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Die italienische Originalausgabe erschien 2002 unter dem Titel
"La collega tatuata"





 

Krimi/Thriller

Schön, blond, reich und tot

Autorin: Margherita Oggero
Aus dem Italienischen von Christiane v. Bechtolsheim

Krimi
Taschenbuch, 283 Seiten
erschienen: März 2004
grafit
ISBN: 3-89425-533-1
Preis: 9,40 Euro
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Inhalt:
Bianca De Lenchantin ist zu schön und zu reich, um sympathisch zu sein. Ihrer bodenständigeren Lehrerkollegin, die sich mit Temperament und einer gehörigen Portion Feminismus durch Schulalltag, Familienleben und eine beginnende Midlife-Crisis kämpft, erscheint sie jedenfalls gleich beim ersten Kennenlernen abgehoben und arrogant. Die Antipathie der professoressa verstärkt sich noch, als sie einen verzweifelten Anruf ihrer Freundin Gina erhält: Einer ihrer Hunde ist vergiftet worden und offenbar steckt die De Lenchantin dahinter, die im Nachbarhaus wohnt. Gina schwört der Tierquälerin Rache.
Wenige Tage später wird Bianca De Lenchantin erdrosselt auf einer Müllhalde aufgefunden. Hat Gina ihre Drohung doch noch wahr gemacht? Der Verdacht gegen die Freundin zerschlägt sich, doch die professoressa ist ins Grübeln – und dabei auf den Geschmack gekommen. Als sie dann auch noch den gut aussehenden Commissario Berardi kennen lernt, der die Ermittlungen leitet, beschließt sie, eigene Untersuchungen anzustellen. Bald kann sie ihren ersten Erfolg verbuchen: Sie findet den Taschenkalender der Toten, nach dem die Polizei bereits fieberhaft sucht. Doch das Buch enthält nicht mehr, als schon bekannt war: Den Nachmittag hatte die De Lenchantin mit Marco Vaglietti, ihrem Cousin, verbracht. Danach, bis zu ihrem Tod am Abend, verlieren sich die Spuren. Berardi ist nicht nur von dem Spürsinn der selbst ernannten Detektivin beeindruckt und ermuntert sie zu weiterem Informationsaustausch.
Bei einem Besuch in der Luxusvilla von Bognasacco, dem trauernden Witwer, macht Renzo, der Ehemann der professoressa, eine erstaunliche Entdeckung: Zwischen den zahlreichen wertvollen Gemälden im Haus hängen einige billige Kopien, von denen Bognasacco offenbar nichts weiß. Sämtliche Kunstschätze im Haus waren von Marco Vaglietti vermittelt worden. Ein Zufall oder steckten Cousin und Cousine unter einer Decke? Und was ist an dem Gerücht, dass ihre Beziehung nicht nur verwandtschaftlicher Natur war?

(© 2004 grafit Verlag)


Fazit:

Die Italienerinnen kommen!

"Nervig, feministisch, überspannt und zum Glück mollig." Mit diesen Worten beschreibt der Ehemann seine Frau, die Hauptfigur in Schön, blond, reich und tot, einem Krimi aus der Feder der Italienerin Margherita Oggero. Das klingt zwar nicht besonders sympathisch, aber bereits nach den ersten Seiten lässt sich der Leser eines Besseren belehren und schließt die Heldin ins Herz.
Sie ist um die vierzig, Lehrerin, hat neben einem Ehemann noch eine Tochter, eine Mutter und einen Hund zu versorgen, und versucht im Alltagschaos bestmöglichst zu bestehen, ohne dabei in Verkehrsstaus, endlosen Personalversammlungen ihrer Schule und Diätversuchen unterzugehen.
Genau das scheint ihrer neuen Kollegin Bianca de Lechantin perfekt zu gelingen. Außerdem outet sie sich als Hundehasserin, was sie unserer Heldin nicht gerade sympathischer macht. Doch als "BL" wenig später erwürgt aufgefunden wird, ändert sie ihre abweisende Haltung und macht sich neugierig auf die Suche nach potenziellen Tätern und Motiven. Hat vielleicht ihre Freundin Gina etwas mit dem Mord zu tun? Sie wirft "BL" vor, ihre Hunde vergiftet zu haben. Wie steht es mit dem Ehemann des Opfers, einem reichen Industriellen, der seltsamerweise gefälschte Gemälde im Wohnzimmer hängen hat? Welche Rolle spielen ihr bisexueller Cousin und sein Freund?

Mit viel List und Tücke, Logik und der Hilfe eines weiten Netzwerks von Freundinnen gelingt es ihr, dem Täter auf die Spur zu kommen. Dabei stellen sich ihr nicht nur Hindernisse bei den Ermittlungen in den Weg, auch der charmante Commissario Gaetano, der ihr zu verstehen gibt, dass er auch über den Fall hinaus an ihr interessiert ist, bereitet ihr Kopfzerbrechen - er gefällt ihr ausnehmend gut. Soll sie sich auf eine Affäre einlassen? Doch auch dieses Problem weiß sie zu lösen.

Wie schon so oft, ist es auch diesmal dem kleinen Grafit Verlag wieder gelungen, eine vielversprechende neue Autorin abseits der großen Namen zu entdecken und sie nach Deutschland zu bringen. Margherita Oggero schreibt, wie ihre Hauptfigur spricht und denkt: in oft langen Sätzen, durchzogen von Ironie und trockenem Humor. Sie zeigt uns eine typische italienische links-intellektuelle Akademikerin, die ihren Bildungsauftrag sehr ernst nimmt, ihrem Gatten Ausflüge in den "Machismo" gestattet und auch eine romantische Ader hat. Eine etwas schrille, aber eine tolle Frau, denkt sich der Leser und verfolgt gespannt ihren Kampf mit einem prall gefüllten Alltag, der mindestens genauso spannend ist wie der Fall.

Schön, blond, reich und tot ist ein literarischer Krimi wie er sein sollte: interessante Charaktere, ein gut konstruierter Plot und eine stilistisch ausgefeilte Sprache, treffend übersetzt von Christiane von Bechtolsheim.

(© 2004 Ingrid Ickler für all-around-new-books.de)

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