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Inhalt:
War Andrew Trentham plötzlich in ein Zeitloch geraten?
Als er den Hügel in den schottischen Highlands überschreitet,
glaubt er sich jedenfalls unittelbar in die Vergangenheit
versetzt. Ein kleines Dorf erwartet ihn, Männer in Kilts
und Tartans, mit Schwertern und Dolchen: Alles wirkt so, als
wäre das 21. Jahrhundert nie bis hierher vorgedrungen.
Und er selbst wird für einen Krieger aus den Lowlands
gehalten. Unversehens gerät er in den uralten Konflikt
zwischen Schotten und Engländern, den Kampf um die Königskrone
des Landes.
(©
2002 Bastei Lübbe Verlag)
Fazit:
Andrew Trentham, Vorsitzender der britischen Liberaldemokraten,
sucht weiter nach den schottischen Wurzeln seiner Familie.
Doch diesmal ist es nicht mehr vorrangig die Begeisterung
für dieses Land und seine Geschichte, die ihn treibt,
sondern die bevorstehende Entscheidung des britischen Parlaments
über die Unabhängigkeit Schottlands, in der seine
Stimme den Ausschlag geben wird.
Während
der erste Band "Der Stein der Kelten" mit
Andrew Trentham als Protagonist sofort mit viel Spannung und
Handlung begann, zieht sich die Einführung hier etwas
in die Länge. Doch erfüllt sie ihren Zweck, dem
Leser die Ereignisse des ersten Buches, an das hier direkt
angeschlossen wird, verständlich zu machen, vollkommen.
Auch wer "Der Stein der Kelten" nicht kennt,
erhält alle notwendigen Informationen. Für die anderen
ist es eine gute Auffrischung der Erinnerung, ohne dass es
wirklich langweilig wird.
Die Hintergründe des Diebstahls sind noch nicht geklärt
und die Schuldigen nicht alle ermittelt oder verhaftet. Neben
Andrew Trentham spielt auch die Journalistin Paddy wieder
eine wichtige Rolle, sieht sie doch nach wie vor in der Auflösung
der Angelegenheit ihre große Karrierechance.
Erneut
ist der Kriminalfall, bei dem es diesmal um Politik und Wirtschaft
geht, nur die Rahmenhandlung, in die eingebettet der Leser
Geschichten über die Vergangenheit Schottlands findet.
Gewürzt wird das aktuelle Geschehen durch eine Liebesgeschichte,
die weder kitschig noch anstößig, sondern im Gegenteil,
fast nebenbei behandelt wird.
Phillips
gelingt der Wechsel zwischen der Rahmenhandlung und den historischen
Erzählungen sehr gut. Die alten Geschichten sind an der
jeweiligen Stelle wichtig für Trenthams Entscheidungs-prozess
und daher passend eingefügt. Es findet jedoch kein wirklicher
Stilwechsel statt. Die alten Berichte sind ebenso modern verfasst,
wie die Rahmenhandlung.
Für
den deutschen Leser ist die Frage nach der Unabhängigkeit
Schottlands nicht unbedingt wichtig, das Thema wird ihn nicht
berühren und die Handlung somit nicht fesseln, was noch
dadurch verstärkt wird, dass den Figuren die Tiefe fehlt.
Trotzdem wird es nie langweilig.
Dem Autor ist die Vermittlung der schottischen Geschichte
sehr wichtig, denn er fügt in die alten Erzählungen
sachliche Abrisse über historische Ereignisse ein. Dies
ist störend, da es diese sehr spannenden und mitreißenden
Geschichten, bei denen sich der Leser sehr gut mit den Figuren
identifizieren kann, unterbricht.
Im ersten Band spürte der Leser permanent die Liebe und
Faszination des Autors für Schottland, was hier sehr
abgeschwächt ist. Doch zeigt folgendes Zitat, dass dies
sehr bewusst geschah, es spiegelt Inhalt und Absicht des Romans
sehr gut wider:
"Aber jetzt war alles anders. Er war nicht mehr so neugierig
und eifrig wie damals, als er erste Bekanntschaft mit der
schottischen Geschichte, Poesie und Musik schloss. Dafür
wog jetzt alles viel schwerer, und zwar sowohl persönlich
als auch politisch."
Ein
lesenswertes Buch vor allem für Schottlandliebhaber und
historisch Interessierte.
(©
2003 Stefanie Brink für all-around-new-books.de)
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