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Inhalt:
Frankreich im frühen Mittelalter – eine wilde und grausame
Zeit. Nur hinter den Mauern der Städte finden die Menschen
noch Zuflucht vor den Horden der Wikinger, die plündernd und
brandschatzend durchs Land ziehen. In der kleinen Stadt Chantalon
hat auch Elin, eine Priesterin des Waldvolkes, gemeinsam mit
ihrem Geliebten, dem christlichen Bischof Owen, eine Zuflucht
gefunden. Doch dann sieht Elin in einer Vision neue Gefahren
für die Stadt: Bald wird Haakon, der Nordmann, vor den Toren
stehen. Er hegt einen alten Haß gegen Owen und Elin. Während
Owen ein Heer sammelt, um im Kampf gegen die Wikinger antreten
zu können, bleibt Elin in der Stadt – um der Menschen willen,
die sie liebt, und des Kindes wegen, das sie unter dem Herzen
trägt. Doch wie soll sie allein einem Feind entgegentreten,
der zu allem entschlossen ist, um sie zu vernichten?
(© 2001 Bastei Lübbe Verlag)
Fazit:
Chantalon ist die einzige Stadt, die dem Nordmann Haakon noch
trotzt. Wenn er sie erobert, beherrscht er den gesamten Landstrich.
In Godwin und Owen, den Führern der Stadt, stehen ihm jedoch
harte und kluge Gegner gegenüber, die von den geheimnisvollen
Waldleuten, zu denen auch Owens Lebensgefährtin Elin gehört,
unterstützt werden. Die Vorräte gehen zu Ende und will man
die Wintersaat aufs Feld bringen, muss die endgültige Entscheidung
herbeigeführt werden. So verlässt Owen die Stadt, um von seinem
Vater neue Truppen zu erbitten, wohl um den Preis einer ungewünschten
Ehe. Elin bleibt als seine Stellvertreterin und gibt ihr Bestes,
die Stadt gegen Haakons Listen zu verteidigen. Als der Tag
der entscheidenden Schlacht kommt, ist Owen noch nicht zurück.
Die Liebesgeschichte zwischen Owen, dem Bischof und Elin,
der Hexe, bildet die Rahmenhandlung dieses Romans. Neben ihnen
fungieren auch viele andere detailliert beschriebene Charaktere
als Schlüsselfiguren der sich zu Beginn langsam entwickelnden
Handlung. Nach einiger Zeit jedoch wird die aufgekommene Spannung
gekonnt gehalten, indem die Kapitel genau an ihrem Spannungshöhepunkt
enden und der Roman an einem der anderen Schauplätze fortgeführt
wird.
Nicht nur die Handlungsorte werden sehr plastisch vor Augen
geführt, sondern die Autorin ist auch in der Lage, dem Leser
einen Einblick in die Kulturstrukturen des Mittelalters zu
vermitteln. Darüber hinaus finden sich zahlreiche Anspielungen
auf historische Literatur und Ereignisse der irdischen Geschichte.
Der Text lässt sich leicht lesen, weshalb der Roman als Abend-lektüre
geeignet ist. Obwohl das Buch die Fortsetzung des Titels "Die
Mauern von Chantalon" ist, lässt es sich unabhängig vom ersten
Band lesen, auch wenn man an einigen Stellen wünscht, die
erwähnten Ereignisse genauer zu kennen, um so die Charaktere
in ihrer Situation besser zu verstehen. Der Schluss lässt
in seiner Art vermuten, dass ein dritter Band folgen wird,
der allerdings bisher auch noch nicht in den USA erschienen
ist.
(© 2002 Stefanie Brink für all-around-new-books.de)
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