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Religion, Esoterik & Lebenshilfe

Männer haben keine Zukunft

Autor: Anthony Clare

gebunden mit Schutzumschlag, 352 Seiten
erschienen: 03/2002
Scherz
ISBN: 3-502-15122-9
Preis: 19,90 Euro

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Klappentext:
Der Mann: ein Auslaufmodell? Ja, sagt Anthony Clare, der als Psychiater männliche Depressionen behandelt. Die Entwicklung lässt sich nicht aufhalten und nicht zurückdrehen. Zukunft haben Männer nur, wenn sie lernen, auf dem Gebiet «unersetzlich» zu werden, das sie bisher gemieden haben wie die Pest: im Bereich der Gefühle und der Beziehung zu anderen.

Die Karten stehen schlecht für den Mann. Das starke ist nicht nur zum schwachen, sondern auch zum entbehrlichen Geschlecht geworden. Und das auf der ganzen Linie:

- Gesellschaftlich sind Männer schon längst nicht mehr die »breadwinners«, die allein die Familie ernähren und deshalb zu Hause liebevoll bei Kräften gehalten werden müssen.
- Die globalisierte Wirtschaft baut auf junge Kräfte. das »beste Mannesalter« hat ausgedient.
- Zu Hause wartet niemand auf den Mann im mittleren Alter, der ganz für seinen Beruf, aber nie für andere da war: die Familie hat sich ohne ihn eingerichtet. Das Syndrom des »leeren Nests« trifft heute den Mann, nicht mehr die Frau.
- Im Bildungsbereich ziehen die Frauen immer deutlicher an den Männern vorbei.

Kurz, die Rollen, die einst Männlichkeit verbürgt haben, funktionie-ren nicht mehr. Noch sitzen Männer in den entscheidenden Macht-positionen. Doch mit Gewalt lässt sich die Vormachtstellung auf Dauer nicht halten. Die Zeit arbeitet gegen das Prinzip Männlichkeit.

Und doch, so Clare, haben Männer eine letzte Chance. Allerdings nicht in der Arena des gnadenlosen Wettbewerbs, dafür aber in der Intimität persönlicher Beziehungen. In diesem Sinne könnten Männer Zukunft haben - und es könnte eine bessere sein als das Leben, das die Gegenwart ihnen heute beschert.

(© 2002 Scherz Verlag)

Buchbesprechung - Rezension:
„Männer haben keine Zukunft“ - der Titel des Buches von Anthony Clare klingt wie eine Boulevardzeitungsschlagzeile.

Der Autor erklärt auf knapp 300 Seiten in acht Kapiteln die eventuell kommende Entbehrlichkeit der Männer. Er benutzt dazu geschicht-liche Fakten des über Jahrhunderte gewachsenen Patriarchats und belegt seine Thesen mit unstrittigen Beispielen. So zitiert er Freud, erläutert die Mythen von Ödipus und Narziss und greift immer wieder zu Statistiken.
Und ich werde gerade bei den Statistiken das Gefühl nicht los, dass man jede Statistik aus verschiedenen Richtungen lesen kann und hier nur der Blickwinkel ausgeleuchtet wurde, der der Aussage des Buches untermauernd dienen kann.

Gegen Ende des Werkes gibt der Autor Antworten zur Rettung der Männer. Die meisten dieser Antworten sind schon durch die Medien bekannt. Fest steht, dass die Männerwelt sich ändern muss. Auch der Autor bemerkt zum Glück die ersten Anzeichen dieses Vor-gangs. Um als Spezies nicht der Tilgung zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Erde zum Opfer zu fallen, müssen die Männer gefühlsbetonter und sozialer werden und eine grundlegende Neubewertung ihrer Beziehungen zwischen Arbeit und Privatleben vornehmen.

Nach dem Lesen des Buches tat mir ein Teil der Zeit leid, den ich zum Lesen verwendet hatte. Vielleicht sind ein paar Statistiken doch zu viel des Guten. Ich wäre glücklicher mit der Hälfte der Seiten gewesen und hätte die restliche Zeit nutzen können, einiges zu tun, um noch eine Zukunft zu haben.

Insgesamt: Ein Buch voll von Statistiken und Beispielen aus der Welt der Mythen und Psychoanalyse, das seine Leser nicht lang-weilt, aber längst nicht so reißerisch zu lesen ist, wie es der Titel suggeriert.

(© 2002 Ulf Großmann für all-around-new-books.de)

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