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Sonstiges

Verführt. Manipuliert. Pervertiert.
Die Gesellschaft in der Falle modischer Irrlehren. Ursachen - Folge - Auswege

Autorin: Christa Meves

Taschenbuch, 208 Seiten
erschienen: August 2003
Resch
ISBN: 3935197292
Preis: 9,95 Euro

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Verlagsinfo:
Was läuft in unserer Gesellschaft, in den Familien, bei den einzelnen Menschen wirklich ab? Wir haben ein unbehagliches Gefühl, dass manches nicht mehr stimmt und aus dem Lot geraten ist. Aber die Ursachen, von Einzelnen häufig gut erkannt, sind in der Öffentlichkeit tabuisiert. Ist – wie vor 50 Jahren – erst die nachfolgende Generation in der Lage, die gegenwärtige Situation zu erfassen? Lassen sich die heutigen Erscheinungen eines kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Niedergangs, des Sinnverlustes und der Orientierungslosigkeit vieler Menschen, allein als urtypische Dekadenz eines schlaff gewordenen Schlaraffenlandes umschreiben?

Nein. Ist es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode: Kollektiverziehung wird unbeeindruckt durch die verheerenden Misserfolge dennoch als Modell der Zukunft installiert, die Männer werden feministisch abgehalftert und die Frauen zu Männinnen aufgeplustert. Sex und Perversionen werden Kindern als Lebensziel angepriesen, statt sie vor der Zerstörung ihrer Persönlichkeit, die mit dem vermeintlich gewonnenen Lustgewinn einhergeht, zu warnen und zu schützen.

Die bekannte Psychotherapeutin Christa Meves beschreibt in ihrem neuesten Buch „Verführt, Manipuliert, Pervertiert“ Hintergründe dieser modischen Irrlehren und wartet mit konstruktiven Vorschlägen auf. Sie analysiert das heute gängige Bild, dass von dem Mann, der Frau, der Familie, der Jugend und der Erziehung, vermittelt wird. Deutlich zeigt sie die Ursachen der Fehlentwicklungen auf. Sie bestätigen die Richtigkeit ihres Ansatzes. Denn vor mehr als 30 Jahren hat sie die sich heute abzeichnende Situation prognostiziert.

Dem Leser werden verständlich die Folgen verdeutlicht, weil die Ursachen aufgedeckt und beschrieben werden. Die Autorin bleibt aber nicht stehen im Aufzeigen der Fehlentwicklungen, sondern sie zeigt auch auf, was getan werden kann, um dieser Entwicklung Herr zu werden. So stellt dieses Buch einen wertvollen Diskussionsbeitrag dar, wenn wir nicht ratlos vor all den Phänomenen, der gescheiterten Familien, der Aggressivität und Orientierungslosigkeit kapitulieren wollen.

(© 2003 Resch Verlag)


Buchbesprechung - Rezension:

Aus dem Vorwort:

"Die Bevölkerung in Deutschland ist in den vergangenen Monaten erschreckt aus dem Schlaf getäuschter Sicherheit erwacht. Es ist den Menschen hierzulande bewusst geworden: Es geht in rasantem Tempo abwärts - es geht an ihr Portemonnaie. Aber kaum einmal wird dieses Faktum durch eine tiefer greifende Analyse hinterfragt. [...]
Die Wurzeln des Übels aufzuspüren und von dort eine Änderung einzuläuten - das wird mit einer beispiellosen allseitigen Verdrängung in der Öffentlichkeit vermieden
."

Zur Autorin:
Christa Meves studierte Germanistik, Geografie und Philosophie. Nach dem Staatsexamen absolvierte sie ein zusätzliches Studium der Psychologie und eine Fachausbildung im Psychotherapeutischen Institut in Hannover und Göttingen. Sie ist frei praktizierende Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin in Uelzen. Christa Meves wagt es seit 35 Jahren, wider den Stachel zu löcken: Sie nennt zeitgeistige Verirrungen beim Namen.

Das Buch:
Die Kapitelüberschriften lauten:
— Familie in der Krise
— Der abgehalfterte Mann und seine Benachteiligungen
— Die von sich selbst entfremdete Frau
— Die verführte Jugend
— Make love, not war
— Schule in der Sackgasse
— Grundlagen einer konstruktiven Veränderung

Es gibt eine Hierarchie der Werte. So ist etwa die Kunst Mozarts äonenweit entfernt von der sogenannten Techno"musik", deren Hervorbringungen bekanntlich auf Dauer nur von Drogenkonsumenten ertragen werden.

An die real existierenden Werte wird seit Jahrzehnten die Axt angelegt. In einer Zeit, in der Relativierung und Verkehrung seit Dezennien betrieben wird, in der die Fundamente der Gesellschaft angefault sind, in der sowohl in Politik wie auch in Wirtschaft Gestalten das Sagen haben, die ein Friedrich der Große noch nicht einmal als Kloakenräumer um sich geduldet hätte - Friedrich der Große bezeichnete sich als erster Diener des Staates und er lebte danach -, erscheint Christa Meves als Mahner.

Vor dreißig Jahren machten sich einschlägige Kreise lustig über sie. Jetzt, wo wir einen Bundespräsidenten hinter uns haben, der in seinem Bundesland öffentlich Gesamtschulen predigte, aber sein eigenes Kind auf eine Privatschule schickte, bekommen wir genau die Früchte, vor denen Christa Meves seit 35 Jahren warnt.

Zitat, Seite 147/148:
"Vorrang von Egoismus, Überorganisation und Ideologie taugen nicht als Sachwalter der Kinder. [...]
Aber das Kind wird als Individuum geboren mit vielfältigen unterschiedlichen Begabungen, die sich nicht einfach über einen Kamm scheren lassen. [...] Es taugt nichts, wenn man nach Rasenmähermanier versucht, alle Kinderhirne gleichzuschalten.
Geht es erst recht der rot-roten Regierung in Berlin um eine verstärkte Realisierung dieser Ideologie via Schulvereinheitlichung? Das muss auch anhand des neu aufbrandenden Kulturkampfes gefragt werden; denn hier soll den 120 evangelischen und katholischen Privatschulen der Zuschuss dergestalt gemindert werden, dass die freien Schulträger künftig mehr als 40 % der Kosten selbst aufzubringen haben, und das, obgleich jeder der 16.000 Privatschüler für Berlin ca. 2300 Euro billiger ist als ein Schüler auf einer staatlichen Schule."

Christa Meves ist gegen Krippenbetreuung und gegen Gesamtschulerziehung. Sie plädiert für die Restitution des Musischen.
Ihre Thesen sind nicht neu, sie bringt sie seit dreißig Jahren vor.
Christa Meves begründet hier ihre Thesen mit den Ergebnissen aus der modernen amerikanischen Hirnforschung, die sie ausführlich darstellt.
Im Kapitel "Grundlagen einer konstruktiven Veränderung" referiert sie die neuesten, wissenschaftlich gesicherten Ergebnisse der Hirnforschung: "Die Hirnforschung unterstreicht die Gewichtigkeit der Voraussetzung zu einer stabilen Sozialisation und geistigen Leistungsfähigkeit besonders in statu nascendi des Gehirns. Daraus hat man in den USA die Notwendigkeit einer breitflächigen Information der Bevölkerung und präventiver Maßnahmen durch die zuständigen Behörden abgeleitet. In Deutschland gibt es dafür bisher aber kaum einen Ansatz." (Seite 182)

Christa Meves kritisiert an der Psychoanalyse den mangelnden Bezug zur Transzendenz, zitiert John Horgan: "Mehr als 50 Jahre nach Freud gibt es noch immer keine schlüssigen Beweise dafür, dass die Psychoanalyse als therapeutisches Verfahren dem Gesundbeten überlegen wäre."

Sie erwähnt den Weg des Victor Frankls, Vater der Logotherapie.
Die Bedeutung der Suche nach Sinn/Transzendenz ist seit Frankl, Abraham Maslow - in seiner berühmten Bedürfnispyramide die höchste Ebene! - allgemein bekannt. Erinnert sei an C. G. Jungs berühmtes Diktum: "Gegen Spiritus hilft nur Spiritus." (Wortspiel. Einmal Spiritus im Wortsinne als Flüssigkeit und dann Spiritus im Sinne des Lateinischen: Geist, Sinnhaftigkeit, Transzendenz.) Die heilende Wirkung der Transzendenz durchzieht auch das gesamte Werk von Stanislav Grof, genannt sei nur "Geburt, Tod und Transzendenz".

Bewertung:
Pflichtlektüre.
Was vor 35 Jahren ins Rutschen kam, hat inzwischen im freien Fall nach unten Mainstream erreicht. Kaum noch jemand bemerkt, in welcher desolaten Situation wir uns befinden. Noch weniger erkennen die Ursachen.
Christa Meves: "Vielen der jungen Meinungsmacher unserer Mediendiktatur fehlt offenbar jeglicher Ansatz dazu, die tieferen Zusammenhänge zu durchschauen. Die Älteren, die ihren Aufstieg in die Machtpositionen ihrem Einsatz für die Verwirklichung der linken Ideologie verdanken, machen verständlicherweise fest die Augen zu; denn die Situation klar zu erfassen käme einem Eingestehen ihrer Mitwirkung am Niedergang unserer Republik gleich."

Wen ein dunkles Ahnen beschleicht ob des Niedergangs unserer Republik, der ist mit Christa Meves gut beraten. Eine erklärte Konservative warnt und zeigt mögliche Auswege.

(© 2004 Holger Roehlig für all-around-new-books.de)

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