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Inhalt:
Eine schockierende Nachricht für den Privatschnüffler
aus Kopenhagen: Seine Ex-Frau Helle ist auf Malta während
einer Urlaubsreise ermordet worden. Er und Polizeiinspektor
Ehlers fliegen sofort auf die Mittelmeerinsel, um diesen
scheinbar sinnlosen Mord aufzuklären. Die Durchsuchung
von Helles Bungalow im Mellieha Holiday Centre bringt
kein Resultat, aber als die beiden beginnen, der Lokalbevölkerung
unangenehme Fragen zu stellen, überschlagen sich
plötzlich die Ereignisse. Bald sind sie einem Mörder
auf den Fersen, der eine blutige Spur auf Malta hinterlassen
hat, und alle Polizeikräfte der Insel werden zu
einer unbarmherzigen Menschenjagd zusammengezogen ...
(©
2004 Bastei Lübbe Verlag)
Fazit:
Und das bei Bastei Lübbe! Dan Turèlls Krimi
Mord auf Malta, der dritte Band aus der zwölfbändigen
"Mord-Serie" des früh verstorbenen dänischen
Autors, bestätigt, dass sich auch im Programm des
eher für Schmalspur-Unterhaltung bekannten Verlags
eine echte Perle finden lässt.
Turèll ist keiner der typisch skandinavischen
Autoren. Die Art, wie sein Protagonist, ein namenloser
Journalist und Gelegenheitsermittler gemeinsam mit seinem
Freund Ehlers zahlreiche Mordfälle aufklärt,
erinnert an amerikanische Hard-boiled-Krimis. Von Mankells
Wallander trennen ihn Welten.
In
"Mord auf Malta" ermittelt der "Privatschnüffler"
in eigener Sache: Seine Ex-Frau Helle wurde auf Malta
erstochen. Gemeinsam mit Ehlers fliegt er in Helles
Feriendomizil, um ihre letzten Tage zu rekonstruieren.
Es wird eine Reise in die eigene Vergangenheit, während
der er nochmal seine gescheiterte Beziehung durchlebt,
aber auch in die verwobenen und seltsamen Geheimnisse
des Inselstaates, auf dem ganz eigene Gesetze herrschen.
Dass sie am Ende einen Drogenring entlarven und sich
Helles Tod als tragisches Missverständnis herausstellt,
bietet nur die spannende Rahmenhandlung für ein
wunderbares und sehr pointiertes Inselporträt.
Malta, seine Geografie, seine Geschichte und die kauzigen
Bewohner, ist die eigentliche Hauptfigur.
Turèll entwirft ganz eigene Bilder und gibt skurrile
Antworten auf Fragen, die sich mit Sicherheit auch mancher
Leser schon gestellt hat: Warum stehen in südländischen
Bars ganze Batterien seltsamer Ananas-, Bananen- oder
Kakaoliköre, von denen man niemals jemanden trinken
sieht? Hier gehen "nächtliche Geister, ein
besonderer Schlag von Likör-Vampiren um, die sich
als Einzige genau diese Flaschen schnappen, um zu überleben."
"Mord auf Malta" ist voll dieser herrlichen
Sätze, was die Lektüre zu einem echten Genuss
macht. Hut ab Lektorat, das Wagniss Turèll hat
sich gelohnt!
(©
2004 Ingrid Ickler für all-around-new-books.de)
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