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Inhalt:
Was?
Episoden und Szenen, die offen und schonungslos den ganz normalen
Wahnsinn in der IT-Branche nach wahren Begebenheiten schildern
Wer?
Mitarbeiter, Manager, Kunden und eine fiktive Firma erzählen
jeweils aus ihrer Perspektive ihre Erlebnisse und Eindrücke
Wie?
Eine Realsatire von nachdenklich bis lustig, voller Emotionen.
Kurz, ein Buch wie das Leben!
(©
2002 Heike Lenk/Gudrun Negele)
Das
Autorenteam:
Heike Lenk, Diplom-Informatikerin, geboren
1968 in Augsburg, ist seit 1987 mit der IT-Branche verbunden.
Ein über die Jahre breitgefächertes Tätigkeitsfeld
in den unterschiedlichsten Geschäftsbereichen mehrerer
IT-Unternehmen, ermöglicht ihr einen tiefen Einblick
in diese Branche. Die Palette der von ihr bereits ausgeübten
Funktionen reicht dabei von der rein technischen Systemspezialistin
bis hin zur vermarktungsorientierten Vertriebsleiterin.
Gudrun Negele, Jahrgang 1953, ist seit 1972
in der IT-Branche unterwegs. Als Systementwicklerin, Dozentin,
Systemberaterin, Vertriebsrepräsentantin, Partner- und
Marketing-Managerin in verschiedensten Firmen hat sie diese
Branche als Insider über einen langen Zeitraum verfolgt
und von allen Seiten kennen, lieben und manchmal auch fürchten
gelernt.
Gudrun Negele lebt heute mit ihrem Mann im Süden von
München und ist der Branche noch eng verbunden.
Textauszug:
Personalkarussell
IT-Branche steht für
schnell, dynamisch und flexibel und so sollten auch die Mitarbeiter
sein. Ansonsten sind sie völlig ungeeignet für den
Alltag im High-Tech-Unternehmen.
Die IT-Eignung des Individuums wird im Personalkarussell festgestellt.
Wer hier nicht auf Hochtouren läuft, sozusagen performt,
fliegt raus. Jeder Mitarbeiter versucht sich auf diesem Karussell
festzuhalten, und wenn Mann/Frau die Regeln kennt, kann dies
auch gelingen.
Als Erstes wird vom Management Verwirrung durch Umstrukturierung
gestiftet. Es ist dabei wichtig, die neue Struktur so lange
wie möglich geheim zu halten und durch unterschiedlichste
Gerüchte falsche Fährten zu legen. Sobald die Struktur
dann öffentlich gemacht wird, kommt es zur ungeplanten
Jobrotation. Das heißt, Müller tauscht mit Huber,
Huber mit Meier und dabei stellt sich heraus, dass der Job
von Meier abgebaut wird, was allerdings Huber zu spät
erfährt und damit durch den Rost fällt. Nun wäre
Huber nicht IT-Profi, wenn er sich von dieser kleinen Unwegsamkeit
irritieren lassen würde. Ein neuer Job muss definiert
werden. Jetzt heißt es cool bleiben, Fantasie zeigen
und alle Register ziehen.
Das Spiel erinnert an die
Reise nach Jerusalem , was meine Generation gern am Kindergeburtstag
spielte. Ein Stuhl ist immer zu wenig da! Je fortgeschrittener
das Spiel, desto größer das Chaos und Gerangel,
genau wie in der Firma. Damit ist bewiesen, dass realitätsnahe
Spiele Kinder optimal aufs wahre Leben vorbereiten. Ist es
gelungen, durch beherzten Kampf, einen Stuhl zu besetzen,
stellt sich sofort die Kompetenzfrage: Ko i des ieberhaupts?
Was auf Deutsch so viel heißt wie: Entsprechen meine
Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen dem Anforderungsprofil
der zu besetzenden Position?
Keine Panik, Hilfe naht durchs "iManagement"! Das
kleine "i" steht dabei für die Fähigkeit
des Managements, im Internet-Zeitalter auch die virtuelle
Realität zu bedienen. Die moderne Sprachforschung geht
heute davon aus, dass das Wort "iManagement" von
"Manege" abgeleitet wird. Also diese runde Fläche
in der Mitte eines Zirkuszelts, wo Clowns ihre Späße
machen und Dompteure ihre Raubkatzen gezähmt vorführen.
Der Zirkusdirektor hat bei der Show die gleiche Aufgabe wie
der Manager in der Firma. Er sorgt dafür, dass jeder
seinen Platz einnimmt und die Vorführung rund läuft.
Auch im Zirkus gibt es Jobrotation.
So kann zum Beispiel der Dompteur als Clown eingesetzt werden,
der Clown als Platzanweiser arbeiten, der Platzanweiser Würstchen
verkaufen und der Würstchenverkäufer Hochseilakrobatik
vorführen.
Hoppla, da ist dem Direktor jetzt ja wohl ein kleiner Fehler
unterlaufen, oder? Einen Wüstchenverkäufer als Hochseilakrobaten
einzusetzen, klingt abenteuerlich. Warum eigentlich nicht?
Näher betrachtet sind die Jobs sehr ähnlich, da
Würstchen verkaufen unter BSE-Aspekten auch ein Hochseilakt
sein kann. Nur, dass es im Zirkus ein Netz für alle Fälle
gibt und genau das ist der Unterschied zur IT-Branche.
Was passiert nun aber, wenn der Hochseilakrobat gern Würstchen
verkaufen möchte, sein Vorgesetzter ihm diesen Wunsch
aber nicht genehmigt? Nun ja, dann bleibt der Mitarbeiter
für diese Runde eben frustrierter Hochseilakrobat. Dabei
motiviert ihn bei seinen Drahtseilakten die Hoffnung auf einen
baldigen Wechsel im Management.
Zurück zum Mitarbeiter Huber, der durch zahlreiche Mitarbeitergespräche
mit seinem Vorgesetzten nun doch noch einen Job gefunden hat
und vom Würstchenverkäufer zum Hochseilakrobaten
avanciert. Das nennt man eine steile Karriere. Huber, als
alter Hase in der Branche, beginnt just in diesem Moment mit
einer weiteren Spielart, um seine Position zu festigen: IT-Poker.
Die Kunst dabei besteht darin, aus drei Achten einen Royal
Flash vorzugaukeln, ohne dass es auffliegt. Huber pokert also
auf die lang ersehnte Gehaltserhöhung, eine persönliche
Assistentin und einen größeren Firmenwagen.
Meier ist da viel bescheidener. Der will nur mit Freude und
Engagement seine Arbeit machen und respektvoll als erwachsener
Mensch behandelt werden. Passt dieser Typ mit seiner Einstellung
überhaupt in die IT-Branche?
(Text:
© Heike Lenk/Gudrun Negele)
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