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Autoren-Portrait


Wolfgang Hohlbein

geb.

1953

 


Wolfgang Hohlbein, geboren 1953, ist heute einer der erfolgreichsten deutschen Autoren - gleichermaßen beliebt bei jugendlichen und erwachsenen Lesern. Der Autor lebt mit seiner Frau Heike und seinen sechs Kindern, umgeben von einer Schar Katzen, Hunde und anderer Haustiere, in der Nähe von Neuss.

Ein kurzes Porträt des Autors: "Vor 300 Jahren hätte ich wahrscheinlich auf dem Markt gesessen und Geschichten erzählt." Man kann es sich sofort vorstellen. Der schmale, dunkelhaarige Mann mit den tiefliegenden Augen spricht mit samtener Stimme und klarer Akzentuierung. Ohne Frage, ein Hauch von Mystik umgibt Wolfgang Hohlbein, jene Art von Mystik, die sich einstellt, wenn jemand sich sämtlichen Kategorisierungen entzieht.

Äußerlich eher unauffällig und scheinbar ohne Alter, paßt er in kein herkömmliches Bild, weder in das des Familienvaters noch in das des Autors, weder in das des Geschäftsmannes noch in das des Phantasten. "Ich habe Angst vor dem Tag, an dem ich erwachsen werde", gibt er zu. Hohlbein erfindet Märchenwelten, die oft weit auseinanderliegen. Eine Flucht? Wohl kaum, dafür ist er doch zu sehr Realist. Als Schriftsteller ist er weder der märchenhafte arme Poet noch der intellektuelle Vermittler fremder Botschaften, sondern er will nichts anderes, als einfache und spannende Geschichten erzählen. So wirkt er am ehesten wie ein Wandler zwischen dem Hier und Jetzt und all den vielen verschiedenen Facetten phantastischer Welten. Schade, daß die Marktplätze, von denen Wolfgang Hohlbein träumt, der Vergangenheit angehören.

Aber auch zum Schreiben braucht es nicht viel: Ein Stift und ein Blatt Papier genügen. Und schreiben kann man, so hat er erfahren, überall, selbst im Auto auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt, während man auf die Frau wartet, die den Wocheneinkauf für die achtköpfige Familie erledigt. Hohlbein ist ein erklärter Technikfreund, nicht nur in seinen Büchern. Und trotzdem schreibt er mit der Hand. Ein technisches Spielzeug, so sieht er den Computer, ist eher antikreativ. Er schätzt die Vorteile, die in der Handarbeit liegen: "Das geht zwar langsamer, aber man ist gezwungen, länger zu überlegen, und ist dadurch viel konzentrierter." Seite um Seite füllt er mit kleinen, fast kalligraphischen Zeichen. Man sieht förmlich die Worte aus der Feder fließen, die so geschrieben, fast druckreif sind. Wichtig ist für Wolfgang Hohlbein schließlich nicht nur der Text auf dem Blatt, sondern auch das sinnliche Erlebnis des Schreibens und die kreative Atmosphäre des herumfliegenden Papiers. Also doch, ein Schriftsteller fast wie aus dem Märchen.

Die Gabe, spannende Geschichten erzählen zu können, entdeckte Hohlbein bei sich eher zufällig und beinahe plötzlich. Als Jugendlicher hatte er zwar hier und da kleine Erzählungen zu Papier gebracht. Aber daß die Schreiberei einmal sein Hauptberuf sein würde, war ihm damals noch ein ganz fremder Gedanke. Lange Zeit schrieb er kein einziges Wort. Bis zu dem Tag, als er im Autoradio eine Buchbesprechung von Tolkiens Herr der Ringe hörte. Er las die Bücher, und seine Begeisterung für Tolkiens Geschichten schlug um in die Begeisterung dafür, eigene Geschichten zu erfinden und zu schreiben. Vielleicht trägt auch die undefinierbare, irgendwie surrealistische, städtisch-ländliche Industrielandschaft um Neuss, wo er aufwuchs und wo er heute mit seiner Familie lebt, dazu bei, daß seinen Erfindungen neuer Welten bis heute keine Grenzen gesetzt sind? Auch hier gehen Realität und Phantasie merkwürdige Verbindungen ein. Wolfgang Hohlbein mag friedliche Idylle wie die bayerische Landschaft lieben, aber dort lebend kann man sich ihn nicht vorstellen.

Sein erstes Buch veröffentlichte Hohlbein 1982: Märchenmond, ein phantastisches Märchenbuch, geschrieben gemeinsam mit seiner Frau Heike. Das Buch war auf Anhieb ein Riesenerfolg, der ihn selbst überraschte und für ihn, wie er sagt, "ein stehender Start" war. Weitere Buchveröffentlichungen folgten, und schon bald konnte Hohlbein seinen gelernten Beruf als Industriekaufmann endgültig an den Nagel hängen und sich ganz der Geschichtenerzählerei widmen. Mittlerweile sind es mehr als einhundert Bücher, und die Gesamtauflage nähert sich der Sieben-Millionen-Grenze. "Das, was ich erreicht habe, ist wie sechs Richtige im Lotto", stellt Wolfgang Hohlbein heute glücklich fest. Der einzige Wermutstropfen: Seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, nur nicht ins Englische – noch nicht. Besonderes Glück, so meint er, hat er aber auch mit seinen Verlagen, die ihm alle Freiheiten einräumen. "Ob Fantasy oder Science Fiction, Märchenbücher oder Horrorstories, von Anfang an konnte ich schreiben, was ich wollte." Wäre das nicht so gewesen, vielleicht wäre er doch lieber wieder in sein Büro gegangen. Schonmal läßt er sich aber auch von seinen Redakteuren zügeln, berichtet er lächelnd, so beispielsweise, wenn er allzu detailverliebt seinem Helden stundenlang beim Durchwandern der Wüste folgt. Als Autor erlebt man eben intensiver, entschuldigt er sich, läßt sich den Wüstengang aber bereitwillig kürzen.

Hohlbein ist nicht in seine Ideen verliebt. Manchmal, wenn auch selten, richtet er sich auch nach seinen Lesern: "Konkret passiert das gerade. Ich bekomme seit fünf Jahren immer wieder Post, gerade von meinen jugendlichen Lesern, die sich darüber beschweren, daß meine Jugendbücher immer Jungs als Helden haben. Das nächste, das ich schreibe – bisher habe ich zwölf von diesen Märchen-geschichten geschrieben –, das dreizehnte, da wird es ein Mädchen sein. Und dann mal schauen, was passiert." Bei dieser Rittergeschichte, die noch zu schreiben ist, wird es, so verrät er, um die Zahl dreizehn gehen, denn "seit dreizehn Jahren bin ich Schriftsteller, es ist das dreizehnte Buch. Mehr weiß ich noch gar nicht. Mehr weiß ich selten bei einer Geschichte."

Das Spektrum der Ideen scheint bei diesem Autor unermeßlich. Sowohl zeitlich als auch räumlich liegen seine Geschichten oft weit voneinander entfernt und erfordern einiges an Recherche. Doch Hohlbein sieht das gelassen: Historische Romane setzen einen festen, glücklicherweise aber auch sicheren Rahmen an Tatbeständen. Für die Science-fiction-Literatur braucht man sich nur einigermaßen in den Naturwissenschaften auszukennen. Und wie es mit der Technik weitergeht, das ist für ihn eine einfache Vorstellung, bei der es nur darum geht, weiterzudenken. Eine größere Herausforderung bedeuten da schon die Gestalten seiner Fantasy-Romane. "Beschreiben sie einmal etwas, das überhaupt keinen Bezug zur Wirklichkeit hat. Ein Drache geht ja noch, aber irgendein Phantasiewesen? Wenn man sich das ausdenkt, hat man es ganz deutlich vor Augen, aber das dann in Worte zu fassen, das ist schon schwieriger."

Zumeist beschäftigt sich Hohlbein mit verschiedenen Geschichten zur gleichen Zeit. Allerdings, das Hin- und Herspringen zwischen etwas Romantisch-Verspieltem und etwas Technischem beispielsweise hält selbst dieser unermüdliche Geschichtenerfinder fast für ein Ding der Unmöglichkeit. Seiner Kreativität und seinen Einfällen muß er sich trotzdem manchmal beugen: "Ich bin sehr impulsiv, wenn ich eine neue Idee habe, dann begeistert mich das so sehr, daß ich auch gleich damit anfange, unter Umständen alles stehen und liegen lasse und schreibe. Das muß dann einfach raus. Das hält dann aber auch oft nicht lange an, vielleicht eine Woche oder zwei. Und wenn ich merke, die Begeisterung läßt nach, dann lasse ich es auch liegen. Und das führt dazu, daß ich manchmal zwei, drei Sachen gleichzeitig in Arbeit habe. Allerdings nicht so, daß ich täglich hin- und herspringe, das geht nicht."

Eine Vorliebe hat er, auch das verbindet ihn mit seiner Frau, ganz offensichtlich für alles Märchenhafte. Selbst in seinen Science-fiction-Romanen ist das zu spüren. "Man wirft mir manchmal vor, daß ich nicht zwischen den verschiedenen Genres trenne. Aber das mache ich ganz bewußt so", erklärt er. Zwar ärgert ihn die, wie er meint, typisch deutsche Sucht, alles in Schubladen zu schieben und mit Etiketten zu versehen. Aber irritieren läßt er sich dadurch auch nicht.

Der außergewöhnlichen Welt der Phantasien und Geschich-ten, in die Wolfgang Hohlbein nächteweise schreibend eintaucht, steht bei Tag ein ebenso außergewöhnliches und vor allem turbulentes Familienleben gegenüber. Doch, dank der Unkompliziertheit seiner Frau, steht beides sich nicht im Wege. Sechs Kinder, zehn Katzen und drei Hunde, lebendiger kann die reale Welt nicht werden. Für die Kinder ist es eine ganz normale Sache, daß ihr Vater Schriftsteller ist. Streß ist hier niemandem anzumerken. Heike Hohlbein sieht sympatischerweise vieles lockerer als die durch-schnittliche 'gutbürgerliche' Hausfrau, und gerade als Fremder fühlt man sich auf Anhieb wohl in diesem freundlichen Chaos.

Zwar ist der Familienvater zu Recht stolz auf seine Fähigkeit, selbst inmitten dieses Trubels sich an einen Tisch setzen und drauflosschreiben zu können. Aber lieber noch arbeitet er in Nachtschicht. Nachts, wenn die Familie schläft, findet er die nötige Ruhe. Außerdem, das muß er zugeben, "ist da der innere Schweinehund nicht so stark, der mir erklärt, daß ich doch viel lieber mit den Hunden spazierengehen könnte oder ein bißchen motorradfahren." Am kreativsten fühlt er sich sogar, wenn er ein wenig müde ist. "Vielleicht hat das damit zu tun, daß das Unterbewußte dann stärker ist", sinniert er.

Zwischen Alltag und Realität und seinen Geschichten trennt Wolfgang Hohlbein bewußt, und "Gottseidank", wie er sagt, kann er es. "Es fließt viel Selbsterlebtes mit ein", erklärt er. "Es kommt schon einmal vor – gerade wenn ich Kinderbücher schreibe –, daß ich was Witziges aufschnappe, und das fließt mit ein. Aber es ist nicht so, daß ich ganz bewußt rumlaufe und Leute beobachte." Vor allem, wenn seine Horrorgeschichten zur Sprache kommen, dann betont er nachdrücklich, daß es Parallelen zur Realität kaum gibt: "Ich trenne das schon, ich bin mir jede Sekunde bewußt, daß ich Geschichten erzähle und daß sie mit der Wirklichkeit meistens gar nichts zu tun haben."

Die Wirkung von brutalen oder blutigen Szenen ist in seinen Stories stets wohlkalkuliert. "Gewalt, ja, Spannung, Action, Abenteuer, aber schlimm wird es erst, wenn es zum Selbstzweck wird, wenn man die Szenen aus keinem anderen Grund hinschreibt, als daß wieder mal etwas passieren muß, wenn der Leser wieder einmal Blut sehen will." Von solch zweifelhaften Praktiken, Spannung zu erzeugen, distanziert er sich. Stattdessen geht er bewußt sparsam mit der Schilderung von Gewalt um, räumt sich aber mit einem verschmitzten Grinsen ein: "Wenn ich sie schildere, dann soll sie auch extrem sein." Als Vater ist ihm an der Feststellung gelegen, daß "es immer darauf ankommt, wie man selbst damit umgeht, oder als Erwachsener, wenn man Kinder hat, wie man es ihnen rüberbringt". Seine persönlichen Lieblingsbücher allerdings sind die mit bösem Ende. "Aber so ein Ende schreiben, das kann man nicht allzu oft machen", muß er gestehen.

Gruselige Szenen haben für ihn eine ganz besondere Spannung. Als Autor lebt Hohlbein jede Sekunde seiner Geschichte intensiv mit, doch – so muß er gestehen – "das intensivste Erlebnis ist, wenn ich mich grusele". Er weiß, die besten Gruselfilme sind die, in denen man das Monster nicht sieht, sondern nur ahnt. Der Leser malt sich selbst am besten aus, wovor er sich gruselt. Bewußt bleibt er deshalb mit seinen Beschreibungen knapp und offen. Leider nur, bedauert Hohlbein, verwechseln viele Ekel und Horror. Trotzdem, auch gut geschriebene Schilderungen können verschrecken. Die neueste Gruselgeschichte ist selbst seiner Frau zu gruselig. Über die ersten sechzig Seiten wollte sie nicht hinaus. Heike Hohlbein beschränkt sich lieber auf, wie sie sagt, »alles, was sich zwischen Elfen und Feen bewegt«, und manchmal erfindet sie auch ein "kleines gruseliges Monsterlein".

Hohlbein ist Optimist, was seine zuweilen düsteren Zukunftsvisionen nicht so schnell vermuten lassen. Aber so, wie er die Zukunft ausmalt, so wünscht er sie sich nicht und ist ganz zuversichtlich. "Wir leben in einer ganz, ganz spannenden Zeit", meint er. "Im Moment kann ja wirklich alles passieren. Ich glaube, daß wir auf den technisch-wissenschaftlichen Gebieten den Punkt bald erreicht haben, wo alles möglich sein wird."

Natürlich fragt man sich, woher er all seine Ideen nimmt. Ein Konzept gibt es selten, erklärt Hohlbein, zumeist steht der Titel fest und das, worum es geht, vielleicht auch noch das Ziel, nur "was dazwischen passiert – keine Ahnung". Der Rest ergibt sich. Schließlich vergleicht er die Entstehung einer Geschichte mit dem Lesen eines Buches: "Man weiß ja auch nicht genau, wie es weitergeht. Ich bin manchmal auch ganz überrascht, welche Wendung die Geschichte nimmt."

Sicher, eine spannende Geschichte muß einfach dasein, um den Leser zu fesseln, und Hohlbein hat beim Schreiben keine Hemmungen, gegen die Logik zu verstoßen. Wichtig ist allein die innere Logik. Was ihn im Verlauf des Erzählens interessiert, ist, wie die handelnde Person reagiert, wie sie aus einer Situation, in die sie hineingeschubst wird, herausfindet. "Wie zum Beispiel", fragt er sich "reagiert jemand, der mit dem Bus fahren will und plötzlich ist die Straße verschwunden?" Durch diese Konzentration auf ein oder zwei Personen, die Hohlbein innerhalb einer riesigen Schar von agierenden Personen verfolgt und beobachtet, ist selbst das umfangreichste seiner Werke, und das ist das Angenehme, im Grunde nicht mehr als eine "ganz kleine Geschichte, die da passiert", wie er es bescheiden ausdrückt.

Bescheiden ist Wolfgang Hohlbein in jeder Hinsicht, sowohl was seinen schriftstellerischen Erfolg als auch seine künstlerischen Fähigkeiten angeht. Da sieht er sich eher als Handwerker, der über die Jahre notwendigerweise zu stilistischer Reife gefunden hat, und zu seinem Erfolg bemerkt er erklärend: "Manchmal wundere ich mich, daß ich gerade in den letzten Jahren so viel Erfolg habe. Ich selber halte meinen Stil gar nicht mal für so gut. Ich glaube, das liegt eher daran, daß ich durch Zufall die Sprache für mich habe, die die meisten Leser auch mögen. Rein zufällig ist das so der Zeitgeschmack."

Hohlbein ist überzeugt davon, daß alles, was man aus Leidenschaft macht, man auf eine ganz besondere Weise gut macht. Genauso sieht er sein Hobby, das Sammeln und Bemalen von Zinnfiguren. "Das ist ganz seltsam. Ich bin handwerklich ganz ungeschickt. Ich habe große Mühe, hier einen Nagel in die Wand zu bekommen, aber da klappt's sonderbarerweise." Wahrscheinlich liegt auch der wirkliche Grund seines Erfolges in der Begeisterung, mit der er seine Geschichten erzählt und die ständig spürbar ist, weniger dagegen in einem zufälligen Zeitgeschmack. Disziplin und Arbeitspensum sind bei Wolfgang Hohlbein immens, dennoch empfindet er seinen Beruf nie als belastend, eher im Gegenteil. "Ich mache das jetzt seit mehr als dreizehn Jahren hauptberuflich, und ich habe während all der Zeit keine einzige Sekunde das Gefühl gehabt, daß ich arbeite." Wer kann das schon von sich sagen? Nur einen Nachteil seines Berufes sieht er doch: die Isolation. Die Bemerkung relativiert sich, wenn er von gelegentlichen abendlichen Runden erzählt. "Das ist der Teil Arbeit, der am meisten Spaß macht, ob jetzt zusammen mit meiner Frau oder mit Kollegen, einfach zusammensitzen und mit Ideen spielen, einfach drauflos-spinnen. Meistens kommt dann auch schon was dabei raus. Aber das ist doch der kleinste Teil der Arbeit. Und dann geht es auch los, dann fange ich konkret an zu arbeiten. Und dann sitze ich doch wieder wochenlang allein am Schreibtisch."

Urlaub, so etwas hat er lange nicht gemacht. Aber hier scheiden sich auch die Geister der Familie. Sonne und Meer am Strand von Jamaika, eine Wonne für Frau und Kinder – für ihn, so vermutet er, wäre es das reinste Fegefeuer. Der Urlaub, von dem er träumt: vierzehn Tage alleine durch den Dschungel oder barfuß eine Pyramide erklimmen. Irgend etwas muß er immer erleben, aber mit den Träumen ist das so eine Sache.

"Ich glaube, die ganzen Träume, die man so hat, haben mit der Realität nicht viel zu tun. Wenn sie erfüllt sind, dann sind es manchmal Enttäuschungen. Auf jeden Fall anders, als man es sich vorgestellt hat. Ab und zu erfülle ich mir etwas, von dem ich schon seit zehn Jahren geträumt habe. Motorradfahren war immer mein großer Traum, den ich mir nicht habe leisten können. Und jetzt stelle ich eben fest, es macht Spaß, aber es ist ganz und gar anders, als ich mir das vorgestellt habe. Manchmal ist es anstrengend, mühsam und unbequem. Die meiste Zeit steht das Ding vor der Türe und rostet vor sich hin – so geht es mir mit vielen Träumen, wenn sie in Erfüllung gehen."

Träume, die in Erfüllung gehen, rosten. Träume haben keinen Bestand, es sei denn in der Phantasie. Eine sehr ernüchternde Philosophie, die vielleicht aber die Basis der Bücher von Wolfgang Hohlbein ist.

(Quelle: Bastei Lübbe Verlag)


Veröffentlichungen:

Flut (2001, HC)

 

 

   

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