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Inhalt:
Im Jahre 818 wird Johanna als Tochter eines in der Sachsenmission
tätigen englischen Priesters und dessen Frau in Deutschland
geboren. Früh verliert sie beide Eltern und sucht Zuflucht
in einem Frauenkloster. Dort lernt sie den Mönch Frumentius
kennen, der sie dazu überredet, ihm als Mann verkleidet in
sein Kloster Fulda zu folgen. Sie werden jedoch bald entdeckt,
und Johanna begibt sich nach Italien. Als "Pater Johannes"
gelingt ihr am päpstlichen Hof ein spektakulärer Aufstieg,
an dessen Ende die Papstkrönung steht. Doch als sich die junge
Frau in einen Mönch aus ihrem Gefolge verliebt, nimmt das
Schicksal seinen Lauf ...
(©
2000 Bastei Lübbe Verlag)
Fazit:
Das Buch beschäftigt sich mit dem Leben der Frau Johanna,
die von 858 - 861 unerkannt als Papst in Rom regiert haben
soll.
Als einzige Tochter eines englischen Priesters in Deutschland
geboren und aufgewachsen, flüchtete sie im jugendlichen Alter
mit ihrem Liebhaber als Mönch verkleidet nach Athen, wo sie
lernte und lehrte. Jahre später führte ihr Weg nach Rom. Als
anerkannter Lehrmeister wurde sie nach dem Tod Papst Leo IV.
zum Papst Johann VIII. gewählt. Ihr wahres Geschlecht blieb
unerkannt, bis sie bei ihrer Niederkunft während einer Prozession
starb.
Vor dem Roman steht eine Einführung des Autors, in welcher
er darstellt, warum man die von vielen als Legende abgetane
Geschichte der Päpstin Johanna als Tatsache betrachten darf.
Im Anschluss an den Roman finden sich ein vom Autor unter
Pseudonym verfasster Brief an eine Zeitschriftenredaktion,
in dem es um die Moral in der Ausdrucksweise des Romans geht.
Außerdem werden mehrere ältere Erzählungen und Berichte anderer
Autoren über Johanna wiedergegeben.
Der Verlag hat einen im Jahre 1867 verfassten Roman neu aufgelegt.
Dabei wurde die ursprüngliche Fassung verwendet, so dass man
an dieses Buch nicht die Erwartung knüpfen darf, die normalerweise
an einen historischen Roman gestellt werden. Einführung und
Nachworte nehmen fast ebensoviel Platz ein, wie der eigentliche
Roman, und natürlich entspricht auch der Schreibstil nicht
unserer heutigen Lesegewohnheit. Trotzdem sind alle Texte
leicht lesbar, wegen ihrer zahlreichen fremdsprachigen Zitate
und heute vielleicht nicht für jeden nachvollziehbaren Anspielungen
jedoch nicht unbedingt vollständig erfassbar.
Der eigentliche Roman ist, wie der Autor selbst betont, eine
Satire. Doch ist auch sein Humor aufgrund des Erscheinungsjahres
nicht leicht nachvollziehbar. Wen dies nicht stört, der sollte
zu diesem amüsanten und lehrreichen Buch greifen und sich
zurückversetzten lassen in die Welten des Mittelalters und
des 19. Jahrhunderts.
(©
2001 Stefanie Brink für all-around-new-books.de)
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