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Verlagsinfo:
Blutverschmierte Neugeborene,
vom Tod gezeichnete Aids-Kranke, kopulierende Pferde, überfüllte
Flüchtlingsboote oder Todeskandidaten in amerikanischen
Gefängnissen – dies ist die Welt, die Oliviero
Toscani für Benetton festhielt. Von 1984 bis 2000 prägte
der Mailänder Fotograf das Markenimage des Modeimperiums
und sorgte weltweit für Aufsehen. Jede Saison aufs Neue
wurde Schock statt beruhigender Schönheit, Provokation
an Stelle von Harmonie propagiert. 16 Jahre lang haben die
Kampagnen für Diskussionen gesorgt, immer wieder wurde
die Frage gestellt: „Darf Werbung so politisch und gleichzeitig
so ästhetisch sein?“ Doch im Jahre 2000 ging der
rebellische Modefotograf einen Schritt zu weit: Er fotografierte
Todeskandidaten in amerikanischen Gefängnissen, angeblich
mit dem Vorwand, eine Dokumentation zu erstellen. Als die
Bilder dann in der Benetton-Werbung auftauchten, wurde der
Benetton-Konzern verklagt und es kam zum Bruch zwischen Konzernchef
Luciano Benetton und Kreativmeister Oliviero Toscani.
In einem Band wurden nun erstmals
alle Benetton-Kampagnen von der italienischen Kunstkritikerin
Lorella Pagnucco Salvemini versammelt. Die Autorin erläutert
die Hintergründe und die Entstehungsgeschichte jedes
einzelnen Konzepts. Der Künstlerfotograf wird hier als
Kritiker der Werbeindustrie gezeigt, dessen Schaffen von aktuellen
politischen Entwicklungen ebenso beeinflusst wurde wie von
verschiedenen Kunstrichtungen. Denn einzelne Vergleiche zwischen
Gemälden und den Aufnahmen Toscanis decken verblüffende
Beziehungen zwischen Malerei und Werbefotografie auf.
Das Buch bietet ein umfassendes Porträt des Fotografen
und seiner Kampagnen und stellt somit ein Stück Werbe-
und Kulturgeschichte dar.
Zur
Autorin:
Lorella Pagnucco Salvemini
studierte italienische Literatur in Venedig. Die Kunstkritikerin
ist seit 1995 Mitherausgeberin der Kunstzeitschrift Arte
In, die vor allem unbekannte Künstler und den unbefangenen
vorurteilslosen Blick auf die Kunst fördern will.
(©
2002 Knesebeck Verlag)
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