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Inhalt:
Der
langjährige Wunsch mit dem Flaggschiff der Deutschen
Marine, der Bark GORCH FOCK, einen Ausbildungslehrgang mit
Fotokamera und Bleistift zu begleiten, schien unerreichbar.
Nach vielen Gesprächen und diversen Schreiben erhielt
Manfred Ohde die Erlaubnis, in Lissabon die jungen Kadetten
und "Kadettinnen" bei den "Trockenübungen"
auf dem Schiff zu beobachten.
Den
Höhepunkt seines Abenteuers erlebte Ohde, als er als
einziger Zivilist die Sturmfahrt von Nordspanien durch den
Atlantik, die Biskaya, den Englischen Kanal, die Nordsee und
die Ostsee, nach Kiel begleiten konnte. Eine Fahrt, die in
die Geschichte der GORCH FOCK eingehen wird, da der Orkan
"Anatoll" tobte und die GORCH FOCK diesen heftig
zu spüren bekam. Diese Aufzeichnungen, mit faszinierenden
Bildern illustriert, bilden den ersten Teil dieses Buches.
Zudem
hat Ohde den gesamten Werftaufenthalt für den größten
Umbau der GORCH FOCK, nach über 40 Jahren Einsatz, in
einer außergewöhnlichen Fotodokumentation im zweiten
Teil festgehalten. Der auch für Laien verständliche
Text wurde mit fachlicher Beratung der Mannschaft sowie der
Ingenieure und Fachleute der am Umbau beteiligten Unternehmen
verfasst.
(©
2001 DaKaeLag/Edition Seemeile)
Buchbesprechung
- Rezension:
Dem
Autor Manfred Ohde gelingt mit diesem Buch über das Segel-schulschiff
Gorch Fock ein schwieriger, aber dennoch gelungener Spagat.
Durch eindrucksvolle Bilder unterstützt, erzählt er zunächst
seine erste Begegnung mit dem Schulschiff der Bundesmarine
und begleitet dann im ersten Teil des großformatigen
Bildbandes die Rückfahrt der 118./119. Ausbildungsfahrt vom
spanischen Hafen Vigo bis nach Kiel an die Tirpitzmole. Eine
stürmische, aber trotzdem glückliche Reise.
Im zweiten Teil wird dann die Komplettrenovierung der Bark
be-schrieben. Die "psychischen" Schmerzen, welche
der Autor hierbei "erlitten" haben mag, kann man
sehr gut nachempfinden.
Der Kieler Oberbürgermeister Norbert Gansel und Heinz-Werner
Arens, Präsident des Schleswig-Holsteinischen Landtages,
haben Grußworte verfasst. Auch sie geben, wie Manfred
Ohde, ihrer engen Verbundenheit mit dem Meer und natürlich
auch der Gorch Fock hier deutlich Ausdruck.
... von Null auf Hundert in drei Stunden
Manfred Ohde ist ein Glückspilz. Er erhielt die Erlaubnis,
gespickt mit Kamera und Stift, die Gorch Fock von Vigo nach
Kiel als Zivilist begleiten zu dürfen. Seine sehr persönlichen
Gedanken und Begleit-umstände, die er detailreich festhält,
vermitteln dem Leser das Gefühl, hautnah bei dieser Reise
dabei zu sein. Die Beladung mit den notwendigen Lebensmitteln
(Gemüsetango), das Trainieren der Trockenübungen, das Zusammenleben
zwischen den Geschlechtern und auch das "Rein-Schiff-machen"
werden ausführlich, aber dennoch nicht übertrieben, in Wort
und Bild erzählt. Das Auslaufen und die in allen Einzelheiten
beschriebene stürmische Fahrt schließen sich an. Trotz
des Sturms und der damit verbundenen Mehrarbeit für die Mannschaft
gehört der Unterricht für die Kadetten dazu. Der Bordalltag,
die Einfahrt in den englischen Kanal und die Vorbereitungen
der Einlaufzeremonie werden sehr persönlich, aber auch durch
beeindruckende Bilder dem Leser näher gebracht. Der Empfang
an der Mole durch die Angehörigen in der Vorweihnachts-zeit
und der Abschied Manfred Ohdes von der Mannschaft schließen
den ersten Teil ab.
... wie Phönix aus der Asche
Nach fast 43 Jahren "Dienstzeit" musste die Gorch Fock generalüberholt
werden. Die hierzu geplanten sechs Monate zogen sich bald
auf zehn Monate hin. Zuerst musste das Schiff von innen "entrümpelt"
werden. "Ausgeweidet", "ausgeschlachtet"
und "immer hässlicher" sind Attribute, welche Manfred
Ohde hierfür benutzt. "Die Rahen als erstes, die Wanten
zuletzt."
Nach dem Entleeren der Gorch Fock und dem Entfernen der Galionsfigur,
des Albatros, wird die Gorch Fock ins Trockendock nach Wilhelmshaven
überführt. Hier werden zunächst Löcher in die Seitenwände
gebrannt, um den Ein- und Ausbau diverser Maschinen und Anlagen
zu erleichtern. Der neue Anstrich, das Knüpfen von "Tausendbeinen",
das Anschlagen der Segel, das Ausbessern der Blöcke sowie
die Montage des Querruders sind nur einige der interessanten
Arbeiten, die Manfred Ohde wortreich und mit aus-drucksvollen
Fotografien dokumentiert. Alle 126 Bullaugen mussten entfernt
und ausgewechselt werden. Die Beschreibung der Elektro-, Sanitär-
und Maschineninstallationen runden gemeinsam mit der ausführlichen
Betrachtung des Entstehens und der Montage der neuen goldenen
Galionsfigur die Renovierung ab.
Ein abschließender Blick über die renovierte Bark, Bilder
von der Zeremonie des Kommandantenwechsels und viele technische
Details beenden dieses in vielfacher Hinsicht gelungene Buch.
Das
von Manfred Ohde verfasste Werk ist mehr als nur ein Buch:
Es ist eine romantische Liebeserklärung, ein detailliertes
Tagebuch, ein wunderbarer Bildband, eine dezente Hommage an
die Segelschiff-fahrt und - vor allem - ist es ein sehr unterhaltsames
und lehrreiches Buch über die Gorch Fock.
(©
2002 Uwe Lamacz für all-around-new-books.de)
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