|
Zum
Buch:
Die Unzufriedenheit der Menschen wächst. Gleichzeitig
steigt das Bedürfnis, den Sinn des Lebens zu finden.
Bei dieser Suche will man sich nicht von flachen Versprechungen
derer täuschen lassen, die vorgeben, hierzu die Wahrheit
zu wissen. Oberflächlich leben viele Menschen glücklich
und zufrieden, jedoch fehlt ihnen etwas, was ihr Leben wirklich
ausfüllt. Sie fragen sich nach der letzten Geborgenheit,
nach ihrer eigentlichen Heimat. Sie fragen sich, ob das Leben
vorherbestimmt ist oder sie die Wahl haben, das Leben selbst
zu gestalten und ob es eine alles ausgleichende Gerechtigkeit
gibt, die es lohnenswert erscheinen lassen könnte, ein
anständiges Leben zu führen. Sie fragen sich, ob
es einen Gott gibt oder ob dies nur eine menschliche Projektion
ist und was die Welt im innersten zusammenhält. Zu diesen
Fragen will das Buch dem Leser Antworten geben. Es mag sein,
dass sie nicht jeden befriedigen. In diesem Fall sollte der
Leser dieses Buch als Anregung verstehen, sich selbst auf
die Suche nach Antworten zu begeben.
(©
2003 Günther Birkenstock)
Zum Autor:
Günther Birkenstock ist Jahrgang 1949 und ein „typisches
Nachkriegskind“, hat also noch die mageren Jahre nach
dem Krieg miterlebt, aber auch den wirtschaftlichen Aufschwung
der fünfziger und sechziger Jahre. Er verlebte seine
Kindheit in Darmstadt, wo er nach der Realschule eine Banklehre
absolvierte. Sehr bald merkte er dort, dass die Menschen leider
nur nach dem beurteilt werden, was sie an Geld in der Tasche
haben. Deshalb entschloss er sich, sich gleich nach der Lehre
als Sozialarbeiter ausbilden zu lassen, danach studierte er
Psychologie in Marburg. Nach dem Studium landete er nach einigen
Episoden der Arbeitslosigkeit und Eingliederungsmaßnahmen
bei einem Wohlfahrtsverein in Korbach, wo er heute noch als
Schuldnerberater und Betreuer arbeitet. Er hat die Schattenseite
unserer sogenannten Wohlstandsgesellschaft kennengelernt und
sieht sich als „Beschützer der Kleinen und Schwachen“.
Buchbesprechung - Rezension:
Das Buch gefällt mir. Ich empfehle es.
Von fünf möglichen Sternen gebe ich ihm vier.
Günther
Birkenstock hat den Mut, sich in Schriftform an Fragen heranzuwagen,
die den vernünftigen Teil der Menschheit seit Jahrtausenden
beschäftigen. Es sind in der Tat Grundfragen, philosophische
Fragen: “Warum sind wir auf dieser Welt? Was hat das
Leben für einen Sinn? Wacht ein „höheres Wesen“
über uns oder sind wir „mutterseelenallein“
auf uns selbst gestellt? Warum müssen die Menschen auf
dieser Welt leiden? Was ist das sogenannte Gute oder Böse?
[...] Gibt es ein gemeinsames Ganzes, das die Welt durchzieht?“
Dostojewski
beschäftigte sich in seinen Brüdern Karamasow
mit der Theodizee, der Frage nach dem Gut und Böse. Alle
wahren Philosophen waren umgetrieben von den Problemen, die
Günther Birkenstock den Mut hat, zu benennen.
Mut,
warum Mut? Weil die staatlich auf Universitäten im Gewande
der Philosophie auftretenden verbeamteten "Afterphilosophen"
(Schopenhauer) diesen Fragen ausweichen. Sie lehren zum Beispiel,
man dürfe bestimmte Fragen überhaupt nicht stellen
– insbesondere Fragen, die mit „Was ist",
"Was ist das Wesen von“ beginnen. Interessantes
Ergebnis: Sogenannte Philosophen lehren ex cathedra - mit
Beamtenpension im Rücken -, es sei unphilosophisch
zu fragen.
Günther Birkenstock
tut es dennoch. Dafür sei ihm gedankt.
In seiner Tour d´horizon liefert er reichlich Stoff.
Er stellt die wesentlichen Lösungsansätze dar -
mit reichlichen Quellenangaben. Er formuliert konjunktivistisch
- zum Beispiel bei der Frage nach dem Primat des Geistes.
Zunächst hat mich dies gestört. Ich bin nämlich
befangen. Fast alles im Konjunktiv Formulierte hat für
mich den Beigeschmack der Evidenz. Aber ich suche ja erst
seit 50 Jahren.
Wem
es widerfahren ist, mit Sinnfragen konfrontiert zu sein, der
ist mit Günther Birkenstocks Werk gut bedient:
Er findet reichlich Heroen der Geistesgeschichte erwähnt,
die heutigentags gerne wortreich beschwiegen werden in Universitätskreisen
(über die Ernst Jünger übrigens schrieb: “Ich
wollte nicht zu denen zählen, die aus der eigenen Beschränktheit
einen Titel machten.“).
Der Autor beschäftigte sich profund mit seinen Gewährsleuten.
Mir gefällt sein Stil. Sein Werk atmet Geist und kann
zu weiteren Schritten anregen.
Gewünscht
hätte ich mir mehr Absätze in dem Buch, und dass
mit dem Kultautor Ken Wilber, den Günther Birkenstock
unter vielen anderen nennt, auch dessen Quelle, nämlich
Jean Gebsers Lebenswerk „Ursprung und Gegenwart“
genannt wird. Immerhin schrieb Jean Gebser an diesem, seinem
dreibändigen Hauptwerk dreißig Jahre lang, lange
vor Ken Wilbers Geburt, und Wilber popularisiert und paraphrasiert
schlicht und einfach Jean Gebsers Werk, was ja immerhin für
amerikanische Verhältnisse schon eine Großtat sein
kann.
Insgesamt:
Wem es widerfahren ist, von Sinnfragen heimgesucht zu werden,
wem Fußball, Fernsehen und Flaschenbier nicht alles
ist, kurz, wer noch Geist hat, dem sei Günther Birkenstock
mit seinem Werk „Grundfragen des Lebens“
ans Herz gelegt.
(©
2003 Holger Roehlig für all-around-new-books.de)
******************************************************************************
Sie
haben das Buch gelesen und wollen einen Kommentar abgeben?
Dann bitte hier
entlang ...
|