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Inhalt:
Christa Tauern, Hausfrau und Mutter von sechs Kindern, wird
gewissermaßen über Nacht zur Skippersfrau, als
ihr Mann beschließt, seine Jugendträume zu verwirklichen.
Sie schreibt von den Freuden, Ängsten und Schwierigkeiten,
die der Wechsel vom bürgerlichen Leben zum Leben "auf
See" mit sich bringt. Nebst der eigenen Befindlichkeit
will auch der Umgang mit den Chartergästen gelernt sein.
Nach über 80.000 Seemeilen im Atlantik, an der Nordküste
Afrikas und im gesamten Mittelmeer wurde die "Freiheit
der Meere", das "Paradies" gesichtet und dann
doch auf später verschoben.
Lebendig
geblieben sind die Erinnerungen an zauberhafte Stimmungen,
an traumhaft schöne Küsten und Landschaften, aber
vor allem an Menschen, die sie mit leisem Spott und liebenswert
ironischem Charakter zu schildern weiß.
Jutta
Ohligschläger illustriert mit taktvollem Humor textliche
Pointen mit farbigen Cartoons.
(©
2001 DaKaeLag/Edition Seemeile)
Fazit:
Was tut Frau, wenn die Kids endlich aus dem Gröbsten raus
sind? Statt ihrem geheimsten Wunsch zu folgen und demnächst
wieder auf dem Rücken der Pferde durch Wälder zu reiten, verkauft
sie Hab und Gut und folgt dem Jugendtraum ihres Mannes, mit
dem Segelschiff NAUSIKAA durch die Meere und Länder dieser
Welt zu reisen. Dass dieses Abenteuer nicht immer glatt geht,
davon weiß sie ein Lied zu singen. Doch wer jetzt denkt, es
sei ein Klagelied, wird schwer enttäuscht.
Christa Tauern hat keines der üblichen Frauenbücher geschrieben,
wo es um irgendeinen Lover und erfundene Problematiken geht.
Hier geht's um eine wahre Geschichte, eine, die tatsächlich
so statt-
gefunden hat - mit all den Schwierigkeiten, die einen mit
einem Prototypen eines neuen Segelschiffs so treffen, den
Problemen mit Wind und Wetter und anderen Widrigkeiten, aber
auch Freude über eine neu gewonnene Freiheit mitsamt der Entdeckung
wunder-
schöner Reiseziele, von denen andere ihr Leben lang nur träumen.
Dass diese "Lebenserfahrung" so herrlich schräg geraten ist,
liegt daran, dass die Autorin es perfekt verstanden hat, den
unangenehm-
sten Dingen eines ungewöhnlichen Abenteuers immer wieder von
der humorvollen Seite zu begegnen und sie mit einem Schuss
Ironie und zuweilen auch leisem Sarkasmus zu einem "Lebensspaß"
werden zu lassen.
Einfach köstlich, wenn man die Skipperin auf ihren geheimsten
Gedankengängen über ihre Mitmenschen begleitet. So trifft
sie beispielsweise auf eine Mitseglerin - ganz Dame in Hotpants,
die "mehr zeigten, als sie verbergen konnten" - und deren
Problem der Schlaflosigkeit, weshalb ihr "der Nervenarzt den
B-Schein-Kurs für Segeln in Küstengewässern und anschließenden
Hochseeaufenthalt verordnet habe". Der Skipperin klappt nur
noch der Unterkiefer herunter, weil sie ihr Schiff künftig
schon als "Sanatorium" wähnt! Aber es kommt ja noch schöner:
"Später kauften wir ein. Die Dame wollte noch einen Sonnenhut
haben, und während sie unzählige Modelle anprobierte, weil
er unbedingt zartlila sein sollte, plauderte sie von ihren
Kindern, die ihre violetten Augen mit den schwarzen Wimpern
geerbt hätten, von ihrem übersprudelnden Temperament, dass
sie meistens für viiiel jünger gehalten würde, und dass sie
in psychotherapeutischer Behandlung sei. Da ihre bevorzugte
Farbe, nach Augen und Hut zu urteilen, Violett zu sein schien,
taufte ich sie heimlich ‚Viola'."
Aber keine Angst, auch die Männerwelt tritt in diesem
Buch in so manchen Fettnapf!
Christa Tauerns Buch ist aber auch gleichzeitig ein Reiseführer,
der an die entlegensten Stellen dieser Welt entführt und so
ganz nebenbei auch noch Segelkenntnisse - mit Witz und Esprit
- vermittelt. Nicht ganz unschuldig daran sind auch die Cartoons
von Jutta Ohligschläger, die einzelne Begebenheiten nochmal
so richtig in Szene setzen.
Nicht nur Reiselustige und Frauen werden ihre helle Freude
daran haben, auch die Herren der Segler-Schöpfung werden sich
an den unmöglichsten Stellen wiederentdecken ...
(©
2001 Evelyn Schaust-Weber)
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