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Inhalt:
Carl Gustav Carus, der historisch verbürgte Wissenschaftler,
hat 1832 in Dresden als Leibarzt des Königshauses eine wichtige
Stellung. Sein großer Ehrgeiz ist es, die gefährliche Kaiserschnitt-Operation
so zu perfektionieren, dass sie für Mutter und Kind gute Überlebenschancen
bietet. Als ihn eine schwangere Hofschauspielerin anfleht,
sie von der Leibesfrucht zu befreien, lässt sich Carus von
seinem Freund, dem Dichter Ludwig Tieck zu einer nächtlichen
Operation überreden. Doch die Schauspielerin stirbt und Carus
wirft auf Tiecks Anregung hin die Leiche in die Elbe. Bald
wird der Leibarzt zum König gerufen, um im Fall der verschwundenen
Schauspielerin zu ermitteln. Carus soll nun sich selbst auf
die Spur kommen. Angestachelt von Tieck, dem dramatisch hochbegabten
Fädenzieher im Hintergrund, folgt Carus immer neuen Fährten
und enthüllt eine ganz anderes mögliches Geschehen. Aber was
ist die Wahrheit? Was soll er dem König präsentieren? Unter
Gewissensqualen entscheidet er sich für eine bewusste Lüge,
doch dann macht ihm eine unerwartete Entdeckung klar, dass
die Wahrheit immer eine subjektive Geschichte ist.
(©
2001 Heyne Verlag)
Fazit:
1832: Eine junge Hofschauspielerin wird nach einem Selbstmordversuch
in das Entbindungsinstitut des Hofrats Carus gebracht. Am
nächsten Morgen ist sie verschunden und man sagt, die Schande
einer Schwangerschaft habe sie in die Elbe getrieben.
Vom König selbst wird Carus mit der inoffiziellen Untersuchung
des Falles betraut. Einer Untersuchung, deren Ergebnisse nicht
die Carus nur allzu gut bekannte Wahrheit ans Licht bringen
dürfen.
Hauptfigur dieses historischen Romans ist der Hofrat Carl
Gustav Carus, Leiter des Dresdner Entbindungsinstitutes und
Leibarzt des sächsischen Königs. Aus seiner Sicht werden die
Geschehnisse berichtet und wie er steht der Leser, der glaubt
es nur mit einer Frage der Moral zu tun zu haben, plötzlich
vor einem verwirrenden Kriminalfall. Ohne, dass eine Diskrepanz
entsteht, ist es Ralf Günther gelungen, eine Geschichte im
heutigen Schreibstil zu präsentieren, ihre Figuren jedoch
im Stil des frühen 19. Jahrhunderts sprechen und denken zu
lassen. Nur die Moralvorstellungen dieser Zeit lassen die
Geschehnisse überhaupt erzählenswert werden, denn was dort
geschieht, riefe heutzutage nur wenig Empörung hervor.
(©
2001 Stefanie Brink für all-around-new-books.de)
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