| Rückentext:
C.-P. Peters interessiert sich immer wieder für die „Ewigen
Fragen“ des Lebens, so schon in „Göttliche
Erkenntnis“ und in den „Sage(n) vom versunkenen
Schloß“. Vorliegend findet der Leser eine Gegenüberstellung
der Mystik mit den großen Religionen. Es wird dargestellt,
an welchen Stellen Religionen die Menschen und ihr friedvolles
Miteinander behinderten, danach wird mittels der Erkenntnisse
der Mystik ein neues Zeitalter eingeläutet.
(©
2003 Claus-Peter Peters)
Zum
Autor:
C.-P. Peters, der „Erkenntnismystiker“, wurde
im Mai 1960 in Langenfeld / Rhld. geboren und arbeitet nach
Abitur und Jurastudium als Schadensachbearbeiter bei einer
Versicherung. Peters ist derzeit einziger veröffentlichender
Mystiker, der seine Texte zudem ausschließlich aus der
Verarbeitung eigener Erlebnisse schöpft und erarbeitet.
In „Mein Weg zu göttlicher Erkenntnis“ lässt
er überdies nicht nur Leser/innen an seinem eigenen Leidensweg
teilhaben, sondern vermag damit auch Leidende zu eigener göttlicher
Erkenntnis zu führen.
Textauszug:
4. Teil: Die visionäre Kraft der Mystik: Forderungen
an die Politik
A. Rückblick
Im ersten Abschnitt
wurde das mystische System beschrieben: Der Mensch lebt sein
Leben im Zyklus von Tod und Wiedergeburt, bis er eines Tages
in einem Leben an einen Punkt gelangt, an dem er das Bedürfnis
verspürt, sich über seine Person Klarheit zu verschaffen.
An diesem Wendepunkt auf dem spiralförmigen Weg im Zyklus
aller seiner Leben hin zum Göttlichen verspürt er
zunächst ein Gefühl von Ohnmacht, das einen Leidensprozeß
in Gang setzt. Der Leidende hat die Schlüsselerlebnisse
seines Lebens aufzuspüren, um diese zu verarbeiten. Das
Leiden selbst wird wie ein Brennen der Seele aufgefaßt,
das im Idealfall wie ein Ausbrennen des gesamten Körpers
wahrgenommen wird. Die alten Chinesen sprachen auch von einem
See von Feuer, ohne daß jedoch derjenige tatsächlich
brenne.
Auf das in Schüben
auftretende, schmerzhafte Brennen folgen jeweils Phasen der
Ruhe, die die Gelegenheit zur Aufarbeitung bieten. Hat der
Mensch den Selbsterkenntnisprozeß und den göttlichen
Selbsterkenntnisprozeß abgeschlossen, kehrt er als Brahmane,
als Erleuchteter, als Prophet, als Lichtarbeiter, als Mystiker,
wie immer man das bezeichnen will, in das Leben zurück,
bereit, für seine Mitmenschen etwas zu leisten. Je vollständiger
der Prozeß war, desto mehr kann der Mensch durchdenken
und Positives leisten. Mit einiger Vorsicht können auch
diejenigen eingebunden werden, deren Selbsterkenntnis darin
besteht, noch einige Leben zusätzlich auf der Erde leben
zu müssen, bis sie sich göttliche Aufnahme verdient
haben.
B. Auswirkungen
Da der Mensch Aufgaben
erhält, die er für sich in seinem Leben lösen
muß, das kann auch einmal nur das Loskommen von einer
Sucht sein, wird der Mensch auf der Erde die Lebenssituationen
vorfinden, derer er für diese Aufgabe bedarf. Erinnert
sei in diesem Zusammenhang nochmals an den spiralförmigen
Weg zur Erkenntnis, den der Mensch zur Vervollkommnung beschreitet.
Löst er eine ihm zugedachte Lebensaufgabe nicht, muß
er diese im darauffolgenden Leben nochmals angehen. Denn der
spiralförmige Weg zieht sich über alle Leben hinweg,
wie eben auch der Weg der Menschheit ein spiralförmiger
auf dem Weg zur Erlösung ist. Ob und inwieweit diese
Aufgabe bis ins Detail vorbereitet ist, könnte allenfalls
durch eine Gemeinschaftsleistung vieler Menschen aufgedeckt
werden. Von mir befragte Mystiker/innen bestätigten bisher
nur meinen diesbezüglichen Eindruck. Zusätzlich
sei hier zudem an das göttliche Belohnungs- und Bestrafungssystem
erinnert, das in diese Lebensaufgabe mit eingebettet sein
dürfte.
Fiktives Beispiel:
Ich könnte mir vorstellen, daß ein reicher Industriemanager,
der giftigen Industriemüll nach Afrika verbringen läßt,
in seinem darauffolgenden Leben als armer Schwarzer neben
der giftigen Müllkippe leben muß, mit der Folge
der schleichenden Vergiftung seines Körpers. Ein solches
Gedankenspiel mag zunächst abstrus klingen, führt
jedoch vor Augen, was mit Verantwortung vor Gott gemeint ist.
Besonders übel würde mir übrigens bei dem Gedanken
an die persönliche Verantwortung vor Gott werden, wenn
ich etwa als Staatschef eines Landes auf den Vollzug der Todesstrafe
gedrängt hätte, nur um als „harter Knochen“
ein paar Stimmen von „rechts“ zu bekommen. Welchen
Grund sollte ich denn vor Gott für mein Handeln angeben?
Ich glaube kaum, daß es ausreicht, auf ein Gerichtsurteil
zu verweisen, zumal bekanntermaßen der Justizirrtum
weltweit „fröhliche Urständ feiert“.
C. Fazit / Forderungen
Verantwortung sollte
denen zufallen, die bereits für sich Verantwortung vor
Gott übernommen haben. Wenn es sich nicht gerade um Mörder
handelt, spricht einiges dafür, daß sie mit der
ihnen zufallenden Verantwortung bewußt umgehen, schon
um sich die Rückkehr zu Gott nicht zu verbauen.
Um möglichst alle Menschen an Selbstverantwortung heranzuführen,
wäre in einem weiteren Schritt durch Schaffung basisdemokratischer
Strukturen das Gefühl von gestalterischer Freiheit und
Mitverantwortung zu vermitteln. Als eine Starthilfe zu mehr
persönlicher Freiheit eines jeden Menschen ist hier die
Auflösung der religiös dogmatischen Strukturen durch
die Mystik aufzufassen.
Ein befreiter und trotzdem in Verantwortung eingebundener
Mensch erlangt mit seiner Lebenserfahrung schließlich
auch die Möglichkeit der Selbstverwirklichung. Seine
Erlebnisse befähigen ihn nämlich, sich in seinem
Umfeld zu durchdenken, Gründe seines Handelns oder seines
Nicht-Handeln-Könnens aufzudecken.
Kein Mensch, der
um seine pure Existenz kämpfen muß, wird in der
Lage sein, dieses Konzept eigenverantwortlichen Handelns umzusetzen.
Folglich ist eine Grundsicherung für alle Menschen weltweit
zu gewährleisten. Umgekehrt darf die Menschheit vom Menschen
dafür auch seine Bereitschaft zur Mitarbeit in dem ihm
möglichen Rahmen erwarten, jeder also nach seinen Möglichkeiten,
jeder nach seinen Bedürfnissen.
Die Bereitschaft zur Mitarbeit nach seinen persönlichen
Möglichkeiten muß durch gegenseitigen Respekt voreinander,
Akzeptanz des Anderen und Toleranz geprägt sein. In einer
Gemeinschaft ist daher jeder Beitrag für die Gemeinschaft
im Rahmen der persönlichen Möglichkeiten gleichwertig,
auch wenn die Wertigkeit der Leistung in der Gemeinschaft
als ungleich empfunden wird. Schließlich befindet sich
nicht jeder Mensch auf dem spiralförmigen Weg über
alle Leben hinweg an vergleichbarer Stelle.
Im Zusammenhang mit den persönlichen Bedürfnissen
angemerkt, halte ich es für wichtig, daß einem
im Leidensprozeß steckenden Menschen ein gewisses Maß
an zusätzlichem persönlichem Freiraum zur Entwicklung
zugestanden wird. Im Idealfall erhält die Gesellschaft
im Gegenzug eine/n zu führen befähigte/n Mystiker/in
zurück.
Um die persönlichen
Möglichkeiten des einzelnen zu fördern, bedarf es
Bildungsanstrengungen. Es ist daher für ein gutes Schul-
und Bildungssystem Sorge zu tragen, welches neben den Erkenntnissen
der Wissenschaften auch Ethik, Ästhetik und Logik vermittelt.
Der Forderung des Konfuzius nach umfassender Vermittlung von
Geschichte und Geistesgeschichte kann ich mich weiter anschließen.
Die Wahrung der
Grundrechte des Menschen ist oberstes Gebot. Respekt, Akzeptanz
und Toleranz waren angesprochen. Kinder und Schwache bedürfen
besonderen Schutzes, folglich ist weiter Mitmenschliches zu
fördern. Da die Gemeinschaftsaufgaben nur gemeinschaftlich
gelöst werden können, ist zudem auf ein faires Miteinander
abzustellen.
Es darf nicht verkannt
werden, daß es Menschen mit unterschiedlicher Anzahl
an Leben auf der Erde gibt. Manche werden sich schwer tun,
mystische Prinzipien als Handlungsmaxime anzuerkennen und
sich in alte Glaubensvorstellungen flüchten. Da jede
Religion auf dem spiralförmigen Weg der Menschheit an
einem Platz zu finden ist, muß religiöse Freiheit
gewährleistet bleiben. Der Freiheit der Erkenntnis und
dem Streben nach Wissen steht die Freiheit des Glaubens in
keiner Weise nach.
Die genannten fünf
Forderungen sind bereits als „Fünf-Punkte-Offensive“
von politischen Mitstreitern verbreitet worden. Mir war fast
klar, daß das Papier von den Mächtigen als „intellektuelle
Spinnerei“ betrachtet wird und deshalb keine Auseinandersetzung
begonnen würde. Im Zusammenhang mit den Erkenntnissen
der Mystik hoffe ich nun jedoch auf die fruchtbare Diskussion
und auf eine konkrete Umsetzung erzielter Ergebnisse. Schließlich
ist die „Fünf-Punkte-Offensive“ der Mystik
entwachsen. Daher nochmals kurz zusammengefaßt:
· Grundsicherung für alle Menschen weltweit
· Basisdemokratie und Selbstverantwortung
· Bildungschancen, um das Potential in jedem Menschen
zu entfalten
· Mitmenschlichkeit, Menschenrechte und Menschenwürde
· Freie Entfaltung der Persönlichkeit in Mystik
oder Religion
D.
Das fünfte Zeitalter
Bereits
mehrfach erwähnte ich ein System, das von Jean Gebser,
einem Schweizer Psychologen, entwickelt wurde und von Ken
Wilber in „Halbzeit der Evolution“ beschrieben
und erweitert wird. Beide gehen von einer Entwicklung der
menschlichen Psyche in Zeitaltern aus und kennzeichnen ein
archaisches, ein magisches, ein mythisches und ein mental-rationales
Zeitalter. Allerdings leidet die Ausarbeitung, die bereits
das mental-rationale Zeitalter bei den Griechen beginnen läßt,
darunter, daß die Religionen und ihre Auswirkungen auf
den Menschen nicht zutreffend gewürdigt werden.
Betrachten wir
zunächst Karl Marx als den Vertreter der Philosophie,
der als erster so deutlich und so klar Position gegen Seele,
Gott und gegen die Religionen bezogen hat, wie niemand zuvor.
Sein unvergleichlicher Erfolg ist durch die erfolgte politische
Umsetzung in Systeme bedingt, in denen viele Menschen gleichzeitig
den Mut aufbrachten, die Fesseln der Religionen abzustreifen.
Sein Gedanke an die Nicht-Existenz Gottes war wohl nicht neu,
denn auch die alten Chinesen diskutierten bereits diese Auffassung,
aber erst durch seine Wirkung und seine weiteren Denkanstöße
erreichte die Menschheit den Eintritt in das mental-rationale
Zeitalter.
Ich erwähnte
weiter Hesses „Magisches Theater“ eine Warnung,
sich im Prozeß nicht vom weiblichen, sondern sich vom
männlichen Seelenteil zu trennen, wie dies zudem schon
im Achtundzwanzigsten Spruch des Tao-te-king zum Ausdruck
gebracht wurde. Schamanismus und Vielgötterglaube sind
neben magischen Riten und Gebräuchen daher dem magischen
Zeitalter zuzurechnen.
Dem mythischen Zeitalter würde ich die Religionsstifter
zuordnen, denn ihre Personen wurden von Mythen eingefaßt
und zu Religionen erweitert.
Damit ergibt sich
für mich folgende Einteilung:
- Archaisches Zeitalter:
Auftreten erster Menschen; noch undifferenzierte Wahrnehmung
der eigenen Person; dann Felsmalereien und „Austritt
aus dem Paradies“ durch erstes Sich-selbst-von-etwas-anderem-Wahrnehmen.
- Magisches Zeitalter: Die Natur wird von Göttern beherrscht;
Rituale werden entwickelt - „geheimnisvolle Beschwörung“,
die sich noch in allen Religionen findet.
- Mythisches Zeitalter: Die Religionsstifter treten auf und
führen die Menschheit zu neuen geistesgeschichtlichen
und kulturellen Leistungen.
- Mental-Rationales Zeitalter: Karl Marx entwickelt eine Philosophie,
die weltweit Anhänger findet und ein Sprengen der Fesseln
der Religionen bedeutet.
- Mystisches Zeitalter: Die Menschheit ist in der Lage, die
Widersprüche aller vorgenannten Epochen aufzuheben und
aus dem Zyklus von Tod und Wiedergeburt heraus zu Gott zurückzukehren.
E. Fazit
Zur
Umsetzung der genannten politischen Forderungen ist ein verändertes
allgemeines Bewußtsein erforderlich. Dieses neue Bewußtsein
vermittelt nur ein neues Zeitalter, das „Mystische Zeitalter“!
Daher ergeht die Aufforderung an alle, mitzumachen, um Wege
für eine Umsetzung im Interesse und zum Wohle aller zu
erreichen.
(©
2003 Claus-Peter Peters)
******************************************************************************
Sie
haben das Buch gelesen und wollen einen Kommentar abgeben?
Dann bitte hier
entlang ...
|