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Inhalt
und Fazit:
785: Der Krieg zwischen Franken und Sachsen findet durch die
Unterwerfung und Taufe des Sachsenherzogs Widukind ein Ende.
Doch im Volk lebt die Feindschaft und der alte Glaube weiter.
So auch in der Familie des Sattelmeisters Wolfhard, der sich
der Unterwerfung widersetzte und dabei sogar einen Priester
tötete, doch selbst auf der Flucht umkam.
Asmund, der Graf von Minden, bei der Verfolgung von Wolfhard
schwer verletzt und entstellt, versucht, sich an der Familie
zu rächen. Haß und Intrigen treiben den jungen Wolfger, Wolfhards
Sohn, in die Wälder, wo ihn die Verfemten aufnehmen.
Zwölf Jahre nach der Unterwerfung wollen die Sachsen unter
dem zurückgekehrten Widukind die Franken endgültig aus ihrem
Land vertreiben, doch der Aufstand nimmt eine unerwartete
Wendung.
Der Roman erzählt von Wolfger, einem jungen Sachsen, aufgewachsen
in der Erinnerung, Vater und Bruder durch die Franken verloren
zu haben. Jetzt ist er verantwortlich für Mutter, Schwester
und die Hofleute, muss seinen Groll gegen den Mindener Grafen
und die Franken unterdrücken. Auch wenn hier nur von wenigen
Wochen aus Wolfgers Leben berichtet wird, so entsteht doch
keine Länge. Gekonnt verbindet Kastner die Handlungen der
verschiedenen Charaktere miteinander, so dass trotz mehrfacher
Schauplatzwechsel kein Bruch entsteht. Ebenso geschickt webt
er einige Sagen und Mythen der germanischen Götterwelt ein
und vermittelt Geschichte, ohne zu langweilen. Der Text, ein
Anhang über die historische Authentizität des Romans, das
Glossar eventuell unbekannter Begriffe und die Zeittafel zeigen
deutlich, dass sich der Autor mit dem geschichtlichen Hintergrund
seiner Erzählung auseinandergesetzt hat, auch wenn die Handlung
"zum Teil Historie, zum Teil Sage und zum Teil die unerlässliche
Phantasie des Autors" ist.
Ohne moralisierend zu wirken wird durch Wolfgers Gedanken
und Gefühle auch sehr viel über die Mechanismen von Krieg
und Hass deutlich. Gerade im Moment sollte uns der im folgenden
zitierte Abschnitt nicht unberührt lassen: " Wolfger dachte
an die vielen Toten, die noch leben könnten, hätte weniger
Hass und mehr Verständnis geherrscht. Unrecht wurde auf beiden
Seiten verübt, von welcher mehr, will ich nicht entscheiden.
Es ist auch nicht wichtig. Wichtig ist nur, dass Unrecht nicht
mit Unrecht aus der Welt geschafft wird. Nur Frieden kann
Unrecht und Hass und Tod vermeiden."
Ein spannender Roman aus der Zeit Karl des Großen, der sich
angenehm lesen und schwer aus der Hand legen lässt.
(©
2001 Stefanie Brink für all-around-new-books.de)
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