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Rückentext:
Berufstätige Mütter sind ganz schön im Stress.
Cornelia Eichner zeigt mit wirklich handfesten Tipps, wie
dieses »Doppelleben« erfolgreich gemeistert werden
kann, ohne dass das Kind darunter leidet. Mit vielen Adressen,
Checklisten und großem Serviceteil.
(©
2003 Knaur Verlag)
Textauszug
(Vorwort):
Rabenmutter oder Superweib? Ein paar Worte vorab.
Hallo,
mein Name ist Cornelia Eichner. Ich bin selbst berufstätige
Mutter und stehe dazu. Denn: Ich habe eine gute Ausbildung
in einem Beruf, der mir Freude macht. Meine Tochter weiß
das. Und sie weiß auch, dass ich sie über alles
liebe.
Noch immer werden vor allem berufstätige Mütter
schnell abgeurteilt: Rabenmutter werden sie genannt, doch
Superweib sollten sie sein. Der Vergleich mit der eierlegenden
Wollmilchsau liegt nicht fern, will man erfassen, wie eine
Mutter sein sollte. Doch wie kommt jemand dazu, ein menschliches
Wesen Rabenmutter zu nennen?
Raben
galten schon immer als mystische Wesen, da sie unheimlich
klug wirken und es vermögen, die menschliche Stimme erstaunlich
gut nachzuahmen. Außerdem werden sie in einigen Völkern
als Begleiter der Götter verehrt. Und: sie verbergen
und verstecken gern etwas - ähnlich wie Elstern. Sie
sind sehr soziale Wesen, manchmal launisch, oftmals witzig
und verschlagen. Sie sind neugierig aber auch vorsichtig.
Wunderschön: Auch für Raben gibt es die große
Liebe, hat sich ein Paar gefunden, bleiben sie sich ein Leben
lang treu. Romantisch, nicht wahr? Aber es kommt noch besser:
Beide Rabeneltern kümmern sich um ihre Jungen und um
den Nestbau. Ich denke, einige von uns sind nun endgültig
neidisch, oder irre ich mich? Die Aussage, dass manche Menscheneltern
Rabeneltern seien, soll daher kommen, dass Raben ihren flug-faulen
Nachwuchs aus dem Nest stupsen - damit die Kleinen endlich
in die Gänge kommen und zu fliegen beginnen.
Das
Klischee einer Rabenmutter ist nun also endlich aus der Mode.
Wer noch davon spricht, eine berufstätige Mutter sei
automatisch Rabenmutter, sollte zurück in seine Mottenkiste
krabbeln. Fest steht: Kinder brauchen Mütter und Väter,
die nicht nur liebevoll sind, sondern die auch ihre Frau,
die ihren Mann stehen, die mit Erfolgen und mit Misserfolgen
umgehen können, die ihr Leben und ihr Glück selbst
bestimmen und damit gutes Vorbild sind. Sie brauchen Menschen
beiderlei Geschlechts, an denen sie sich orientieren können.
Der Mythos, es sei ausschließlich Sinn und Aufgabe der
Frau, Mutter zu sein, wird nun hoffentlich wieder dahin gesteckt,
wo er hin gehört: In schon benannte Mottenkiste. Denn
erstens bedeutet Frausein mehr als Muttersein, zweitens sind
schließlich zwei Menschen an der Entstehung eines Kindes
beteiligt, also liegt auch die Verantwortung für seine
Entwicklung nach der Geburt im Interesse beider.
Egal,
wie Sie Ihr Leben gestalten, eines sollten wir dabei nie vergessen:
Von uns lernen Kinder auch, welche Rolle sie später als
Mutter oder Vater einnehmen. Wir prägen also mit unserem
Verhalten die Zukunft und das Glück nachfolgender Generationen.
Im Anschluss will ich Ihnen berichten, wie man das denn ganz
praktisch macht: Elternsein und Berufstätigkeit miteinander
verbinden - möglichst ohne völlig im Chaos unterzugehen
und dabei graue Haare zu bekommen.
Ganz an den Anfang stelle ich dazu unsere Bedürfnisse,
denn aus ihnen erwächst unser Verhalten. Das kann ganz
einfach bedeuten, dass wir uns ernähren wollen und damit
für unseren Lebensunterhalt sorgen müssen. Das bedeutet
aber auch eine Sehnsucht nach Liebe, Anerkennung, Zärtlichkeit,
ausreichend Schlaf, Angstfreiheit und Selbstverwirklichung.
All diese Bedürfnisse sowie deren Befriedigung werden
heftig durcheinander gewirbelt, wenn ein Kind in unser Leben
einzieht. Eine große Aufgabe haben Sie vor sich, wenn
Sie beginnen, Ihre Elternschaft mit einer Berufstätigkeit
zu verbinden. Deshalb: Gehen Sie es rechtzeitig und langsam
an!
Die ersten Vorbereitungen können schon während der
Schwangerschaft getroffen werden. So können Sie sich
schon überlegen, welche Betreuungseinrichtungen Sie nutzen
wollen, wenn es früh morgens außer Haus geht. Die
breite Palette der Möglichkeiten stelle ich Ihnen in
diesem Buch vor. Ist Ihr Kind gut untergebracht, gilt es,
unter neuen Voraussetzungen im Job zurecht zu kommen. Spielt
der Arbeitgeber mit, wenn Sie Teilzeit arbeiten wollen oder
täglich pünktlich gehen müssen, weil es sonst
mit der Betreuungseinrichtung nicht zu vereinbaren ist?
Haben Sie schließlich nach dem Job Ihr Kind aus der
Einrichtung oder von der Tagesmutter geholt, beginnt Ihre
nächste Schicht: Ihre Familie braucht Sie, sei es zum
Essen kochen, Abwaschen oder zum Reden, Lachen, Weinen. Wenn
Sie so jeden Tag alles unter einen Hut gebracht haben, werden
Sie am Abend reichlich groggy sein. Da tut ein wenig Entspannung
gut. Deshalb ist diesem Thema ebenso ein Kapitel gewidmet,
wie der Auseinandersetzung mit der neuen oder alten Liebe.
Einige Hinweise zu rechtlichen Dingen und viele, viele Adressen
möchte ich Ihnen abschließend mit auf den Weg geben.
Dafür stelle ich Ihnen meine eigenen Erfahrungen und
Erkenntnisse, aber auch jene von Freund(inn)en und Klienten
zur Verfügung. Sollte doch noch eine Frage offen sein
und Ihnen schwer im Magen liegen, mailen Sie mir: Cornelia Eichner.
Inhaltsverzeichnis:
1. Kapitel: Ich, Du, Er, Sie, Es – Bedürfnisse
hat jede(r)
-
Notwendigkeit der Berufstätigkeit von Müttern
-
Pro und Kontra: berufstätige Mütter. Auch Mama
und Papa haben sie – ein ganzer Katalog voller Bedürfnisse
-
Und wo bleibe ich? oder: Haben Alleinerziehende auch Bedürfnisse?
-
Vermutungen und Erwartungen: Ich will, dass Du willst?
-
Angst fressen Seele auf – die Sache mit dem Selbstzweifel
-
Du bist Schuld: Gute Mutter – schlechte Mutter
-
Ich bin ich und Du bist Du
-
Das brauche ich zum Glücklichsein – ein kleiner
Test
-
Die Karten aufdecken – ein gemeinsames Spiel ums Glück
-
Das Blitzlicht
-
Der Lebenszeitansatz
-
Rollenspiele
2.
Kapitel: Die ersten Monate mit dem neuen Erdenbürger
-
Die Entwicklung des Kindes
-
Ein Rhythmus, mit dem man mit muss: Schlafen und Wachen
-
Mutter und Kind: von Anfang an ein starkes Team
-
Keine Lust auf Isolation
-
Unterwegs mit Baby
3.
Kapitel: Zur Einstimmung
- Vorbereitung
schon in der Schwangerschaft
-
Man kann sich dran gewöhnen
-
Selbständiges Spiel: Die Arbeit des Kindes –
Zeit für mich
-
Wartezeiten: Spiele gegen Frust
-
Trennungen üben
-
Vertrauen und Sicherheit entwickeln sich
4.
Kapitel: Familienalltag & Familienmanagement: Gemeinsam
geht alles leichter
- Aktiv
mit Kleinkindern
-
Hausarbeit: Ganzheitliche Förderung für Jungen
und Mädchen
-
Teamsitzung
-
Bedürfnisse erkennen, Prioritäten setzen, Ziele
realisieren
- "Mensch
ärgere Dich nicht!" – spielerische Aufgabenverteilung
-
Workout-feeling: Freiraum ist wichtig
-
Punkte sammeln: Gemeinsam Belohnen
-
Der Weg ist das Ziel: Perfektion ist langweilig!
-
Großer Einkauf – ein Kinderspiel
-
Gemeinsam Essen kochen abgeschaut: Kochduell
-
Keine Chance dem burn-out!
-
Workout-Party gemeinsam!
-
Familie ist mehr als die Summe ihrer Mitglieder
-
Geben Sie Kontra!
5.
Kapitel: Betreuungsformen – privat oder öffentlich?
- Wie
viel Menschen braucht mein Kind
-
Mama und Papa
-
Auch der (Ex-)Partner darf – nach Absprache
-
Oma, Opa, Leihoma
-
Freunde
-
Krabbelgruppen, Elternkindgruppen: Finden, Auswählen,
Gründen
-
Elterninitiativen: Finden, Auswählen, Gründen
-
Tagesmütter, Kindermädchen, Au pair: Finden und
Auswählen
-
Kinderkrippe – Das arme Kind?
-
Kindergarten, Kindertagesstätte: Waldorf, Montessori,
Kirche oder was?
-
Test: Welche Einrichtung passt zu uns?
-
Checkliste: Was gibt es zu bedenken?
-
Schuleintritt – Was nun?
-
Ganztagsschulen, Horte
-
Der maßgeschneiderte Betreuungsmix – ein Netzwerk
-
Gegen die Unsicherheit – ein Betreuungsplan
6.
Kapitel: Wenn Mama früh zur Arbeit geht
- Möglichkeit
der Berufstätigkeit von Müttern
-
Wiedereinstieg – Häppchenweise
-
Arbeitszeitmodelle: Heim-, Tele-, Teilzeit-, Vollzeit-,
Gleitzeitarbeit
-
Familiengerechter Arbeitsplatz
-
Mobbing
-
Eltern sind besondere Arbeitnehmer
-
Wenn das Kind mal krank wird
-
Kind auf Entdeckungsreise: Mit Mama on Tour
7. Kapitel: Immer dieser Stress – wir entspannen
gemeinsam
- Entspannung
von Familienkrisen
-
Auszeit – Wenn alles nervt: Abwarten, Spazieren gehen,
Tee trinken
-
Autogenes Training
-
Atemtechnik
-
Phantasiereisen
-
Alt bewährt: Sport, Kunst, frische Luft
-
Mutter-, Vater-, Kindkur, Familienurlaub
-
und noch: Volkshochschulen, Akademien, Krankenkassen
8.
Kapitel: Familie und Partnerschaft
- Alles
wird anders
-
Die Zeit läuft davon: Immer mal innehalten!
-
Freiraum zu zweit planen
-
Supervision und Familienberatung
Kapitel
9: Alles was Recht ist – auch der kleinen Geldbörse
- Betreuungsunterhalt,
Kindergeld + Co.
-
Hilfen zur Erziehung: Das Jugendamt gibt Rat und Tat
-
Elternzeit
-
Mutterschutz
-
Arbeitsrecht, Arbeitsförderung
-
Kinder und Rente
-
Auch der (oder die) Ex hat Rechte – und Pflichten
-
Stillen öffentlich und am Arbeitsplatz
-
Sozialberatung, Familienberatung etc.
-
Schwangerschafts(konflikt)beratung
Anhang
Adressen, Kontakte, Informationen
Text:
© Cornelia Eichner
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