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Rückentext:
Aktien, Anwesen, Autos, Badezimmer, Beerdigungen, Bildung,
Bodyguards, Brillen, Computer, Esoterik, Fitness/Schöne
Körper, Füllfederhalter, Gärten, Golf, Halbtrockner
Sekt, Haus, Hochzeit, Das hohe C, Jagd, Kinder, Kokain, Kopfbedeckungen,
Kurse, Macintosh, Mobiltelefone, Möbel, Namen, Notebook/ICE
1. Klasse, Pferde/Pferderennen, Reisen, Schmuck, Schreibtische,
Shredder/Stasiakte, Sonnenbrillen, Spielzeug, Sprachen, Stereoanlagen,
Sushi, Taschen, Tattoos, Tennis, T-Shirts, Uhren, Volkshochschule,
Wintersport, Yachten, Zähne
Ein
vergnüglicher Führer durch die Welt der Selbstinszenierungen.
(©
2001 Kiepenheuer Verlag)
Fazit:
Spieglein, Spieglein an der Wand - Jan Kuhlbrodt hat sie alle
aufgehängt und beäugt so manches Statussymbol im
Glanze ihrer Besitzer. Das tut er detailreich mit viel Humor
und einer gehörigen, zwischen den Zeilen versteckten
Portion Ironie, die zudem noch ganz charmant verpackt daherkommt.
Und so ist es auch nicht verwunderlich, wenn einem beim Lesen
ein unweigerliches Schmunzeln über das Gesicht huscht
oder so manche "Geschichte" gar ein lauthalses Lachen
verursacht.
Nehmen wir nur die Geschichte vom Füllfederhalter:
"Füllfederhalter spielen in Politik und Wirtschaft
eine große Rolle. Bei Vertragsabschlüssen werden
sie den Vertragspartnern von unauffälligen Sekretären
vorgelegt. Die Partner unterschreiben, und die Sekretäre
trocknen die Tinte auf dem Vertrag. Dann stehen die Partner
auf, reichen sich die unterzeichneten Dokumente und schütteln
einander die Hände. Räumen die persönlichen
Referenten am Tag danach die Aktentaschen der Staatsoberhäupter
auf, stellen sie nicht selten fest, dass der Federhalter fehlt
bzw. ein neuer dazugekommen ist. Stalin hatte zum Beispiel
einen von denen geklaut, die Roosevelt mit nach Jalta gebracht
hatte. Amerikanisches Qualitätsprodukt. Mit dem Füller
war es aber nicht wie mit Bebels Uhr. Er wurde nicht von Generalsekretär
zu General-
sekretär weitergegeben. Wahrscheinlich hätte Chruschtschow
Stalins Füller auch gar nicht haben wollen. Er bevorzugte
einen schwarz-grünen Traditionsfederhalter von Pelikan,
und bis heute ist ungeklärt, welcher Freund aus dem Westen
ihm diesen geschickt hatte."
Im
Anschluss an solcherlei Begebenheiten gibt Kuhlbrodt dann
auch gleich noch die verschiedenen Preislagen für derlei
Prestigeobjekte nebst Verwendungszweck für alle Lebenslagen
an - und auch da schwingt ein leichter Sarkasmus nebst Augenzwinkern
mit.
Mehr
gibt's nicht zu sagen, aber eben viel zu lachen.
Lesen muss man's einfach selbst.
(©
2001 Evelyn Schaust)
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