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Jetzt bestellen:  Cook. Die Entdeckung eines Entdeckers

 


 

Biografie & Lebenserinnerungen

Cook
Die Entdeckung eines Entdeckers

Autor: Tony Horwitz
Aus dem Amerikanischen von Heike Steffen

gebunden mit Schutzumschlag, 703 Seiten
erschienen: März 2004
Marebuchverlag
ISBN: 3-936384-89-4
Preis: 29,90 Euro

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Klappentext:
Als James Cook 1768 zur ersten seiner drei großen Reisen aufbrach, war die Erde gerade einmal zu zwei Dritteln kartiert.
Elf Jahre später hatte Cook nicht nur auf dem Wasserweg die Welt entschleiert, sondern auch umfangreiche kulturelle und wissenschaftliche Studien vorgenommen, die das neuzeitliche Bild der Erde entscheidend prägten. Kaum verwunderlich, dass der Schriftsteller Georg Forster damals mutmaßte, die Leistungen Cooks seien so ungeheuer, dass wohl niemand jemals mehr fragen könne: «Wer war James Cook und was tat er?»
Forster irrte. Zwar ist viel über Cooks Leistungen bekannt, doch verstellten die Fakten bisher den ungeschönten Blick auf diese außergewöhnliche Figur. Tony Horwitz lenkt die Aufmerksamkeit des Betrachters nicht nur auf die dunklen Seiten des großen Forschers, sondern auch auf die zum Teil entsetzlichen Konsequenzen, die dessen Entdeckungen für «einfache» Kulturen nach sich zogen.

Dem Autor gelingt es, diese Begegnungen mit einer kraftvollen Plastizität zu schildern, da er sich nicht nur im übertragenen, sondern auch im wörtlichen Sinn auf die Spur des Entdeckers begeben hat. Er hat die Stationen von Cooks Reisen selbst besucht. An den Ufern, an denen Cook einst landete, hat Tony Horwitz den heißen Sand an den Füßen gespürt und die salzige Meeresluft geschmeckt – mit einem außerordentlichen Gewinn: der «Entdeckung eines neuen, bisher unbekannten Captain Cook»


Der Autor:

Tony Horwitz, geboren in Washington, D. C., hat als Auslandskorrespondent für das Wall Street Journal aus den Krisengebieten der Welt berichtet, war Autor des New Yorker und ist 1995 mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet worden. Nachdem er zehn Jahre in Sydney verbracht hat, lebt Tony Horwitz heute mit seiner Familie in Virginia.

(© 2004 Marebuchverlag)


Buchbesprechung - Rezension:
Der britische Seeoffizier und Forschungsreisende James Cook (1728-1779) gilt als einer der bedeutendsten Seefahrer der Entdeckungsgeschichte. Er unternahm zwischen 1768 und 1779 drei bedeutsame, an Entdeckungen reiche Weltreisen, wobei er ausgiebig den Pazifik von Alaska bis zur Antarktis erforschte.
Mit seinem Schiff „Endeavour“ erkundete Cook auf der ersten Reise (1768/71) Tahiti und stellte fest, dass Neuseeland aus zwei großen Inseln besteht. Außerdem landete er als erster Europäer an der Ostküste Australiens und nahm sie für England in Besitz (New South Wales).
Auf der wissenschaftlichen Reise (1772/75) mit Georg Forster umsegelte er die Erde erstmals in Richtung von Osten nach Westen und durchfuhr mit der „Resolution“ die südlichen Meere und überquerte dabei zweimal den südlichen Polarkreis.
Auf der dritten Entdeckungsfahrt (1776/79) suchte er nach einer nördlichen Durchfahrt vom Stillen zum Atlantischen Ozean, entdeckte die Hawaii-Inseln und befuhr als einer der ersten die Küste Alaskas und die Behringstraße. Bei der Rückfahrt kam er auf Hawaii bei einer Auseinandersetzung mit Eingeborenen um ein entwendetes Boot ums Leben.

James Cook, der als Sohn eines mittellosen Landmanns und einer Schottin geboren wurde, gilt als Musterbeispiel eines strebsamen Autodidakten mit Weltkenntnissen. Mit 13 Jahren begann er eine Krämerlehre, die er jedoch abbrach und sieben Jahre auf einem Kohleschiff anheuerte. In dieser Zeit entwickelte Cook sich zu einem tüchtigen Seemann und mit dem kargen Verdienst finanzierte er Unterrichtsstunden in Mathematik und Nautik.
Er machte mehrere bedeutende Seereisen, ehe mit der Ernennung zum Befehlshaber der „Endeavour“ 1768 für ihn die große Zeit der Entdeckungsreisen begann.

Der amerikanische Journalist Tony Horwitz hat sich vor ein paar Jahren mit einem Dutzend Wagemutiger an Bord eines modernen Nachbaus der „Endeavour“ noch einmal auf die Cookschen Reisen gemacht. Er geht selber auf Expedition und hat sich die alten Logbücher vorgenommen, in dem Captain Cook alle Einzelheiten festgehalten hat, wo er war und was er tat. Doch sie geben nur selten Auskunft über das Warum.
Horwitz macht sich auf die Spuren des in einer Lehmhütte geborenen Bauernjungen, um den „letzten großen Weltumsegler“ verstehen zu können. Diese Logbücher führen ihn immer wieder vor Augen, was für Fachidioten wir modernen Menschen doch geworden sind. Cook ließ sich in seinen Aufzeichnungen über Astronomie, Geologie und Meteorologie, über Handel und Diplomatie aus und auf der nächsten Seite über Meeresströmungen und die Entstehung von Inseln.

Horwitz entdeckt den Entdecker Cook und beschäftigt sich mit dessen vielschichtigem Charakter. Er versucht, dessen Person zu ergründen und folgt dabei jedem Hinweis. Er entlarvt ihn als einen zwanghaft ehrgeizigen Einzelgänger und pedantischen Kontrollfanatiker mit einem Hang zu Verfolgungsängsten.
Zum Teil erklärt der Autor das aus der Herkunft, denn Cook hat sich aus den untersten Schichten der englischen Gesellschaft nach oben navigiert. Auf der anderen Seite sorgte er sich hingebungsvoll um seine Mannschaft und sagte der gefürchteten Skorbut-Krankheit den Kampf an. Auch die Folgen, die Cooks Reisen für die Entdeckten bedeuteten, untersucht Horwitz ausführlich, denn selbst Cook wurde mehr und mehr klar, dass er mit seinen Missionen die Flüche der europäischen Zivilisation viel großzügiger verbreitete als deren Segnungen. Er und seine Mannschaft brachten nicht nur Handelsgüter, sondern auch ansteckende Krankheiten und manchmal den Tod. So haben viele Tagebucheintragungen häufig etwas Beunruhigendes.
Intensiv beschäftigt sich Horwitz auch mit Cooks Tod in der Kealakekua Bay, indem er versucht nachzuvollziehen, wie es dazu kommen konnte und welche Fehler Cook und seine Mannschaft gemacht haben könnten.

Das Buch ist eine spannende Abenteuerreise im Kielwasser des James Cook, dabei entpuppt sich Tony Horwitz als ein exzellenter und außergewöhnlicher Reiseführer. Nie kommt auf den spannenden 700 Seiten Langeweile auf, denn der Schreibstil ist flüssig und stilistisch ein Vergnügen. Mit großem Idealismus wurde eine detaillierte Quellen- und Spurensuche betrieben, hinter der immer wieder der Mensch Cook zum Vorschein kommt. An allen aufgesuchten Orten wird die damals neuentdeckte Welt mit der heutigen Realität verglichen und somit Vergangenheit und Gegenwart verknüpft. Im Leser wird dadurch die Faszination für ferne Länder und fremde Kulturen geweckt. Ein literarisches Denkmal für den letzten großen Entdecker, ein eindrucksvolles Porträt und eine unterhaltsame Lektüre!

(© 2004 Manfred Orlick)

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Rund um´s Buch

S e r v i c e

Die Originalausgabe
erschien ...

unter dem Titel
"Blue Latitudes: Boldly Going Where Captain Cook Has Gone Before"
(2002).

Weitere Bücher von Tony Horwitz
Sierra, Australiens Outback
(TB, 2001)
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