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Inhalt:
River,
die eigentlich Linde heißt, feiert Geburtstag; ihren 12. Und
eigentlich müsste sie glücklich sein. Ihre Eltern sind ein
Glücksfall, immer nett, immer da, immer bereit, alles mit
ihr zu bereden. Der Vater schreibt und malt sogar Bilderbücher
- über Linde, das Winterkind. Denn Linde ist Wunschkind, umhätschelt,
geliebt.
Aber Rivers Welt ist nicht in Ordnung. River ist in Walt verliebt,
der älter ist als sie und wortkarg. Aber er kommt schließlich
doch zu Besuch. Und da freundet er sich mit Rivers Vater an,
hilft diesem bei seinem neuen Machwerk. Das war nicht in Rivers
Sinn. Und ihre Freundin Marjon hat sie auch schon lange nicht
mehr gesehen; die unternimmt jetzt lieber etwas mit Rineke.
Und auch das goldene Mädchen, mit dem sie sich eine Freundschaft
imaginiert, erweist sich als bloße Erfindung von Walt.
River fühlt sich allein gelassen und bei der Feier zu Ehren
der Fertigstellung des neuen Buches, da verbrennt sie es beinahe.
Fazit:
Veronica
Hazelhoff erklärt nicht viel. Viel lieber schreibt sie ihre
Geschichte schlicht, fast zart. Nirgends steht explizit etwas
über Rivers Unglücklichsein, aber ihre Gefühle schimmern durch
jede Seite, sind eindringlich, schmerzhaft nahe. In ihrer
Schlichtheit gewinnen die Gefühle an Kontur, wird die Eifersucht
und Wut Rivers deutlich, aber auch ihre Probleme damit, Eltern
zu haben, die immer präsent sind.
Eigenwillig ist "Winterkind", sicher nicht einfach zu lesen,
da auch die Träume von River eine eigene Ebene erhalten, vieles
atmosphärisch dicht und mit verborgenen Bedeutungen aufgeladen
ist.
Behutsam zeigt Hazelhoff, wie Winterkind/River/Linde der Kindesmisshandlung
gegenübersteht. Für Walt hatte sie trotz ihrer Verliebtheit
keinen Blick, hinterfragt nie seine Situation. Sie ist zunächst
ich-bezogen, erkennt aber schließlich, dass er kein schönes
Leben hat. Das Bilderbuch ihres Vaters öffnet ihr dabei die
Augen: "Bei ihm zu Hause war immer Winter. Worte fielen wie
Hagel auf eine kahle Ebene. Und manchmal wurden aus Worten
Taten." Am Ende findet River aus ihrer selbst geschaffenen
Isolation und ist offen für andere Menschen.
"Winterkind" ist eine folgerichtige kleine Geschichte voll
Poesie und Gefühl!
(©
2001 Katja Theiß)
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