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Rückentext:
Leise Töne zwischen
den Zeilen in den Texten von Isolde Knuff treffen ins Herz.
Niemand wird herausgegriffen und mit Nachweisen an einen Pranger
gestellt, aber jeder ist angesprochen.
Unsummen an Missachtung, Ausnutzung und Unwissenschaft stellen
in Frage, was die Tierrasse Mensch versehentlich oder mit
guter oder schlechter Absicht anrichtet.
Reportagen über erschreckende Ereignisse zwischen Tier
und Mensch und zugleich in unserer Gesellschaft einschließlich
Wissenschaft hinterfragt Isolde Knuff. Sie schreibt lachenden
und weinenden Auges und möchte aufhorchen lassen. Jeder
ist eingeladen, sich seine Gedanken zu machen und sie auch
auszu-
sprechen.
Hinterfragen ist das Thema von UNSUMMEN - auch in den auf
historischer Basis erfundenen Geschichten über Vergangenes.
(©
2003 arte poetica)
Zur Autorin:
Isolde Knuff, geb. 1939,
kommt aus dem Wirtschaftsfach. Sie war und ist zusammen mit
Hilfsgemeinschaften tätig.
Buchbesprechung - Rezension:
In insgesamt dreiunddreißig kurzen Erzählungen
zeigt die Autorin an unterschiedlichen Beispielen auf, zu
welchen kulturellen Fehl-leistungen der Mensch in seiner Geschichte
fähig war und ist. Dabei wird kein Kulturkreis, keine
gesellschaftliche Gruppe und keine historische Epoche ausgeklammert.
Die
reportageartigen Schilderungen berühren den Leser auf
ihre eigene und eigentümliche Art und Weise durch die
Präsentation von beabsichtigten oder leichtfertigen Missachtungen
bzw. Misshandlun-gen von Tieren und Mitmenschen durch die
angeblich weise Spezies, die sich selbst hochtrabend als "homo
sapiens sapiens" bezeichnet. Dabei ist es unerheblich,
wo die Realität bei den Erzählungen aufhört
und wo die Fiktion beginnt. Es geht aber immer um den höchst
realen Kern der Problematik, wie das Individuum oder die Gesellschaft
mit Einzelwesen der eigenen oder anderer Arten umgeht. Die
Missachtungen sind dabei entweder offenkundig oder verdeckt,
immer aber tief in das Schicksal der betroffenen Wesen eingreifend,
wobei egal ist, ob Menschen oder Tiere leiden.
Da
niemals nur eine bestimmte Persönlichkeit angesprochen
oder gar "angeklagt" wird, wird niemand ausschließlich
beschuldigt. Hierdurch ist jeder, der diese Erzählungen
liest, aufgerufen, sich selbst zu fragen, inwieweit er hier
persönlich angesprochen ist bzw. ob er selbst sein Verhalten
ändern sollte. Jedermann wird zum Nachdenken eingeladen,
niemand aber bloßgestellt oder verurteilt. Die Kritik
wird jeweils zwar distanziert vorgetragen, bringt den Leser
aber zugleich auch dazu, mitzuleiden, im Wortsinne zum "Mit-Leid".
Dabei verfällt die Autorin niemals in "Gefühlsduselei"
oder Rühr-seligkeit; stattdessen ist sie stets eine nicht
wertende Beobach-terin, die zur Reflexion anregt. Somit erzieht
das vorliegende Buch im besten Sinne zur Selbst- und Kulturkritik.
Angenehm,
dass hier statt der "Pädagogik mit dem Holzhammer"
die leisen Töne angeschlagen werden und dass stattdessen
jeder, der sich angesprochen fühlt, zum Nachdenken angeregt
wird. Der Titel "Unsummen" lässt dabei
offen, ob es um finanzielle Interessen oder Unsummen kultureller
Fehlleistungen geht – oder um beide. Ein leises Buch
zum Nachdenken, das zur Selbstkritik anregt, ohne zwingen
zu wollen.
(©
2003 Hans-Ludwig Leers für all-around-new-books.de)
Handsignierte
Exemplare dieses Buches können über die Redaktion
direkt beim arte poetica Verlag bestellt werden
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