiner Organisation
in den folgenden Jahren aus der DDR geschleust - und Wolfgang
Welsch wird unter dem Decknamen "Operation Skorpion" zum gejagten
Staatsfeind Nr. 1.
In einem atmosphärisch dichten,
packenden Bericht erzählt er die Geschichte seines Lebens
und wirft zugleich ein grelles Licht auf eines der dunkelsten
Kapitel deutsch-deutscher Vergangenheit: die Liquidation von
Menschen durch den Staat."
(©
2001 Eichborn Verlag)
Fazit:
Was Wolfgang Welsch da erzählt, ist beileibe keine arglose
Geschichte oder etwa ein spannender Krimi, sondern die pure
Wahrheit über die grausamen Methoden des ehemaligen DDR-Systems,
Menschen klein zu kriegen und ihrem Willen zu unterwerfen.
Aber Welsch war nicht klein zu kriegen. Selbst nach 3 Jahren
DDR-Gefängnis und obwohl er bereits von der Bundes-regierung
freigekauft wurde, harrt Welsch in der DDR aus, um einen Film
zu drehen. Aber schon kurze Zeit später sitzt er wieder
ein. 1971 geht er dann wirklich in den Westen und wird zu
einem gewieften Fluchthelfer. Aber auch da kommt die Stasi
ihm auf die Spur und schickt Killerkommandos hinter ihm her.
Aber Welsch hat unglaubliches Glück und entgeht 3 Mordanschlägen.
Und er revanchiert sich: Später bringt er seine Peiniger
vor Gericht ...
Während
Welsch
seine Gefängnisaufenthalte und die grausamen Methoden
der Stasi zwar emotional, aber eher sachlich schildert, dreht
er bei den Fluchthelferaktivitäten voll auf, und zuweilen
mag man ihm manches nicht abnehmen, so unglaublich klingt
es. Alles in allem ist dieser Bericht nicht nur ein starkes
Stück Zeitgeschich-te, sondern auch ein Beweis dafür,
dass es sich lohnt, gegen unmenschliche Barrikaden aufzubegehren
und standhaft zu bleiben. Dass dies Kraft kostet und nicht
ohne Spuren bleibt, dürfte jedem klar sein.
(©
2001 Evelyn Schaust)
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