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Inhalt:
Ein
kleines Kaff am Meer - hierher hat es die 18-jährige Ana ein
Jahr vor dem Abitur verschlagen. Aus dem umtriebigen Berlin,
das sie am liebsten vergessen möchte, in ein winziges Zimmer,
wo sie allein lebt. Abends jobbt sie.
Ana und Paul sind in derselben Klasse, aber ihr Leben könnte
nicht unterschiedlicher aussehen. Paul hat nur noch Tina,
seine Ange-betete, im Kopf. Für den Unterricht interessiert
er sich kaum noch, viel lieber hängt er bei Blues ab. Ana
ist da anders. Sie lernt, ist gut in der Schule. Nur Zugang
zu den anderen in der Klasse zu finden, fällt ihr schwer.
Sucht sie auch gar nicht, sondern geht auf Distanz. Kein Wunder,
immerhin will sie unter allen Umständen verhindern, dass jemand
etwas über ihre Vergangenheit erfährt. Eltern geschie-den,
Mutter in psychiatrischer Behandlung und sie selbst Heimkind
mit krimineller Laufbahn. Seit neuestem auch noch vorbestraft:
seit sie in Notwehr Hackmann, der sie eingesperrt und vergewaltigt
hat, um sie auf den Strich zu zwingen, einen Kronleuchter
über den Kopf gehauen hat. Aber den andern dämmert so langsam,
dass mit Ana etwas nicht stimmt. Paul und seine Clique an
vorderster Front. Als Paul in der Schule absackt, bittet er
Ana, ihm Nachhilfe zu geben. Langsam nähern sich die beiden
an - behutsam, zaghaft fassen beide Vertrauen und lassen sich
auf einander ein.
Als Tina eines Tages hinter Anas Geheimnis kommt und sie vor
versammelter Klasse damit konfrontiert, muss Ana Farbe bekennen.
Und trifft auf keine Wand.
Fazit:
Helene
Kynast hat ein feines Gespür für ihre Figuren. Realistisch
und packend schildert sie den doch sehr unterschiedlichen
Alltag junger Menschen, die ihre Vergangenheit mit sich tragen
und in der Gegenwart klar kommen müssen. Abwechselnd erzählen
Paul und Ana ihre Erlebnisse und so entsteht ein beeindruckender
Roman, im Mikrokosmos der Kleinstadt angesiedelt, der von
Freundschaft und Vertrauen handelt, aber auch von Cliquenbildung
und dem Druck, so wie andere zu sein.
(©
2001 Katja Theiß)
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